Seelen- und Hirnexhibitionismus

Donnerstag, Januar 05, 2006

Generation Gefühlsanalyse

(I-Tunes spielt: Die Toten Hosen: Was zählt)

Es fällt mir immer wieder auf, in eigenen Erfahrungen oder aus Erzählungen von Freunden: Es scheint, als ob nur die wenigsten Beziehungen mit uneingeschränkten Glücksgefühlen, rosa Brille inklusive, beginnen. Daran dachte ich erst neulich wieder, als eine alte Freundin mir von ihrer neuen Flamme erzählte. Vielleicht ist es nur mein subjektiver Eindruck, aber irgendwie hat doch jeder sein Kreuz zu tragen, Wunden zu lecken und böse Geister zu besiegen. Jeder hat Erwartungen bis nach Meppen, erwartet so was wie die „Eier legende Woll-Milch-Sau“, ist aber auf Grund seiner Ängste selbst nicht bereit 100 % zu geben. Dem anfänglichen Glücksgefühl wird irgendwann nach der dritten enttäuschenden Beziehung nicht mehr getraut. Schließlich hatte man selbige bei dem letzten Partner auch einst und das war ja auch nicht das Richtige. Stattdessen fragt man sich schon früh: „Wo ist der Haken? Was steht im Kleingedrucktem des zu unterzeichnenden Vertrages?“.

Man ist ja heute so schlau. Der Stern sagt einem, dass das Verliebtheitsgefühl nach der ersten Nacht mit der Neuen eine logische biologische Konsequenz des Beischlafes ist und zitiert eine Biologin: „Deshalb schlafe niemals mit jemanden den du nicht ausstehen kannst! Du könntest dich in ihn/ sie verlieben!“ Bücher mit Titeln wie „How to make anyone fall in love with you“ machen uns bewusst, dass die Körpersprache beim menschlichen Balz nicht weniger instinktiv und deutbar ist, als das Radschlagen eines männlichen Pfaus. – Wer will das denn wissen? Andere sagen, dass der Mensch das einzige Lebewesen sei, dass sich seine Partner „bewusst“ aussucht. Wäre ich an der Stelle von Neo in „The Matrix“ würde ich jetzt die blaue „schnell wieder vergessen und weiterträumen“- Pille nehmen. Viele gehen mittlerweile dazu über nicht mehr direkt nach ihren Gefühlen zu Handeln, sondern sie wie ein Pantoffeltierchen unterm Mikroskop, mit einer gehörigen Portion Distanz zu analysieren und zu zerreden. Um es mit dem Worten von Hausmarke von den Fantis zu sagen: „Jeder hat Schiss, dass er auf der Strecke bleibt. Sein Leben lang wie ne Motte um das Licht an der Decke kreist.“

1 Comments:

Anonymous Bateman said...

Jeder/Jede ist momentan mit dem/der zukünftigen Ex zusammen!

08 Januar, 2006 19:20

 

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