Seelen- und Hirnexhibitionismus

Dienstag, August 29, 2006

Begegnung

(Soundtrack: Fettes Brot - Können diese Augen Lügen)

Da stehe ich so auf dem Hamburger Hauptbahnhof, als mir zwei Typen über dem Weg laufen. Besonders der eine kommt mir merkwürdig bekannt vor. Er trägt Baggypants eine runde Schirmmütze, ist sehr blass und trägt ein wahrscheinlich über Wochen gezüchtetes Flaumbärtchen über seiner Oberlippe. Mhhh sieht ja irgendwie aus wie König Boris aka Kaybee Baybee. Als mein Blick auf seinen Begleiter fällt besteht kein Zweifel mehr. Wenn das mal nicht der Schiffmeister aka Björn Beton ist. Soviele Namen hat ausser Prince aka "The Artist formerly known as Prince", aka the Artist nur noch das Böse aka Satan aka Luzifer...

Mit offenen Mund starre ich den beiden hinterher, eigentlich zu ihnen auf, wortwörtlich aber eher hinab. Jetzt weiß ich warum Schiffmeister im oben genannten Song rappt "Ich trau keinen über 1,80" und Boris "Lügen haben kurze Beine". Komischerweise erkennen die mich nicht und eilen mit ihrem Gepäck Richtung S-Bahnstation. - Kulturbanausen!

Völkerverständigung mal anders

(Soundtrack: Millencolin - Penguins and Polarbears)

Ob dieses ICQ-Gespräch wirklich stattgefunden hat, weiß ich nicht. Das Traurige ist, dass es schon irgendwie glaubwürdig erscheint. Aber lest selbst!



  • Ben und Selcuk
  • Montag, August 28, 2006

    Miami Vice im Kino oder: Undercover Cop sein ist ein Knochenjob

    (Soundtrack: Propellerheads feat. Shirley Bassey – History Repeating)

    Die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt werden immer höher. Beim Arbeitseinstieg bitte nicht über 25 Jahre alt sein, aber auch mindestens 3 Jahre Berufserfahrung mitbringen und ein Studium soll auch schon abgeschlossen sein. So muss es auch den beiden Detectives in Michael Manns Neuverfilmung der 80er Kultserie Miami Vice bei der Bewerbung beim Miami Police Department gegangen sein. Denn Rico Tubbs und Sonny Crocket können nicht nur cool aus der Wäsche gucken, sondern steuern Powerboote, Rennwagen und Containerfrachter, fliegen Flugzeuge so genial, dass sie auf dem Radar unsichtbar werden (würde Detective Tubbs Pilotenausbilder werden, könnte Lockheed die Produktion ihrer Stealthfighter einstellen), haben spezielle Nahkampf- sowie Sondereinsatz- Kommando- Erfahrungen sprechen mindestens 3 Sprachen in ca. 5 Dialekten, können die Gedanken von Verbrechern Lesen wie Schulkinder Lustige Taschenbücher, sind nebenbei Dressmen und Werbeikonen für Sündhaftteure Rolex- und Armaniuhren sowie Nokiahandys (die sich übrigens hervorragend zur Spionage von Zuhältern eignen), die bei jeder Gelegenheit in die Kamera gehalten werden und haben mindestens 3 Jahre das Kamasutra und das Tantra auswendig gelernt um ihren nymphomanischen Babes multiple Orgasmen zu bescheren.

