Seelen- und Hirnexhibitionismus

Montag, Januar 30, 2006

Die Revolution läuft ohne mich?

(I-Tunes spielt: Die Ärzte: Kopfüber in die Hölle)

Dieses unscheinbare Flugblättchen sah ich heute Mittag gegen 13.45 Uhr auf meinen Tisch in der Kieler Mensa liegen als ich mir, mehr oder weniger genüsslich, meine Portion Brockollirösti mit einer Soße, die angeblich nach Dill schmecken soll, vertilge. Ja potz Blitz! Da fangen die doch glatt ohne mich an. Mein schlechtes Gewissen hatte mir doch fest vorgeschrieben nicht tatenlos zu zusehen wie armen Bafög- Studenten wie mir das Geld aus der Tasche gezogen wird ohne Gegenleistung. Fest steht ja noch nichts, aber laut Aussage eines Kommilitonen von mir, sollen unangenehme, politische, unibezügliche Beschlüsse gerne in den Semesterferien veröffentlicht werden, da dann eben die meisten Studenten in ihren Heimatstädten sind und folglich der Aufschrei klein wäre.

Kann ja sein, dass alles schon beschlossene Sache ist und Unwillensbekundungen, in Form von Demonstrationen von Seiten der Studenten, die entwicklungen nicht aufhalten. Aber man solls den da oben ja auch nicht zu einfach machen, gell? Schon jetzt sind einige Aktionen angedacht. Ja, ich hab ja auch keine Zeit (Lernen und so), aber nächste Woche müsste ja eigentlich ein Großteil der Studenten durch sein mit Klausuren, oder?

Also Appell an alle studierenden, kieler Leser. Hier informieren und mitmachen! Ich werds tun!

  • Bildung am Abgrund

  • Samstag, Januar 28, 2006

    Lazy Day

    (I-Tunes spielt: Die Ärzte: Langweilig)

    Wer kennt es nicht? Eigentlich habe ich keinen Stress heute, hätte also genug Zeit mal was für die Uni zu machen. Eine Woche noch bis zu den Klausuren. Die Schmuckfee ist Arbeiten, die Mitbewohner und Freunde auch im Stress. Aber die Motivation ist gleich null. Mhhm, Abwaschen könnt ich noch. - Geschehen! Wäsche Waschen. - Geschehen. Zimmer aufräumen. - Geschehen. Noch schnell bei "World of Warcraft" Online gehen um zu schauen, ob es im Auktionshaus neue Schnäppchen gibt. - Geschehen. Was essen. - Nicht hungrig (schade!). Blumengießen. - Hab keine (bzw. sind schon tot). Blogslesen. - Nee, zu hohe geistige Anforderungen. Notizen aufräumen. - Dann wär ich morgen noch nicht fertig. Socken nach Grauton sortieren (dezentes "Grau Grau" oder "freches Maus-Grau").

    OK, ich hab keine Ausflüchte mehr. Ran an die Arbeit. Ach nee Simpsons fängt gerade an. Wenn das durch ist, hab ich bestimmt auch wieder hunger, muss danach das Geschirr abwaschen....

    Donnerstag, Januar 26, 2006

    Das Faultier und ich

    (I-Tunes spielt: Maroon 5: Woman)

    Ich wusste bisher nicht viel über Faultiere. Lediglich, dass sie in Computeranimierten Filmen (besonders wenn sie von Otto sinkronisiert werden) eine gute komödiantische Figur machen. Langsam sollen sie sein, schläfrig und genügsam. Neulich (so ca. vor 5 Wochen) ist mir eins zugelaufen. Ich merkte schnell, dass es etwas Pflege brauchte. Der Vorbesitzter kannte sich offenbar nicht gut mit Faultieren aus, so dass es zum Zeitpunkt zu dem ich es gefunden hatte, etwas verstört und schreckhaft wirkte.

    Mit viel Liebe, Fürsorge und Geduld nahm ich mich dem äußert pussierlichen, reizenden, verschmusten Geschöpf an. Doch woher sollte ich wissen wie man mit so einem exotischen Tier umgeht? Zweifelsfrei musste es auch mit mir viel Geduld haben. Es gab Momente in denen der kleine Baumbewohner nicht so ganz zu wissen schien, ob ich wirklich wissen würde, worauf ich mich da eingelassen habe. Aber da hatte ich das süße Wesen schon fest in mein Herz geschlossen.

