Seelen- und Hirnexhibitionismus

Freitag, Dezember 22, 2006

„Ich muss durch den Konsuuuum….

….an Karstadt vorbeiiiii. Hinter H & Mmmmm kein Parkplatz mehr freiiiii“, könnte Bill von Tokio Hotel seine Weihnachtsversion von „Monsun“ singen. Denn was ist schon ein Monsunregen gegen tausende, mies gelaunte Passanten mit Tüten so Groß wie Kinderbetten, die sich entweder laut fluchender und vorwärts rempelnder Weise einen Weg durch die Fußgängerzone bahnen oder so übertrieben besinnlich durch die Straßen schlendern, dass sie sich auch durch Schnecken erschrecken lassen können, die sich ja so schrecklich schnell bewegen. Die Massen stauen sich vor der Rolltreppe der Einkaufspassage „Sophienhof“, als wäre es die Arche Noah. In die Massen einreihend bin ich kurz davor eine Flüstertüte zu ziehen und „Ganz ruhig liebe Mitbürger! Das ist nur die Apokalypse!! Frauen und Kinder zuerst ins Rettungsboot!“, zu rufen.

Tatsächlich sind gerade in den Kinderabteilungen wahre Hamsterkäufe zu beobachten. Wer zum Beispiel eine Nintendo Wii- Konsole unter den Baum stellen möchte, muss schon mal bereit sein, sie aus dem Einkaufswagen seines Nächsten zu stibitzten (was ja vor der Kasse noch kein Verbrechen ist).

Samstag, Dezember 16, 2006

Videogame killed the Moviestar II

So hätte der Super Mario Film aussehen müssen, wenn er authentisch hätte sein sollen!

Freitag, Dezember 15, 2006

Videogames killed the Movie Star

(Soundtrack: Presidents of the United States of America – Video killed the radio star)

Ach, wo ist die Zeit geblieben? Wie begeistert saß ich mit 9 Jahren vor einem grünfarbigen Monitor des alten Sharp-Computers meines Vaters und war begeistert von Spielen wie „Pac-Man“ oder „Star Killer“, die trotz Strichmännchengrafik bereits gute 10 Minuten brauchten um von der lahmen Datakassette zu booten. Der Begriff PC, war noch längst nicht im Sprachgebrauch. Das änderte sich, als bei uns zu Beginn der 90iger der Commodore 128 ins Zimmer meiner Brüder einzog. - Eigentlich mehr eine Spielkonsole, die an einen Drucker angeschlossen eine mittelmäßige Schreibmaschine abgab und zum ersten Mal (von Musikkassetten abgesehen) Raubkopien en Vogue machte. Ich glaube, ich würde noch heute alle Warp Zones (zum Überspringen von Levels) im Super Mario-KlonGiana Sisters“ finden. Hach, wie viele Joysticks haben wir damals zerschrotet bei „Summer Games“, wie viele Pixelköpfe abgeschlagen bei „Barbarian“ und wie viele virtuelle Nasen eingehauen bei „International World Karate“? Obwohl diese Zeit lange vorbei ist, meine ich noch heute häufig Leute die damalige Programmiersprache „Basic“ sprechen zu hören, die ich immer noch nicht verstehe.

Ich würde heute noch nicht die Fußball- oder Tennisregeln verstehen, hätte ich nicht auf dem Super-Nintendo-Entertainment-System das aller, aller erste „Fifa Soccer“ oder „Jimmy Connors Tennis“ gezockt. Zudem war dies die erste Spielplattform, die den Trend auslöste, Kinofilme nach Vorlage von Videospielen zu drehen. Der Film zur wohl berühmtesten Spielfigur „Super Mario Brothers“ hatte mit dem Spiel so viel zu tun, wie Andreas Türck mit dem Grimme Preis. Gut die Protagonisten (Bob Hoskins als Mario) waren beide Klempner und es kam auch irgendwann ein niedlicher, kleiner Dino drin vor, der von jedem kleinen sitzpupenden Kinogänger, auch ohne Ähnlichkeit mit dem Original, als Yoshi identifiziert wurde. Ob jemand einen Film hätte sehen wollen indem ein grenzdebiler Klempner auf Schildkröten springt, Blumen isst und mit den Kopf Decken einstößt, sei allerdings mal dahingestellt. (Wie eine echte Super Mario-Verfilmung aussehen müsste, seht ihr Morgen). Weiterhin „durften“ Jean-Claude Van Damme und Kylie Minogue auch ohne Handlung „Street Fighter“ spielen, mit einer Qualität, dass man sich wünschte den Titel wieder in 16 Bit zu sehen. Christopher Lambert feierte nach seinen „Highlander“-Erfolgen in der Filmgewordenen Kloppbude „Mortal Combat“ seine Karriere als B-Movie-Darsteller. Komischer Weise bleibt bis Heute der Gameboyklassiker „Tetris“ unverfilmt.

