Seelen- und Hirnexhibitionismus

Dienstag, Mai 09, 2006

Ob Drehbuchautoren wohl von Aliens entführt werden?

(iTunes spielt: Blink 182 – Aliens exist)

In anbetracht der Masse an Science- Fiction- und Mysteryserien die die letzten 10 Jahre über die Mattscheibe geflimmert sind, könnte man das schon denken. Die vorwiegend amerikanischen und kanadischen Drehbuchautoren verarbeiteten ihre traumatischen Begegnungen der dritten Art besonders erfolgreich, aber in den letzten Staffeln doch recht ermüdend, in „Akte X“. Weitaus weniger Erfolg hatte z.B. die Serie „Dark Skies“ trotz recht spannender Inszenierung und cleverer Idee: Der Plot spielte in den 60er Jahren und brachte zeitgenössische Ereignisse, mal mehr, mal minder glaubwürdig, in die UFO-Handlung ein. Nach dem lang gestreckten Ende der Vorzeigemystery Akte X wurde es dann erstmal ruhig um die grünen Männchen.

Bis letztes Jahr wo ein gewisser Herr Spielberg seine glupschäugige Lieblings- Jungschauspielerin (Dakota Fanning) im Kino vor großen Aliens davonlaufen ließ („Krieg der Welten“) und im TV als Aliennachkomme präsentierte („Taken“). Nicht nur die kleine Dakota erlebte einen solchen Rollenwechsel im selben Genre, sondern auch Eric Close, damals Hauptdarsteller von Dark Skies, durfte bei Taken als Mensch/ Alien- Hybrid zurück ins TV. Ebenfalls in Taken spielte Peter Coyote, der jetzt auch in der gestern angelaufenen Serie 4400 – Die Rückehrerseine Stirn über merkwürdige Vorkommnisse runzeln darf.

In den ersten 5 Minuten des Pilotfilm hatte ich zwei Ängste:

  1. Hoffentlich ist dies keine banale Neuauflage von Taken.

  2. Hoffentlich zeigen die nicht jede der 4400 Entführungen durch Außerirdische einzeln.

Denn darum geht es in 4400. Selbige Anzahl von Menschen wurden in einem Zeitfenster von ca. 80 Jahren von Ausserirdischen gesammelt wie Überraschungseier, um jetzt ungealtert und um einige „X-Men“-mäßige Superkräfte reicher, wieder aus ihrer Übergroßen Discokugel zu purzeln und dumm aus der Wäsche zu gucken. Zur Aufklärung dieser Ereignisse, dass nicht minder Mysteriös ist wie der Erfolg von Group Tekhan, wird (wie bei Akte X) ein ungleiches Ermitlerpäärchen eingesetzt, von denen der männliche Part, (auch wie bei Akte X) einen direkten Verwandten unter den Rückkehrern hat. Die Rückkehrer hingegen erwecken aufgrund ihrer Medienpräsenz und ihrer neuen Kräfte vor allem Angst, Misstrauen und Seperation (wie bei „X-Men“).

Trotz dieser Deja-Vus fühlt sich das Ganze neu an. Denn der Mystery- Part gerät ab und an in den Hintergrund um mehr Fokus auf die Charaktere zu legen, die sehr glaubwürdig gezeichnet werden. So wird die Serie in Fernsehzeitungen auch als „Mysterysoap“ betitelt, was tatsächlich nicht so schlimm ist, wie es sich anhört. Denn den Charakteren wird, zumindest im Pilotfilm, eine Menge Tiefe gewährt, was Fans ja auch an LOST so lieben.

So war ich doch am Ende angenehm überrascht von der Serie und bin schon gespannt auf die nächsten Folgen.

2 Comments:

Anonymous Lu said...

genau das dachte ich auch ... jetzt bloss nicht alle 4400 einzeln vorstellen und entführen lassen.

ansonsten mir noch einen ticken zu glatt und das mit peter hat erst einmal verwirrt in die TVzeitung gucken lassen.

10 Mai, 2006 09:58

 
Blogger Jay said...

Tja, sollte der Kerl sonst nochmal einmal irgendwo im TV sehen werde ich es sofort als Sci-Fi abtun.

10 Mai, 2006 18:25

 

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