Seelen- und Hirnexhibitionismus

Samstag, Februar 11, 2006

Affentheater und Mannsbilder

(I-Tunes spielt: Gorillaz -19-2000)

Jetzt hab ich ihn auch endlich gesehen: Peter Jackson’s supi dupi, 200 quadrillionen-schlubbidiwup-milliarden-Dollar-Remake des 30er Jahre Affentheaters. Muss sagen, ich war tatsächlich genauso beeindruckt von den Motion-Capturing aufnahmen, sowie der Computernachbildung des New Yorks der 30er Jahre, wie wohl damals die Leute mit offenen Mündern die heute albern wirkenden Stop-Motion aufnahmen des Spielzeugäffchens ansahen. Ex-Gollum Andy Serkis hat für die „Rolle“ des Kong bestimmt ne Menge Zeit im Zoo verbracht. Hätte mir auch viel Spass gemacht wie ein Besengter durch den Dschungel zu tollen, Gummidinos zu vermöbeln und mir wie blöde auf die Brust zu trommeln. Aber vielleicht stell ich mir das ja zu romantisch vor.

Die Kinorezi überlasse ich an dieser Stelle lieber
  • Frau Gröner
  • oder
  • IMDB
  • .

    Viel mehr muss ich doch über die Faszination, die ja anscheinend bereits knapp über ein Jahrhundert von den übergroßen Lou Ferigno- (der Unglaubliche Hulk) Look-a-Like mit Affinität (ha, geiles Wortspiel wa?) zur vergleichsweise kleinen, weißen Frauen ausgeht, nachdenken. Was ist so faszinierend an der Banalen „Insel mit Riesenaffen, der sich in weiße Frau verliebt und am Ende tränenreich vom Empire-State-Building geballert wird“- Geschichte. Gibt es da irgendeine implizite Message in diesem Film wie „Buche nie ne Reise nach Skull Island, wenn die Riesengorillas brunftig sind!“? Ist es die Kindheitserinnerung des Kong-Erfinders, wie beim Ausziehen der Barbiepuppe seiner kleinen Schwester seinen ersten Ständer bekommen hat? – Ich würde ihn das gerne fragen.

    Heute könnte man Kong als Gegenstück zum Trend der Metrosexuellen Männer mit rasierter Brust und Eyeliner a la David Beckham sehen. Endlich mal wieder ein echtes Mannsbild als Filmheld, der grunzt, sich die Fußnägel nicht schneidet und nicht mal einen Lendenschurz trägt. (Bei Lendenschurz fällt mir ein, dass eigentlich längst mal wieder ein Tarzan-Remake dran wäre.) Ein Held, der nicht viel redet, sondern handelt, der aber auch mal mit seinem kleinen Goldstück von Frau Sonnenaufgänge beobachtet und rührend tapsig Eislaufen geht. *Süüüüüß*, höre ich das weibliche Publikum seufzen. Jaaa, so muss ein Mann sein.

    Das gilt aber nur für die neueren Verfilmungen. Denn in den 30ern gab es noch keine Metrosexuellen (zumindest nicht den Trend). Obwohl, David Beckham lässt sich auch heute noch häufig in Schwarz-Weiss für die Werbung ablichten. Hätte schon gepasst! Ist es vielleicht doch eher eine „Mensch gegen Natur-Metapher“? Oder will der Film gar aussagen, dass Beziehungen zu impulsiven, animalischen aber romantischen Männern/ Affen keine Zukunft haben und Frau lieber den bodenständigen, schmalbrüstigen und schöngeistigen Adrien Brody (alias Jack) nehmen sollen? Ich weiss es nicht!

    Oder es ist doch einfach nur Effektkino, völlig trivial. Da kann ich ja das nächste Mal den Tiefgang in „Power Rangers – The Movie“ oder „Die Biene Maja – Folge 6“ suchen.

    1 Comments:

    Blogger Jay said...

    Jaha, hier darf kommentiert werden! ;-)

    11 Februar, 2006 20:12

     

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