(to be continued)

Montag, Dezember 11, 2006

Geduldsspiel

(Soundtrack: Comeback Kid – Losing Patience)

Ganz Deutschland spielt scheinbar Sudoku. Ganz Deutschland? – Nein! Jaychen kann dieser scheinbaren Mischung aus Käsekästchen und Malen nach Zahlen nichts abgewinnen. Dafür können meine Mitbewohner mich immer häufiger mit hochrotem Kopf, die Gitarre mit der Klangkörperöffnung nach unten, über den Kopf haltend beobachten. Diese Pose rührt nicht etwa von meiner Maßlosen Verehrung dieses Instrumentes, aus dem ich allerdings noch nicht allzu häufig erträglich Töne herausbekomme, sondern eher daran, dass mir das Plektron immer wieder in die Gitarre fällt.

Ob dieses Spiel salonfähig wird, und ob eine von Günther Jauch moderierte Samstag- Abend- Show daraus wird bleibt abzuwarten. Ihr seid aber herzlich eingeladen mal das Spiel auszuprobieren und gegen mich oder die Zeit anzutreten! Möglichst bevor mir die Pleks ausgehen!

Freitag, Dezember 08, 2006

Frauen schleichen nicht

(Soundtrack: Donots – We got the noise)

Man sagt Männer, bzw. Jungs müssen sich über das Außen profilieren. Jungen haben im Schnitt immer schlechtere Schulnoten als die Mädchen, da sie sich mehr über lautstarkes Stören durchsetzen müssen anstatt durch intelligente Beiträge den Unterricht voran zu bringen.

Die Schuhmode spricht aber eine andere Sprache. Während Männer, wie die Betitelung des Schuhwerkes „Sneaker“ bereits suggeriert, eher auf leisen Sohlen durch die Flure der Uni schlurfen, hört man das Klacken der hohen Damenstiefel bereits auf 1000 m Entfernung, was scheinbar bei der Mehrzahl der Männer (mich eingeschlossen) zu akuter Nackenstarre durch plötzliche Kopfdrehungen führen kann.

Um Ähnliche Reaktionen bei den Damen hervorzurufen ohne selbst hochhackige Stiefel anziehen zu müssen, empfehle ich der Männerwelt sich Rasseln, Fußschellen oder ähnliches umzubinden. Bereits andere Kulturkreise nutzen die Macht rhythmischer Perkussion zur Verstärkung des Balzverhaltens. In Spanien verstärken Kastanietten das Feuer verschiedener Lateinamerikanischer Tänze, in Afrika wird sich in Ekstase getrommelt, der Opelproll balzt taub im Kreis fahrend zu Technomusik, die bis über drei Blocks hörbar ist und der B-Boy aus der Hip-Hop-Hood der 80er Jahre trug seinen Einkaufswagengroßen Ghettoblaster auf den Schultern.

Kein Wunder, das die Geburtenrate in Deutschland stetig zurückging, wenn wir nie die Erfolgskonzepte der „Hochkulturen“ in unseren Balzverhalten berücksichtigen!! Männer, es muss rasseln!!

Freitag, Dezember 01, 2006

Plugged

(Soundtrack: Sugar Ray – When It’s Over)

Er ist wieder da! Die Bücher verschwinden, die Telefonate werden wieder weniger, die verpassten Fernsehsendungen werden runter geladen bis der Router raucht, und es wird wieder mit „n“ auf der Tastatur gebloggt. Alle 40 Minuten wird bei Outlook, in der Hoffnung auf irgendeinen neuen Zuneigungsbeweis, der Button „Senden/Empfangen“ gedrückt. Das Haus muss theoretisch nur noch einmal am Tag, am besten noch im Schlafanzug, verlassen werden zur Nahrungsbeschaffung.

Ein halbes Jahr später

Die Freunde werden nur noch mit ihrem ICQ-Nickname bzw. mit dem ihres „World of Warcraft“- Avatars angesprochen, weil der wirkliche Name entfallen ist. Wenn ich doch mal das Haus für eine Grillette im Park verlasse, ärgere ich mich im grünen sitzend, dass ich nicht wie mein WoW- Charakter auf Kräuterkunde geskillt bin, da ich in diesem Moment sonst genug Mats für einen schmackhaften Zaubertrank hätte. Geflirtet wird nur noch im StudiVZ. Die monatlichen DSL-Anschluss gebühren sind noch weitaus günstiger als die Kosten für Pflegeprodukte und der einabendliche Cocktailkonsum in der Disco um der Ecke.

Würde klappen, wenn ich nicht doch für die Uni aus dem Haus müsste. Also doch wieder Körperpflege, soziale Kontakte und das ganze andere „Generve“.