Seelen- und Hirnexhibitionismus

Freitag, Juni 23, 2006

Tomte (life in der Halle 400, Kieler Woche, 21.06.2006)


Nächste Station in Jay’s Konzertkalender: Die Hamburger Indie-Pop-Formation Tomte. Die Band im Delta-Radio-Kieler –Woche-Line-Up , den ich dieses Jahr den größten Besucheransturm zutraute, weshalb wir auch gut 1 ½ Stunden vor Konzertbeginn eintrafen (gibt doch keinen Kartenvorkauf). In der Halle 400 angekommen, der erste verwunderte Blick in die noch recht überschaubare Zuschauermenge. War ich auf dem falschen Konzert? Spielen heute doch Tokio Hotel? Oder wurde der Auftritt von Tobias Regener von der RSH-Bühne in die Halle 400 verlegt? Die ersten reihen im Publikum riefen bei mir eher Assoziationen von Realschulabschlussklassenausflügen hervor. Sollten Tomte etwa schon Bravo-Helden sein? – Memo an mich: Morgen die Bravo kaufen und nachgucken!

Die Halle füllte sich dann doch recht beachtlich und die Deltamoderation faselte irgendwas von ausverkauftem Haus. Und wenig später standen auch schon Thees Ullmann und Co. Auf der Bühne. Bereits der Opener "Was den Himmel erhellt" mit der Albumtitel gebenden Textzeile „Es leuchten Buchstaben über der Stadt“ zeigte schon, was uns diesen Abend erwarten sollte: Brit-Pop-ähnlicher Sound gepaart mit poetischen, deutschen Lyrics. Die Songs kamen live im Vergleich zu den sonst recht soft wirkenden Studioversionen angenehm rockig und verspielt rüber und Tomte konnten beweisen, dass sie eine mitreißende Bühnenshow jenseits jeder Schnörkel und Posertum hinlegen können.

Sehr zu Freuden der vermeintlichen Neuntklässler wurden vorwiegend die Songs des neuen Longplayers „Buchstaben über der Stadt“ runterperformed. Wenn dann doch mal ein Song des Vorgängerwerkes „Hinter all diesen Fenstern“ (wie z.B. „Die Schönheit der Chance“ oder „Schrei den Namen meiner Mutter“) gespielt wurde, konnte man den Kids ein deutliches Fragezeichen im Gesicht ablesen. Na ja, wenn es die Youngsters in Zukunft davon abhält Tokio Hotel zu hören, kann ich das nur unterstützen. Den größten Hit und Eintrittskarte in die Bravo-Schlagzeilen „Ich sang die ganze Zeit von Dir“ hoben sich die Jungs fast bis zum Schluss auf. Als feuerzeuglastige Zugabe gabs dann noch „Die Geigen bei Wonderful World“, welches einen weiteren Höhepunkt des Konzertes markierte. Spätestens an diesem Punkt hatten sie mich, dass ich ihnen noch 15 Tacken für ein T-Shirt in den Rachen schmeißen musste.


1 Comments:

Blogger afp763389 said...

:) yeach... this is the prayer...

take care & good luck

23 Juni, 2006 12:38

 

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