Seelen- und Hirnexhibitionismus

Mittwoch, Juni 28, 2006

Mensa Wars (immer zwei es sind)

(iTunes spielt: Weird Al Yankovich – Livin’ la vida yoda)

14:00 Uhr Unimensa: Studenten mümmeln friedlich ihren Schnitzelteller mit vor Glutamat triefender Soße, Lerngruppen brüten über Matheformeln oder sonstigen Kram und die Mensahilfen verwischen die Essenspuren der Studenten, denen es in ihren Augen wahrscheinlich eh zu gut geht, von den Tischen. Nur zwei Studenten scheinen etwas ganz anderes im Kopf zu haben. (Nein, weder knutschen sie noch tauschen sie Fussballbilder.)

Als ich mich, mit einem Stracciatella schlabbernder Weise, wieder zu meinen Kommilitonen setze, bemerke ich sie. Einen offenen Spielkarton mit kleinen, scheinbar handbemalten Star Wars- Figürchen vor sich, fachsimpeln die beiden so begeistert von ihrem Spiel, dass ich mir vorkomme, wie auf einer Sci-Fi- Convention.

Ich muss einfach zuhören. Sie sitzen ja direkt hinter mir. Es geht wohl um ein so genanntes Table-Top- Rollenspiel und die beiden Nerds scheinen schon ihre Schlachtzüge für den bevorstehenden Spieleabend zu planen.

Nerd 1: Die Spielparteien sind ja auch voll unrealistisch aufgeteilt oder nicht?
Nerd 2: Wieso?
Nerd 1: Na ja, dass die Kopfgeldjäger mit zu Jabba gehören, dass passt doch nicht.
Nerd 2: Ach komm, Boba Fett hat doch zumindest mal für Jabba the Hutt Aufträge erledigt.
Nerd 1: Ja, aber eigentlich arbeiten Kopfgeldjäger immer alleine. Vor allem Boba Fett.

Nerd 2: Jaaa, aber eine Klonarmee plus einen Jedi kann man immer mal spielen!

An diesem Punkt bemerkte ich, dass ich vor ich vor lauter Amüsement ganz vergessen hatte mein Eis weiter zu schlecken und konnte gerade noch mit einen beherzten Haps peinliche Flecken auf der Hose verhindern.

My Schwenkgrill doesn't lie....

...hätten Wyclef und Shakira ihren Sommerhit getauft, wären sie letzte Woche in Kiel gewesen. Ein Tribut an alle armen Würstchen (ähm Verkäufer), die bei 28 Grad nicht die Eier sondern die Würstchen schaukeln, mit einer Inbrunst und Fürsorge, als würden sie ihr eigenes Kind auf der Schaukel anstoßen. Ich konnte sogar ein weibliches Exemplar der Fachschwenkgrillverkäuferzunft ausfindig machen, die sich mit ihrem Schaukelgrill dermaßen solidarisiert hatte, dass sie ihre "Hips" mit den hin und her schwenkenden Würschels sinchronisierte, während eben dieser oben genannte Song aus dem Boxen der Max-Bühne dröhnte.

Montag, Juni 26, 2006

Kieler Woche 2006 – Jay zieht Bilanz

(iTunes spielt: Silbermond – Verschwende deine Zeit)

Gott sei Dank! Morgen beginnt wieder eine normale Uni-Woche mit normalen Zeitabläufen und mit weniger sozialen Verpflichtungen wie Saufen, Feiern und all dem anderen „Generve“.

Nachdem ich über die ersten Konzerte (New Model Army und Tomte) ausführlicher berichtete, gibt es jetzt den Rest der KiWo-Eindrücke als Retro- Perspektive in Kurzform.

Donnerstag, der 22.06.2006:
Tatort: Njoy-Bühne (eigentlich NDR-Bühne)
Programm: Rio Drei, Culcha Candela, Silbermond

Es versprach ein bunt gemischtes Programm zu werden. Nach ein Paar munter zusammen gemixten Tracks vom N-Joy DJ und einigen überflüssigen Ansagen und Stimmungsspielchen der Moderatoren Haderland/ Kuhlage gingen Rio Drei auf die Bühne. Viel mehr als eine Maxi-CD mit Bonustracks hatte die junge Band scheinbar noch nicht zu bieten. Musikalisch muss man die drei wohl irgendwo im Krautrock-Pop-Bereich ansiedeln mit starkem Hang zum Kitsch a la Laith Al-Deen, den sie ja auch schon öfter auf das KiWo-Publikum losgelassen haben. Etwas unpassend: Die Aufschrift „Punk“ auf dem T-Shirt des Bassisten, der sichtlich bemüht war wie Flea von den Red Hot Chili Peppers zu posen. Haben die auf der Bühne vielleicht andere Musik aus den Lautsprechern gehört als wir?