    Als währe das nicht genug verfügen sie über weitere Potenzsteigerungsobjekte wie Designersakkos (im Gegensatz zum 80er Original immerhin nicht mehr die eklig cremefarbenen Sakkos in Kombination mit Hawaiihemden), Dicke Wummen zum Bösewichter blutreich ins Jenseits zu perforieren und drogenfinanzierte Luxusvillen eine rote Tapete zu bescheren. Doch die Gangster einfach umzunieten wäre nicht genug. Nein, Sonny muss noch den Drogenbaron die Alte ausspannen. Was für Kerle!! Dass auf Crocket’s Powerboot dann auch noch „Mojo“ steht, fällt da schon gar nicht mehr ins Gewicht. Zwei Superstecher, deren Polizeiabteilung scheinbar das Etat hat um Locker mit dem des Antiterrorprogramm der Bushregierung gleichziehen kann. Gut, das war ja bei der Serie auch schon so. Zur Authenzität des Remakes gehört dann auch die richtige Schauspielerwahl. Die Original Schauspieler Don „Drei- Tage Bart“ Johnson und Phillip Michael Thomas konnte man in den 80igern wohl schon als coole Säue und Sexsymbole bezeichnen. Aber so oberflächlich die beiden Seriencharakter auch wahren, reicht es dann eigentlich schon, dass beide Charakter gut aussehen, Sonny muss weiß und blond sein und eben den Drei-Tage Bart haben, während der Rico Darsteller eigentlich nur schwarz sein muss. Beides erfüllen Colin Ferrel (wurde schon als Alexander der Große- Darsteller mehr oder weniger erfolgreich blond gefärbt) und Jamie Foxx (spielte schon im wesentlich besseren Michael Mann Thriller „Collateral“ mit) mit bravur.

    Sehr viel mehr braucht man zum Film eigentlich nicht sagen. Die beiden Potenzprotze gucken, ermitteln, fahren, vögeln, ballern, zugegebenermaßen audiovisuell sehr gut von Mann in Szene gesetzt, in der Gegend herum, wobei die Frisuren und das Styling einfach immer gut sitzen. Trotz des unglaubwürdigen Storysettings will der neue „Miami Vice“ im Gegensatz zu anderen Remakes wie „Starsky und Hutch“ ein ernsthafter Thriller wie „Heat“ (ebenfalls Regie Michael Mann) zu sein. Der Film lebt dabei von dem variierenden Erzähltempo, schönen Bildern, schönen Darstellern, klaren Feindbildern (die Gegner sind natürlich Nazis sowie arabische Pusher) und einer gehörigen Portion Brutalität und Testosteron. Ich glaub ich werde auch Undercover Cop. – In ca. 20 Jahren nach der Piloten- und Kaptitäns- sowie Astronautenausbildung, Fremdsprachendiplom etc. Dann mach ich auch die Frauen klar! Bis dahin bleib ich beim Bloggen und gucke vorerst keine Remakes mehr.

    Donnerstag, August 17, 2006

    Police Wisdom

    (Soundtrack: Feeder - Comfort in sound)

    "Sie haben das Recht zu schweigen, denken sie daran! Weil alles gegen sie verwendet werden kann!"

    Das in so zeimlich jeden Polizeifilm verwendete Zitat enthält viel mehr Wahrheit, als man es ihm zutraut.

    Dienstag, August 15, 2006

    Blame it on the weatherman (Bagger-Amokfahrt)

    (Soundtrack: Feeder - Just a day)

    Die Sonne scheint in Strömen, meine hart erarbeitete Seglerbräune schwindet zusehends und eine Erkältung bahnt sich an. Macht aber nichts, dafür gehts meiner Schuppenflechte gut. Wenigstens eine die zufrieden ist. Hinzu kommt das Gefühl, dass sich das Studium langsam dem Ende neigen müsste, es aber einfach nicht tut. Ich fühl mich als würde ich eigentlich auf 5 Baustellen gleichzeitig erwartet, komme da aber nie an. Stattdessen sehe ich mich eher mit dem riesigen Bagger amokmäßig durch die Strassen fahren, hier und da mit dem Greifarm ein Paar Skinheads umhauen (oder sonstiges Kruppzeug, was man nicht braucht) um später von einer Sondereinheit der Polizei nach mehreren zerstörten Polizeiwagen überwältigt zu werden. Bevor dies geschieht würde ich natürlich einer umwerfenden Schönheit (Jessica Alba- mäßig), die von einem Assi zugeparkt worden ist helfen, indem ich die Krallen der Baggerschaufel genüsslich (wie meine Finger sonst in ein Beckssixpack) in das Autodach des Falschparkers grabe, um selbiges 10 m weiter in einen Vorgarten zu schleudern. Die Aktion würde mir die Latinoschönheit natürlich mit sexuellen Gefälligkeiten danken, ist ja klar!

