Seelen- und Hirnexhibitionismus

Freitag, November 17, 2006

Nicht das Ende verraten…

(Soundtrack: Sportsfreunde Stiller – Ans Ende denken wir erst zuletzt)

Spoiler sind etwas nerviges. Nein, nicht die am Auto. Da ist meistens nur der zugehörige Schmock hinterm Steuer der Grund des Ärgernisses. Nein, ich spreche von jenen Spoilern, die einen das Ende des Filmes oder der Lieblingsserie voraussagen. Manche wollen es ja auch nicht anders und fragen schon beim Vorspann des Filmes worum es denn ginge. Solche Menschen würden wahrscheinlich entspannter einen Film gucken, wenn sie wie im Theater, einen Szenenplan hätten, der ihnen eine Grobe Auskunft darüber gibt, was sie wann erwartet. Keine Überraschungen bitte!

Anders die Serienjünger. Fans von Serien wie Lost oder Alias würden sich lieber über Wochen quälen, immer wieder Tage lang asketisch auf die Fortsetzung warten und sich lieber zu Hause einschließen, bevor irgendein dummer Arbeitskollege, der sich schon die aktuelle Season komplett aus den Internet gezogen hat oder sich die DVD-Box aus den Staaten mitbringen lassen hat, sich verplappert. Wie schön, dass es im TV auch genug Sendungen gibt, deren Ausgang mit größter Wahrscheinlichkeit abzusehen ist: Wie bei den Popstars.

Ich denke ich werde keinen ans Bein pinkeln, wenn euch das Ende verrate, denn die Geschichte ist immer die Gleiche, nur die Akteure werden teilweise ausgetauscht:

Achtung! Achtung! Spoiler!! Nicht weiter lesen!!!

Egal, wer der 6 übrig gebliebenen Grazien am Ende in der Band steht, es wird eine Zickenband, die sich nach den ersten beiden wahrscheinlich noch erfolgreichen Singles wieder verkatert auf dem Friedhof der gescheiterten Möchtegern Stars aufwachen wird, sich niemand mehr wirklich für sie interessiert, sich trennen und nur noch mit Aktphotos auf sich aufmerksam machen. „Aber…, aber…, ich kann doch nichts anderes als Popstars sein!“, spricht es den tränenüberströmten Gesichtern der raus gewählten Damen aus dem Gesicht. - Ja, genau deshalb seit ihr manipulierbar, Mädels! Den Blick in die Zukunft bietet Ex-No Angel Sandy, die scheinbar weiterhin nur Medienpräsens durch das Popstarsformat bekommen kann und wohl in Zukunft nur noch wie ein Tanzbär am Nasenring durch die Manege geführt wird bzw. Pro 7-Jingles singen darf.

Dabei kann man keinen von Ihnen das Talent absprechen. Im Gegenteil: Das Niveau der Showteilnehmer war selten höher. Nur sah man jetzt am Donnerstag bei den ersten „New Angels Songs“, dass man lieber versucht den erfolgreichen Girlgroupvorbildern musikalisch nachzueifern anstatt eine kreative Eigenständigkeit im Stil zu entwickeln. Schon nach dem dritten Refrain hingen mir die Songs zum Halse raus. Schade um das Talent, aber der Produzent heißt einfach nicht Wyclef Jean!

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