Nach diesem mäßigen Einstand kamen Culcha Candela. Mit mal schnellen, mal langsamen, mal spanisch, mal deutsch, mal englisch spachige Reggae- und Ragga- Vibes konnten die 6 Köpfe schnell die Stimmung aufheizen. Nicht schlecht für eine Band von denen die meisten wohl lediglich ein Lied aus dem Radio kennen werden („In the city“). Musikalisch irgendwo zwischen Orishas und Gentleman gefiel mir dieser Auftritt am besten an diesem Abend.

Doch auch Silbermond boten (für mich überraschend) eine gute Show. Mich störte an dieser Band vorher immer, dass sie (genau wie Juli) scheinbar auf der Erfolgswelle von „Wir sind Helden“ mitschwammen und sie hauptsächlich mit Tränendrüsenballaden bekannt geworden sind. Beide vorurteile muss ich jetzt negieren. Denn zum einen haben Silbermond musikalisch, bis auf das „Rock mit deutschen Texten und Sängerin“ nichts mit Wir sind Helden gemein. Zum anderen können sie auch ganz passabel (und nicht zu selten) Rocken, wie ich es bisher nur vom Track „Optimisten“ kannte. Des Weiteren ist anzumerken: Sängerin Steffanie ist echt ein Babe, redet aber sehr schnell und erinnert dabei an eine junge Version von Nena (Gott sei Dank ohne die Achselbehaarung!!) und die WM-Hymne singen die Sportis dann doch lieber selbst.


Samstag, der 24.06.2006:
Tatort: Delta Radio Bühne
Programm: The Kooks

Von den Briten The Kooks war mir vor diesen Abend kaum etwas zu Ohren gekommen (musikalisch), aber alle reden von ihnen, als wären sie das „Next Big Thing“ am Brit-Pop- Himmel. Auf 22.00 Uhr verschoben (aufgrund Deutschlands Beteiligung im Achtelfinale) enterten die Vier die Bühne. Dem Publikum, welches im übrigen im Schnitt 3 Jahre älter und hübscher als das des Tomte-Auftrittes war, schienen auf diesen Frodo Beutlin- Look-a-Like mit dem dunklen Locken und Schlafanzug-Schick gewartet zu haben und konnten teilweise sogar die angenehm Adam Green- mäßig, pubertär bis poetischen Texte mitsingen. Ich selbst brauchte gut 5 Lieder um mich einzuhören und in Stimmung zu kommen. Etwas spät, denn weitere 6 Lieder später (inklusive Zugabe) war der Spaß auch schon zu Ende. 60 min sind selbst für ein 5 €- Konzert einfach zu wenig. Vielleicht haben die 4 Briten ja damit gerechnet in der Ostseehalle vor ausgeverkauftem Publikum zu spielen.



Freitag, Juni 23, 2006

Tomte (life in der Halle 400, Kieler Woche, 21.06.2006)


Nächste Station in Jay’s Konzertkalender: Die Hamburger Indie-Pop-Formation Tomte. Die Band im Delta-Radio-Kieler –Woche-Line-Up , den ich dieses Jahr den größten Besucheransturm zutraute, weshalb wir auch gut 1 ½ Stunden vor Konzertbeginn eintrafen (gibt doch keinen Kartenvorkauf). In der Halle 400 angekommen, der erste verwunderte Blick in die noch recht überschaubare Zuschauermenge. War ich auf dem falschen Konzert? Spielen heute doch Tokio Hotel? Oder wurde der Auftritt von Tobias Regener von der RSH-Bühne in die Halle 400 verlegt? Die ersten reihen im Publikum riefen bei mir eher Assoziationen von Realschulabschlussklassenausflügen hervor. Sollten Tomte etwa schon Bravo-Helden sein? – Memo an mich: Morgen die Bravo kaufen und nachgucken!