    Wie gesagt, Faultiere sind tatsächlich langsam. Und so dauerte es auch eine Weile, bis sich der kleine Säuger bei mir wirklich sicher und wohl fühlte. Aber wenn ein Faultier erstmal einen gemütlichen Ast zum runterhängen gefunden hat, ist es davon auch schwer wieder wegzukriegen, habe ich mir sagen lassen. Und so hänge auch ich: Hals über Kopf!


  • Mehr über das Faultier
  • Montag, Januar 23, 2006

    Lernen, lernen, popernen

    (I-Tunes spielt: Fort Miner: Believe Me)

    Da ist sie wieder die Angst vor dem lehren Blatt. Tja, was soll man auch schreiben, wenn das Semesterende ansteht, der Druck wächst und man sowieso alles aufschiebt, was nicht zwingend in den nächsten 2 Tagen gemacht werden muss. Mein Lernmotto "Kopieren geht über studieren" zieht jetzt langsam nicht mehr. Der Stress ist zum Großteil selbst produziert, aber die Einsicht darüber, hilft mir jetzt im Moment auch nicht mehr.

    Davon abgesehen sind bei mir im Moment manche Ereignisse, Eindrücke und Gefühle so beständig wie der Wert eines neuen PCs, der schon beim heraustragen aus dem Laden 15 % seines Wertes verliert. Bin ohnehin davon ab, mir jeden Tag den Druck aufzuladen etwas bloggen zu müssen. Soll ja ein Hobby bleiben und ich will mir nicht vorwerfen lassen, dass ich dafür etwas oder jemanden vernachlässige. Ich lasse mich gerne durch Kommentare vom Gegenteil überzeugen, doch ich glaube dass es eh bisher keine bis wenige Leser meines Blogs gibt, die täglich Lesen.

    Freitag, Januar 20, 2006

    Soundtrack of our lifes

    (I-Tunes spielt: Hoobastank: The Reason)

    Und wieder eine Klasse Aktion, die sich durch dutzende von Blogs zieht. Herr Monovinyl lädt zum fröhlichen Samplerbacken inklusive verspätetem Wichteln ein. Eine Klasse Idee, wie ich finde. Da ich sowieso gerne Leuten meinen Musikgeschmack aufdränge, bin ich da doch dabei. Musik ist doch sowieso mehr als nur Unterhaltungsmedium, sondern eher Soundtrack für jede Lebenslage, Gefühlsregung oder Lebensabschnitt. Deshalb gibt es ja auch immer Songs, die einen zum Beispiel an die Ex erinnern. Schade eigentlich, dass man auf diese Weise, ab und an für eine gewisse Zeit, den ein oder anderen Song, der es eigentlich nicht verdient hätte aus dem Player verbannt zu werden, dismissen muss. Daher würde es eigentlich Sinn machen, sich eine Flamme zu suchen, die einen Musikgeschmack hat, der zwar leicht zu ertragen ist, aber nicht hundertprozentig mit dem eigenen übereinstimmt.

    Aber wo waren wir? Ach ja, das Samplerwichteln. Ich bin dabei und nach Aktionsende gibt es bei mir die Trackliste inklusive Legende, was die Songs für mich bedeuten. Außerdem werde ich präsentieren, welchen Sampler ich im Gegenzug bekommen habe. Wer Bock hat mitzumachen, folgt bitte diesen Link:


  • Championship Vinyl
  • Donnerstag, Januar 19, 2006

    Gebührend dagegen

    (I-Tunes spielt: The Kaiser Chiefs: I predict a riot)

