Seelen- und Hirnexhibitionismus

Samstag, März 04, 2006

Jetzt 30% weniger!!!

(I-Tunes spielt: Tip Top – Tip Top)

Wer kennt sie nicht? Die Aufdrucke die alle möglichen Produkte im Supermarkt zieren: Der Twix- Keks ist noch knuspriger, die Mirakuli-Packung enthält 30% mehr Inhalt, Maggi Ravioli Diavoli schmecken auch kalt, Burger King wirbt mit der „Burger Initiative“ (mehr Burger für weniger, für alle) und überhaupt steht überall „Jetzt mit verbesserter Rezeptur“. Warum? Nicht nur weil Geiz geil ist, sondern weil der kleine (Ich bin nie Zufrieden)- Mann in unseren Köpfen sitz und permanent mit seinem Vorschlaghammer gegen unsere Stirn hämmert. Da fällt mir eine Szene aus Hot Shots 2 ein:

Topper Harley, alias Charly Sheen sitzt in einen Truppenflugzeug neben seinen Kameraden bereit zum Absprung ins Krisengebiet. In seinen Händen Charles Dicken’s „Große Erwartungen“.
Der Soldat neben ihm: Und? Wie ist das Buch?
Topper: Mmh, hab mir mehr davon erhofft.

Ja, das tue ich auch öfter. Mehr erwarten. Häufig zu Unrecht. Denn nichts was man bekommt ist selbstverständlich, nicht einmal die 20 g mehr im Nutella-Glas. Warum also nicht mal mit weniger zufrieden geben? Oder besser: Weniger ist mehr. Nicht umsonst sind die teuersten Müslis in den kleinsten Packungen und auch die Giotto-Kügelchen sind so winzig, dass sie selbst in einer Espressotasse verschollen gehen. Natürlich geht es hier eigentlich nicht um furztrockene Gebäckkügelchen, die zwischen den Zähnen kleben bleiben.

Es geht um das schöne Geschlecht, um die Erwartungen, die ich an sie und an mich habe, die doch bitte alle auf einmal erfüllt werden sollen. Wenn nicht, werden diese natürlich nicht nach unten korrigiert wie es logisch wäre, wenn eine Zielvorstellung nicht erreicht wird. Nein, in dem Punkt ist der Mensch häufig höchst unlogisch. Mit jeder Enttäuschung wächst mitunter die Erwartung nach dem Motto: „Beim nächsten Mal muss aber alles Perfekt sein!“ Aber wir sind hier nicht bei „Wünsch Dir Was!“, Texte wachsen nicht auf Bäumen, Beats kommen nicht mit der Post und auf Klo duftet es nicht nach Rosen!

1 Comments:

Anonymous Hank said...

Endlich hat einer den kasperletheather genannt "Leben" verstanden.

04 März, 2006 15:17

 

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