Seelen- und Hirnexhibitionismus

Montag, Juni 12, 2006

Red Hot Chili Peppers – Stadium Arcadium

Es ist Sommer, die Sonne scheint, selbst in Norddeutschland sind knapp 30 Grad. Genau die richtige Zeit für den Release des neuen Peppers Albums. Das letzte Studiomaterial der Funkrock-Veteranen ist dann auch schon ein Paar Jahre her. Zuletzt zog man lediglich mit einem Best- Of und einem grandiosen Live- Doppel- Album eine Zwischenbilanz. Diese Zeit wurde jedoch für einen kreativen Schaffensschub genutzt, so dass Stadium Arcadium auf 2 CD’s mit insgesamt um die 120 min Spielzeit daherkommt.

Was die Qualität der neuen Songs angeht gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Das Neuwerk der Schillischoten ist perfekt produziert. Die schlechte: Das Neuwerk der Schillischoten ist perfekt. Wie schon bei den Milliardenverkäufen „Californication“ und „By the way“ werden wieder aufwendige Gitarrenriffs und Fleas charakteristische Flap- Basslaufstil geboten, währen Sänger Kiedis sich gesanglich und lyrisch selbst übertrifft. Allerdings wirkt das ganze fast zu perfekt produziert, zu routiniert als dass man sich über einzelne Songs besonders freuen könnte. Wo keine Tiefen, da keine höhen.

Viele Fans der früheren Werke, der Peppers wie der „Blood Sugar Sex Magic“ oder noch älteren Veröffentlichungen dürften ein wenig enttäuscht sein, denn die alte, rotzige Rohheit der alten Tage ist fast vollends gewichen. Energische Explosionen wie beim Californication-Opener „Around the World“ sucht man ebenfalls vergebens. Und doch findet man auf den beiden Silberlingen einen zauberhaften Augenblick nach dem anderen. „Desecration Smile“ z.B. wäre auf manch anderer CD das Herzstück und erreicht fast die Größe eines „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin. „Tell me baby“ hingegen wechselt sehr gekonnt zwischen Abgeh-Funk und melodiösen Mitsing-Gesang.

Alles im Allen kriegen wir ein abwechslungsreiches Meisterwerk geboten, mit dem sich alle vier Bandmitglieder erneut als Meister ihrer jeweiligen Zunft präsentieren, das jedoch weniger Smashhitpotenzial (was die Singles angeht) besitzt als die Vorgänger.

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