Die Halle füllte sich dann doch recht beachtlich und die Deltamoderation faselte irgendwas von ausverkauftem Haus. Und wenig später standen auch schon Thees Ullmann und Co. Auf der Bühne. Bereits der Opener "Was den Himmel erhellt" mit der Albumtitel gebenden Textzeile „Es leuchten Buchstaben über der Stadt“ zeigte schon, was uns diesen Abend erwarten sollte: Brit-Pop-ähnlicher Sound gepaart mit poetischen, deutschen Lyrics. Die Songs kamen live im Vergleich zu den sonst recht soft wirkenden Studioversionen angenehm rockig und verspielt rüber und Tomte konnten beweisen, dass sie eine mitreißende Bühnenshow jenseits jeder Schnörkel und Posertum hinlegen können.

Sehr zu Freuden der vermeintlichen Neuntklässler wurden vorwiegend die Songs des neuen Longplayers „Buchstaben über der Stadt“ runterperformed. Wenn dann doch mal ein Song des Vorgängerwerkes „Hinter all diesen Fenstern“ (wie z.B. „Die Schönheit der Chance“ oder „Schrei den Namen meiner Mutter“) gespielt wurde, konnte man den Kids ein deutliches Fragezeichen im Gesicht ablesen. Na ja, wenn es die Youngsters in Zukunft davon abhält Tokio Hotel zu hören, kann ich das nur unterstützen. Den größten Hit und Eintrittskarte in die Bravo-Schlagzeilen „Ich sang die ganze Zeit von Dir“ hoben sich die Jungs fast bis zum Schluss auf. Als feuerzeuglastige Zugabe gabs dann noch „Die Geigen bei Wonderful World“, welches einen weiteren Höhepunkt des Konzertes markierte. Spätestens an diesem Punkt hatten sie mich, dass ich ihnen noch 15 Tacken für ein T-Shirt in den Rachen schmeißen musste.


Mittwoch, Juni 21, 2006

“A link to the past” oder New Model Army (Life auf der RSH Bühne, Kieler Woche, 18.06.2006)


Um zu beschreiben, was diese Band für mich bedeutet muss ich kurz ein wenig ausholen. Vor meinem 11. Lebensjahr rotierten in meinem Kassettenrekorder nur Hörspiele von Alf (ich konnte den Song, den Alf in Folge 5 für Lynn singt auswendig!), Die Unendliche Geschichte und noch diversen anderen Trash, den ich nicht nennen will. Nur im Zimmer meiner älteren Brüder kam ich beim gemütlichen C 64er spielen in den Genuss deren Plattensammlung durchzuhören, in der sich neben Queen, Fury in the Slaughterhouse, Westernhagen und Grönemeyer auch eben jene britische Folk-Indie-Formation mit ihrem, in Vinyl gepresstem Goldstück „Thunder and Consolation“ fand. So wurde ich schon im jungen Alter auf hausgemachten Gitarrenrock geprägt, während meine Freunde sich fleißig die neuen Maxis von 2-Unlimited oder Ace of Base besorgten.

Umso gespannter war ich dann, als das KW-Programm auf den Auftritt von NMA hinwies. Für umsonst und open air, die alten Jugendhelden von mir, nicht nur zum ersten mal life zu sehen, sondern überhaupt einmal sehen. Denn Videostars waren sie eigentlich nie, auch wenn sie ein beachtliches Internationales Publikum ihr Eigen nenne durften. Die einzigen bekannten Videos von ihnen waren „51st State“ und „Vagabonds“.

Am Ort des Geschehens angekommen, viel mir zuerst das Publikum auf: Hauptsächlich Mittdreißiger, die scheinbar ihre verwaschenen NMA-Shirts nach 10 Jahren Mottenkur wieder aus ihrem Schränken geholt hatten. Pünktlich um 20:00 Uhr stürmten dann Sänger Justin Sullivan (rechts im Bild) und seine Mannen die Bühne. Für mich ein Augenblick der Wahrheit. Ich hatte mir Herrn Sullivan irgendwie anders vorgestellt. Optisch eine Mischung aus Detlev Buck und Iggy Pop ohne die eklig drahtigen Muskeln, aber dafür mit britischen Arbeiterakzent, wie man ihn von dem NMA-Songs kennt. Ich stellte mir vor die Band zusammen in einem Zugabteil zu begegnen – ich glaub ich wäre umgedreht!

