Seelen- und Hirnexhibitionismus

Montag, Juni 26, 2006

Kieler Woche 2006 – Jay zieht Bilanz

(iTunes spielt: Silbermond – Verschwende deine Zeit)

Gott sei Dank! Morgen beginnt wieder eine normale Uni-Woche mit normalen Zeitabläufen und mit weniger sozialen Verpflichtungen wie Saufen, Feiern und all dem anderen „Generve“.

Nachdem ich über die ersten Konzerte (New Model Army und Tomte) ausführlicher berichtete, gibt es jetzt den Rest der KiWo-Eindrücke als Retro- Perspektive in Kurzform.

Donnerstag, der 22.06.2006:
Tatort: Njoy-Bühne (eigentlich NDR-Bühne)
Programm: Rio Drei, Culcha Candela, Silbermond

Es versprach ein bunt gemischtes Programm zu werden. Nach ein Paar munter zusammen gemixten Tracks vom N-Joy DJ und einigen überflüssigen Ansagen und Stimmungsspielchen der Moderatoren Haderland/ Kuhlage gingen Rio Drei auf die Bühne. Viel mehr als eine Maxi-CD mit Bonustracks hatte die junge Band scheinbar noch nicht zu bieten. Musikalisch muss man die drei wohl irgendwo im Krautrock-Pop-Bereich ansiedeln mit starkem Hang zum Kitsch a la Laith Al-Deen, den sie ja auch schon öfter auf das KiWo-Publikum losgelassen haben. Etwas unpassend: Die Aufschrift „Punk“ auf dem T-Shirt des Bassisten, der sichtlich bemüht war wie Flea von den Red Hot Chili Peppers zu posen. Haben die auf der Bühne vielleicht andere Musik aus den Lautsprechern gehört als wir?

Nach diesem mäßigen Einstand kamen Culcha Candela. Mit mal schnellen, mal langsamen, mal spanisch, mal deutsch, mal englisch spachige Reggae- und Ragga- Vibes konnten die 6 Köpfe schnell die Stimmung aufheizen. Nicht schlecht für eine Band von denen die meisten wohl lediglich ein Lied aus dem Radio kennen werden („In the city“). Musikalisch irgendwo zwischen Orishas und Gentleman gefiel mir dieser Auftritt am besten an diesem Abend.

Doch auch Silbermond boten (für mich überraschend) eine gute Show. Mich störte an dieser Band vorher immer, dass sie (genau wie Juli) scheinbar auf der Erfolgswelle von „Wir sind Helden“ mitschwammen und sie hauptsächlich mit Tränendrüsenballaden bekannt geworden sind. Beide vorurteile muss ich jetzt negieren. Denn zum einen haben Silbermond musikalisch, bis auf das „Rock mit deutschen Texten und Sängerin“ nichts mit Wir sind Helden gemein. Zum anderen können sie auch ganz passabel (und nicht zu selten) Rocken, wie ich es bisher nur vom Track „Optimisten“ kannte. Des Weiteren ist anzumerken: Sängerin Steffanie ist echt ein Babe, redet aber sehr schnell und erinnert dabei an eine junge Version von Nena (Gott sei Dank ohne die Achselbehaarung!!) und die WM-Hymne singen die Sportis dann doch lieber selbst.


Samstag, der 24.06.2006:
Tatort: Delta Radio Bühne
Programm: The Kooks

Von den Briten The Kooks war mir vor diesen Abend kaum etwas zu Ohren gekommen (musikalisch), aber alle reden von ihnen, als wären sie das „Next Big Thing“ am Brit-Pop- Himmel. Auf 22.00 Uhr verschoben (aufgrund Deutschlands Beteiligung im Achtelfinale) enterten die Vier die Bühne. Dem Publikum, welches im übrigen im Schnitt 3 Jahre älter und hübscher als das des Tomte-Auftrittes war, schienen auf diesen Frodo Beutlin- Look-a-Like mit dem dunklen Locken und Schlafanzug-Schick gewartet zu haben und konnten teilweise sogar die angenehm Adam Green- mäßig, pubertär bis poetischen Texte mitsingen. Ich selbst brauchte gut 5 Lieder um mich einzuhören und in Stimmung zu kommen. Etwas spät, denn weitere 6 Lieder später (inklusive Zugabe) war der Spaß auch schon zu Ende. 60 min sind selbst für ein 5 €- Konzert einfach zu wenig. Vielleicht haben die 4 Briten ja damit gerechnet in der Ostseehalle vor ausgeverkauftem Publikum zu spielen.



3 Comments:

Anonymous Aitsch said...

Die Laith-Al-Deen-Derivate heißen übrigens "Rivo Drei"... Nix mit Rio ;-)

26 Juni, 2006 22:42

 
Anonymous tino said...

Also 60 min für 5 Euro sind doch ok...ich hab schon weniger für mehr als doppelt so viel Kohle gesehen.

27 Juni, 2006 21:57

 
Blogger Jay said...

Ok, 5 € sind nicht viel. Aber wenn man sich vor einen offenen, begeisterten, neuen Publikum präsentieren will und man über die Albumproduktion prahlt, das man sich unter 28 Songs für ca. 14 Songs entscheiden musste, dann kann man doch etwas längere Spielzeiten erwarten.

Was die drei lsutigen zwei angeht: Ist mir völlig wurscht ob die Rio, Rivo Drei oder River Light, oder Rio Grande oder Mum DRy hießen. Sie waren murks ;-)

05 Juli, 2006 01:47

 

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