    Stattdessen fühle ich mich wie ein Hamster im Laufrad, der hilflos vor sich her strampelt und nicht vorwärts kommt. Wenn ich nicht schon wüsste, dass am Wochenende der Sommer wieder seine Herbstfaschingsmaske abnimmt, ich würde meine Semesterferien schon abfließen sehen wie das Laub im Straßenabfluss.

    Freitag, August 11, 2006

    Verschwörungstheorie Reloaded

    (Soundtrack: Offspring - Conspiracy of one)

    Langsam ist die Zeit gekommen, dass die Schonfrist und Trauerzeit für 911 vorbei ist und die eigentliche Verarbeitung des Dramas beginnt. Und damit meine ich nicht Nicolas Cage, der den Schnurrbärtigen Polizeichef in der Verfilmung mimen darf, sondern diese Dokumentation, die seid mehrern Wochen durchs Internet kursiert und auch Fox-News und Spiegel nicht kalt lässt. Die Theorie, der Anschlag könne auch im Interesse der US-Regierung geschehen sein, ist zwar nicht so neu, wurde aber noch nie so überzeugend anhand von Video- und Zeitungsmaterial präsentiert wie hier. Ich hatte auf jeden fall ne gute Gänsehaut beim anschauen. Videomaterial kann ja auch gefälscht werden, so dass eigentlich eine Eigenrecherche nötig wäre. Aber macht euch selbst ein Bild!

    Mittwoch, August 09, 2006

    Problemspedition

    (Soundtrack: the Offspring – she got issues)

    So manch einer hat schon einmal darüber nachgedacht seine Probleme an einem Ort zu lassen und an einen anderen gehen. Ich auch, nur irgendwie sind die Viecher omnipräsent. Denn Probleme kann man überall haben. Der Spass zum Mitnehmen oder zum hier lösen eben. Woran das liegen mag? Wahrscheinlich gibt es irgendwo, vielleicht im Nachbarbüro des Weihnachtsmannes am Nordpol, eine Spedition, die die Dinger verschifft. Ein Kundengespräch könnte folgendermaßen aussehen:

    Eine Kundin betritt die die pps (problem parcel service): Ich habe Probleme.

    Der pps-Angestellter: (Ach ne, das hör ich heute zum ersten Mal.) Ja, unser Slogan: „Probleme – der Spass zum mitnehmen!“. Wollen sie ihr Problem zum mitnehmen oder zum hier lösen?

    Kundin: Na, wenn ich sie lösen könnte würde ich hier nicht stehen.

    Pps-Angestellter: Soll ich Ihnen die Probleme einpacken?

    Kundin: Ja, bitte… mit Schleife! Sagen sie, liefern sie auch größere Bestellungen?

    PPS-Angestellter: Ja, der LKW steht auf dem Hof.

    Kundin: Ich bräuchte eher so 5 LKW’s

    PPS-Angestellter: Donnerlittchen, was soll da denn alles rein?

    Kundin: Äh...so mind. 10 Tonnen Sorgen, 1 Tonne streit, 5 große Säcke Konflikt, 3 Tonnen Komplikationen und 20 Männer (mit leichtem Dachschaden).

    PPS-Angestellter: 20 Männer? Können sie denn noch normal laufen?

    Kundin: Bitte??? Ich oder die Männer?

    PPS-Angestellter: Entschuldigen sie, hab ich das laut gesagt?

    Kundin: Also, ich verbitte mir das!

    PPS-Angestellter: Ähm, ich sag dann mal der logistik bescheid. Die sollen die Komplikationen verladen.

    Kundin: Vielen dank. Außerdem, nur zu ihrer Info, will ich mich mit den 20 Männern nur rumärgern, nicht spaß mit ihnen haben.

    PPS-Angestellter: Ähm, eine unserer Regeln: nie zuviel über die Fracht wissen. Wir geben auch keine Ratschläge darüber wo die Fracht hin soll, das bestimmen nur sie und weiß am ende nur der Fahrer.

    Kundin: Wunderbar. Das geht sie auch nen feuchten Kehricht an.

    PPS-Angestellter: Eben.

    Kundin: Ich sehe wir verstehen uns.