Los ging es mit zwei der neueren Songs, die wohl kaum einer der anwesenden kennen dürfte, aber musikalisch doch das ein oder andere Deja Vu-Erlebnis mit sich brachte (musikalisch als auch lyrisch). Dann ließ sich Herr Sullivan (wie so oft an diesem Abend) wieder seine Akustische Gitarre reichen und die ersten Akkorde von „Stupid Questions“ erklangen, was mir den ersten wohligen Schauer über den Rücken streichen ließ. Dieser Song überrumpelte mich in diesem Moment einfach unvorbereitet so dass mir der Gedanke durch den Kopf schoss: „Ach ja, der Song war ja so was von geil damals (und heute immer noch).“ So ging es mir noch zwei drei weitere Male an dem Abend. Die beiden großen Hits (eben "Vagabonds" und "51st State") erkannte man schon bei den ersten Drumschlägen und brachten das Publikum in Verzückung, als wären die knapp 10 Jahre seit dem Erfolgszinith der Band nicht vergangen. Die Ballade „Green and the Grey“ brachte mich völlig in die alte Zeit zurück und machte mich fast ein bisschen wehmütig, bis ich diesen Freak sah.

Ein glatzköpfiger Altrocker (Bild unten), der auf den Schultern seiner Freunde stand und den Song Wort für Wort mitsang. Seine Gestik hätte ich wie folgt deuten können:
  1. eine merkwürdige Form des Macarena-Tanzes

  2. er flirtete mit Justin Sullivan

  3. er war in seinem früheren Leben Verkehrspolizist und dieses „alte Ich“ wurde durch den Song wieder hervorgeholt

Alles im Allen präsentierten sich NMA wieder als sehr gute Songwriter und Performer, deren Songs nichts an Zauber eingebüßt haben. Lediglich ein paar Mal nervte mich der Bandtypische erhoben Zeigefinger in den sehr politsich/ sozialkritischen Texten. Etwas unhöflich dem Kieler Publikum gegenüber wirkte zuerst die Wahl des letzten Songs "Get me Out", was jedoch durch die Zugabe "I Love The World" doch wieder versöhnt wurde.

Sonntag, Juni 18, 2006

Ich glaub ich muss weg

(iTunes spielt: Franz Ferdinand - You're the reason I'm leaving)

Samstag Abend, Stammdisco. Ein Mann, eine Frau, eine Coach, ein Dialog nach dem üblichen Bla Bla:

Jay: Und du bist öfter in Kiel?
Sie: Ne, eigentlich nur im Atrium. (sprich Äitrium)

Ähm jaaaa, ich muss dann mal weg!

Donnerstag, Juni 15, 2006

Sehr clever Jungs!

(iTunes spielt: Die Ärzte - Geld)

Meine Fresse, ich bin auch leichtgläubig! Da bekommt man die letzten Tage von allen Seiten diesen Link zu einer ominösen WM-Wette zugeschickt. Ein Typ wettet mit seiner "Freundin", dass sie bei 5 Mio. Besuchern auf seiner extra dafür eingerichteten Page beim WM-Finale nackicht über den heiligen Rasen flitzt. Vorher gebe es bei jeder neuen Millionen Visits ein weiteres Bild von ihr, am Ende im Adams- (ähm) Eva- Kostüm. Jaychen findet die Idee ja ganz putzig und verlinkt die Seite zunächst in seinem Blog.

Ich fragte mich schon, wie teuer es für die Gute werden könnte, wenn sie ihre Wettschuld am Ende einlöst. 800 € vielleicht? Ist aber geschenkt in anbetracht dessen, dass die Page mit Werbe-Pop-Up-Fenster versehen ist und der findige Netz-Unternehmen pro Mio. Visits schätzungsweise eine Summe von ca. 500 € einheimst. Kein schlechter Verdienst für eine trostlose, blaue HTML-Seite auf der irgendwann mal ein paar kleine Pics von ner nackigen Ollen zu sehen sein werden, die wahrscheinlich sonst 0190-Werbeanzeigen ziert.

Nachahmer- (oder vielleicht die selbe Mischpoke) Pages sprießen schon aus dem Nichts und wenn das so weiter geht (und es sich doch um flitzwillige Chics handeln sollte), dann dürfen wir zum WM-Finale ein Nudistenfest erwarten! Da fällt Go Leo mit seinem fehlendem Schlüpfer gar nicht mehr auf. Und ich spring da noch voll drauf an. -Peinlich, peinlich!

Mittwoch, Juni 14, 2006

Echte Helden!

(iTunes spielt: Sportfreunde Stiller – Dirk, wie ist die Luft da oben?)

