Seelen- und Hirnexhibitionismus

Mittwoch, März 29, 2006

Sugarcult – Palm Trees and Power Lines

Hab gerade eine Kaufoffensive amerikanischer Punk- und Emo- Bands hinter mir in die ich Euch diese Woche einen kleinen Einblick verschaffen will. Warum? – Vielleicht sind es Erinnerungen an den letzt jährigen Floridaurlaub, vielleicht brauch ich auch nur ein bisschen Abwechslung vom Brit-/ Schwedenpopeinerlei, der im Moment die Rockcharts dominiert. Anyway, den Anfang machen Sugarcult.

Auf Sugarcult bin ich auf zwei Wegen aufmerksam geworden. Zum einen über den Soundtrack des dritten Teils der US- Teeny- Klamotte „American Pie“ auf dem „Bouncing off the walls“ zu hören war. Zum anderen durch einen Songbeitrag („Memory“) beim Playstationracer „Burnout 3 – Takedown“ welches für mich einige Rockneuentdeckungen bereithielt (z.B. My Chemical Romance oder Atreyu).

Der Titel des letzten, 2004 erschienenen, Sugarcultalbums erklärt den Sound der Jungs schon ganz gut. „Palm Trees and Power Lines“ heißt auf Deutsch: sonniger, kalifornischer Surfcore/ Spasspunk. Ein Album für diejenigen, denen Blink 182 zu rotzig klingen, keine politischen/ sozialkritischen Inhalte brauchen wie auf Green Days „American Idiot“ und Simple Plan zu unreif sind.

Wie schon auf „Start Static“ präsentieren sich Sugarcult als eine Art vielseitige Punk-Boyband, zwar ohne Tanzchoreografie aber mit vielen Herzschmerzinhalten. Die Songs variieren zwischen treibenden Punknummern (allen voran „Memory“ packt einen sofort, so dass man sich gleich beim ersten Hören beim Mitsummen erwischt), klassischen Rocknummern wie „Destination Anywhere“ und gefühlsduseligen Balladen wie „Back to California“ oder „Over“.

Manchmal wirken die Texte, als ob sie direkt aus dem Poesiealbum eines High School Schülers stammen würden. Das ist gleichzeitig Schwäche und Stärke von Sugarcult. Irgendwo wird sich jeder Heranwachsende bis Mitzwanziger in den Songs wieder finden können. Besonders die rockenden Bräute werden die Jungens, die mit samtweicher bis zerbrechlicher Stimme über Gefühlsangelegenheiten trällern bestimmt total knuffig finden. Die Songs gehen verdammt schnell ins Ohr. So schnell, dass ihnen teilweise fast der Wiedererkennungswert von Genrekollegen wie Blink 182 verloren geht. Da letztgenannte die Gitarren an den Nagel gehängt haben, brauchen sich Sugarcult trotzdem keine großen Sorgen machen.

Spaß macht ihre Musik auf jeden Fall. Nichts neues, aber das auf hohen Niveau.

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