Fahnen hängen aus den Fenstern, jedes kleinste Pupspub stellt lüdde TV-Geräte raus und Biergärten locken mit weißstichigen Leinwänden zur WM-Übertragung. Nur ein Deutscher wird die Spiele wohl nicht gucken. Ein gewisser, bescheidener aber großwüchsiger Würzburger hat die Frechheit etwas Wichtigeres zu tun. Denn während der Rest der Republik hofft, dass die Klinsi 11 im Spiel gegen Polen zwar mindestens wieder so oft das Leder in die Maschen drescht (aber bitte ohne die Scheunentor großen Lücken in der Abwehr) wie beim Eröffnungsspiel, dürfte Dirk Nowitzki wieder in einer Sporthalle in Miami stehen und sich auf Spiel 4 der NBA-Finals vorbereiten. Seine Dallas Mavericks haben nämlich gute Chancen auf dem Titel in der stärksten Basketballliga der Welt und er persönlich kann auf die begehrte Auszeichnung „Most Valuable Player of the Playoffs“ hoffen. Detlef Schrempf schaffte es seiner Zeit auch einmal ins Finale, war jedoch bei seinen Seatlle Supersonics nur die Nummer 3 auf der Leistungsträgerliste.

So könnte unser Dirk kurz vor dem Erfolg seines Lebens stehen und alles was ich davon mitbekomme (mangels Premiere- und DSF-Empfang) sind Berichte bei www.sport1.de.
Schon traurig. Selbst wenn ich DSF oder Premiere hätte oder eine Sportsbar besuchen würde müsste ich mir die Nacht um die Ohren schlagen, denn die Spiele laufen hier dank Zeitverschiebung erst gegen 3 Uhr nachts. Armer Junge der Dirk. OK, ich bezweifle, dass die Polen sich heute Abend über Tore ihrer Landsmänner Podolski und Klose freuen werden (ich würds an ihrer Stelle wohl erst nach dem Ausscheiden der Polnischen Mannschaft aus dem Tunier tun). Ein stärkeres Medieninteresse am Erfolg Nowitzkis, würde sicher den Deutschen Basketball weiter nach vorne bringen. So wird B-Ball weiterhin nicht mehr als eine größere Nischensportart für Deutschland bleiben. – Schade!

Montag, Juni 12, 2006

Kieler Woche 2006 – Jay’s Konzertplan

(iTunes spielt: Bela B. – Gitarre runter!)

Die Kieler Woche rückt näher und verdrängt in meinem Kopf schon wieder sehr erfolgreich sämtliche Arbeitspläne. Schön ist, dass die KW-Konzerte für mich ein bisschen wie Festivals sind, bloß ohne Dixi- Klos, mit zu Hause Duschen und Schlafen aber auch ohne freier Liebe. Und kosten tut der Spass auch wenig (nur bei Delta 5 Tacken für zwei Bands, was in Ordnung geht). Also hier meine vorläufige Eventplanung. Für euren eigenen Plan guckst du hier:

http://www.kiel4kiel.de/Topic13.html


Freitag 16.06.2006: Es locken mich:
20.00 Uhr Hans Werner Olm R.SH-Bühne
20.30 Uhr One Fine Day delta radio Bühne
(noch nie gehört von denen, spielen aber vor dieser Band)
22.30 Uhr Donots delta radio Bühne

Wird aber nichts, da Sportler Paardy :-(

Samstag 17.06.2006: Nischt für mich dabei. Ist nicht auch Fussi wieder?

Sonntag 18.06.2006: Unbedingt angucken, weil alte Jugendhelden von mir!
20.00 Uhr New Model Army R.SH-Bühne

Montag 19.06.2006: die Wahl schwankt noch zwischen:

19.00 Uhr Gwendoline MAX-Bühne
(nette Ärzte-Cover Band für lau)
oder
20.30 Uhr Dog Eat Dog delta radio Bühne
(welche ihre besten Tage schon hinter sich haben und 5 € kosten)

Dienstag 20.06.2006: wenn mir ganz langweilig sein sollte dann:
20.45 Uhr Lotto King Karl & Band mobilcom-Bühne

Mittwoch 21.06.2006: unbedingt, wenn irgend geht:
20.30 Uhr Tomte delta radio Bühne

Donnerstag 22.06.2006: wieder Wahl zwischen:
20.00 Uhr Silbermond, Culcha Candela und
Rivo Drei NDR-Bühne (wovon mich erstere weniger, zweiter mehr interessieren und letztere unbekannt sind) und ( eher favorisiert)
20.30 Uhr Sugarplum Fairy delta radio Bühne

Freitag 23.06.2006: Wieder nischt! Oder doch Truck Stop? ;-)

Samstag 24.06.2006: 20.30 Uhr The Kooks delta radio Bühne
(sollen netten Inselpop spielen, weiß noch nicht)
Sonntag 25.06.2006: 20.30 Uhr TempEau delta radio Bühne
+
22.30 Uhr Bosse delta radio Bühne

setzen sich wohl gegen

20.00 Uhr The Boss Hoss R.SH-Bühne +

21.25 Uhr Reamonn NDR-Bühne

durch.

Doch ganz schön viel alles. Mal gucken was ich davon durchziehen werde. Die Welt (vor allem die Uni) bleibt ja auch nicht stehen.

Eine Wette zum supporten

(iTunes spielt: Go Betty Go – C’mon)

Für einen engagierten Beitrag zur allgemeinen Unterhaltung beim WM-Endspiel folgt bitte folgendem Link:


http://www.svenswmwette.com/

Red Hot Chili Peppers – Stadium Arcadium

Es ist Sommer, die Sonne scheint, selbst in Norddeutschland sind knapp 30 Grad. Genau die richtige Zeit für den Release des neuen Peppers Albums. Das letzte Studiomaterial der Funkrock-Veteranen ist dann auch schon ein Paar Jahre her. Zuletzt zog man lediglich mit einem Best- Of und einem grandiosen Live- Doppel- Album eine Zwischenbilanz. Diese Zeit wurde jedoch für einen kreativen Schaffensschub genutzt, so dass Stadium Arcadium auf 2 CD’s mit insgesamt um die 120 min Spielzeit daherkommt.

Was die Qualität der neuen Songs angeht gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Das Neuwerk der Schillischoten ist perfekt produziert. Die schlechte: Das Neuwerk der Schillischoten ist perfekt. Wie schon bei den Milliardenverkäufen „Californication“ und „By the way“ werden wieder aufwendige Gitarrenriffs und Fleas charakteristische Flap- Basslaufstil geboten, währen Sänger Kiedis sich gesanglich und lyrisch selbst übertrifft. Allerdings wirkt das ganze fast zu perfekt produziert, zu routiniert als dass man sich über einzelne Songs besonders freuen könnte. Wo keine Tiefen, da keine höhen.

Viele Fans der früheren Werke, der Peppers wie der „Blood Sugar Sex Magic“ oder noch älteren Veröffentlichungen dürften ein wenig enttäuscht sein, denn die alte, rotzige Rohheit der alten Tage ist fast vollends gewichen. Energische Explosionen wie beim Californication-Opener „Around the World“ sucht man ebenfalls vergebens. Und doch findet man auf den beiden Silberlingen einen zauberhaften Augenblick nach dem anderen. „Desecration Smile“ z.B. wäre auf manch anderer CD das Herzstück und erreicht fast die Größe eines „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin. „Tell me baby“ hingegen wechselt sehr gekonnt zwischen Abgeh-Funk und melodiösen Mitsing-Gesang.

Alles im Allen kriegen wir ein abwechslungsreiches Meisterwerk geboten, mit dem sich alle vier Bandmitglieder erneut als Meister ihrer jeweiligen Zunft präsentieren, das jedoch weniger Smashhitpotenzial (was die Singles angeht) besitzt als die Vorgänger.

Sonntag, Juni 11, 2006

Sie nannte es „Stylistin“

(iTunes spielt: Green Day – Fashion Victim)

Man lernt nie aus im Leben. Zum Beispiel, dass die Regeln für einen guten Discosmalltalkeinstieg nicht in jedem Laden gleich funktionieren. So konnte ich in den meisten Fällen mit den Worten „Und? Studierst du auch?“ nichts falsch machen. Aber es lief auch mal anders: 3 Fehltreffer. In einem Fall artete das kommende Gespräch in eine Art „Was bin ich?“-Spielchen aus, so dass ich schon Ausschau hielt, ob denn Rudi Karrell nicht irgendwo zugegen war.

Nach dem üblichen Rüberzwinker- und Vorstellgeplänkel (was soll ich da erzählen), begann ich das Gespräch folgendermaßen:

Jay: Und ihr studiert?

Blondchen: Nee, ich arbeite.

„Ach nee, da geht’s dir immerhin anders als den Hartz IV-Empfängern, Glückwunsch! Also weiter bohren.“, dachte ich mir im stillen.

Jay: Und was arbeitest du?

Blondchen: Ich bin Stylistin.

Jay: Und wen oder was stylst du?

Blondchen: Menschen.

Oh gut, das schließt dann ja schon mal das Pudelfrisieren aus!“, grübelte ich weiter. Da sie weder dunkel gefärbtes Haar, gepaart mit einen bleich geschminkten Gesicht noch andere Ähnlichkeiten mit der „Addams Family“ oder „Six Feet Under“ – Protagonisten aufwieß und auch nicht. den schwarzen Humor, wie ihn nur Fernsehgerichtsmediziner besitzen hatte, konnte ich auch schlussfolgern, dass die von ihr gestylten Personen noch lebten.

Nun hieß es nur noch den grad ihrer stylischen Tätigkeit festzustellen (Irgendwo zwischen Make Up-Artist im Film „Alles Schlampen außer Mutti“ über Schaufensterdekorateurin bei Aldi bis hin zur Friseurin festzustellen.

Auf die Frage, wo sie denn arbeitete, nannte sie nur die Anschrift des Salons, der bei mir tatsächlich einen Friseursalon mit recht uninnovativen Namen ins Gedächtnis rief. Warum macht die da so einen Hehl draus? Die Tage der Mantafahrer-Witze sind doch echt gezählt. Sicher gibt’s genug Klischees aber da muss man doch irgendwie drüber stehen. War ich jetzt unsensibel? Ich hab keine Ahnung.

Jedenfalls reichte mir dieses Jeopardy für Arme, so dass ich kurze Zeit später den Laden verließ.

Dienstag, Juni 06, 2006

Glorious Popsong

(iTunes spielt: eben diesen Anbetungswürdigen Song von Tempeau)

Lang lang lag ich wach und dachte nach mit wundem herzen

über dich und mich und die zeit danach und wie wir uns verletzten

und ich seh dich komm und ich seh dich gehen und ich schmeiss dich aus meinem leben

ich lösch dich aus dem telefon und lege mich daneben


und wenn die nacht sich um die häuser schleicht und die hunde heulen deinen namen

wenn du geister siehst und nicht weiter weißt, erinner dich daran


ich werd dir verzeihn aber nicht mehr heut

vorbei ist vorbei, alles hat seine zeit

wir werden sehn was übrig bleib

aber heut, aber heut werd ich in frieden schlafen


machs gut meine liebe, du bist mein feind geworden

du zählst die dunklen wolken und wartest auf den morgen

zuviel gehört zu viel gesehn und nicht wirklich was bereut

ich werd dich nicht mehr wieder sehn in den gärten meiner zeit


und wenn die nacht sich um die häuser schleicht und die hunde heulen deinen namen

wenn du geister siehst und nicht weiter weißt, erinner dich daran


ich werd dir verzeihn aber nicht mehr heut

vorbei ist vorbei, alles hat seine zeit

wir werden sehn was übrig bleib

aber heut…


ich werd dir verzeihn aber nicht mehr heut

vorbei ist vorbei, alles hat seine zeit

wir werden sehn was übrig bleib

aber heut, aber heut, werd ich vielleicht

noch in frieden schlafen


Herr Plewka kann es eben doch noch! Selig’s Ohne Dich hat seinen würdigen Nachfolger bekommen! Reinhören bei: http://www.tempeau.de/

Donnerstag, Juni 01, 2006

Something to do!

(iTunes spielt: Alanis Morrissette - The only way out is through)

Wer kennt es nicht. Man fühlt sich schlaff wie ein Paar nasse Badesachen, hängt durch, keine Motivation und der Berg auf dem Schreibtisch will von alleine nicht kleiner werden, was die Motivation von nichts auf noch noch weniger dahinschrumpfen lässt. Das Selbewusstsein macht es der Motivation gleich, wenn der mentale Durchhänger auch die Erfolge in jeglicher Art von Lebensbelangen ausbleiben lässt. Kennt ihr nicht? - Ich ja. Und da muss ich jetzt durch! Deswegen wird mein Zimmer zur Erinnerung und zur Überwindung des inneren Schweinehundes jetzt mit folgender Liste, dem Masterplan, austapeziert!