    „WIR PREISEN DIE HENKER IM LAND DER DICHTER UND DENKER“ prangte es in großen Lettern von einer Leinwand vom Verwaltungsgebäude der Uni als ich heute Morgen zu meinem Seminar fuhr. Der Eingang des Gebäudes zierte eine Leinwand: „BESETZT“. Plötzlich erinnerte ich mich dunkel. Da war doch was… Ach ja, aus irgendeinem Grund sind am Mittwoch die Mehrzahl der Kurse ausgefallen. Ja genau, die Vollversammlung der Kieler Uni. Da ging es unter anderem um die Einführung von Studiengebühren (wer glaubt diese könnten tatsächlich der Uni zu gute kommen, glaubt auch an Elfen und Kobolde) und die wahnsinnig tolle Idee einer Landes- Uni (weniger Demokratie, mehr Bürokratie, weniger Dozenten auf die gleiche Anzahl von Studenten). So sagte es zumindest der Flyer, den ich bei einem Kumpel rum liegen sah. Hätte mich eigentlich interessieren sollen. Warum eigentlich nicht? Bin ich zu satt? Glaube ich, dass mich das nichts angeht? – Nein. Aber da die Studiengebühren ja noch nicht eingeführt sind, musste ich mein Geld beim Einkaufsbummel mit der Schmuck- Fee verprassen. Das „schlau machen“ habe ich dann Ansatzweise nachgeholt, den Kieler Nachrichten sei Dank! Ich hab mir vorgenommen, dass im Auge zu behalten. Zur Not geht’s auf die Straße!


  • Was ging auf der Vollversammlung?
  • Montag, Januar 16, 2006

    „Die männliche Menstruation…

    (I-Tunes spielt: Deichkind: Rauf und wieder runter)

    … ist ein Thema voller Missverständnisse und Tabus.“, höre ich schon die Werbung erklingen. Warum? Nun ja, früher gab es ja auch nur den Muttertag, der nicht nur die Floristen das DM-Zeichen in die Augen treiben sollte, sondern vor allem die Mütter für ihre Tapferkeit im Kampf mit Haushalt und Kind auszeichnen sollte. Da Männer nun mal leider (äh Gott sei Dank) keine Kinder kriegen können, fühlten sie sich stark benachteiligt und forderten ihren eigenen Tag, an dem sie nicht irgendeine erbrachte Leistung, sondern einfach die Tatsache, dass sie ein Y-Chromosom besaßen, feiern konnten. Endlich ein Tag mehr, an den man sich einfach mal zum Mond und zurück schießen konnte und trotzdem von seiner Squaw keins aufs Dach zu bekommen. – Ist ja Vatertag! Seitdem sah man an Himmelfahrt Horden von nach Urin und Alkohol stinkenden Karawanen Bollerwagen hinterher ziehend, grölend, Frauen anlallend durch Feld, Wiesen und Straßen laufen und „Bierkasten-Rennen“ veranstalten. Warum ich dieser recht jungen Tradition bisher nicht beiwohnte? – Lass ich mal dahingestellt. Mögliche Antworten wären diese hier. Sucht Euch eine Aus!

    a) Ich bin noch nicht Vater. (Stört sonst aber auch ja keinen.)

    b) Ich habe keinen Bollerwagen.

    c) Mir ist das alles zu Niveaulos.

    d) Ich brauche keinen besonderen Tag im Jahr um mich daneben zu benehmen.

    Und wo wir gerade bei Neid auf das weibliche Geschlecht sind: Warum haben wir keine anatomische Eigenart, die es uns erlaubt an mindestens 3 Tagen im Monat launisch, leicht reizbar, melancholisch, albern, vergesslich, verletzend, wehleidig, melancholisch, faul, träge, launisch, leicht reizbar, melancholisch, albern, vergesslich, verletzend, wehleidig, melancholisch, faul, träge, launisch, leicht reizbar, melancholisch, albern, vergesslich, verletzend, wehleidig, melancholisch, faul, träge, launisch, leicht reizbar, melancholisch, albern, vergesslich, verletzend, wehleidig, melancholisch, faul, träge (*hechel* wie hab ich den Satz noch gleich angefangen?) zu sein ohne, dass es jemand wirklich nachtragen kann. „Was? Ich hab mit dir Schluss gemacht? Das musst du nicht so ernst nehmen Schatz. Ich hatte doch meine Tage.“ – „Ach so, dann ist ja kein Problem.“ So etwas brauchen wir Männer auch! OK, ich gebe zu: Sooo toll ist das dann vielleicht auch nicht mit der Menstruation. Aber ich würde so manches Magengeschwür und so manche Hitzewallungen in Kauf nehmen um einen derartigen Freifahrtsschein zu bekommen.

    Samstag, Januar 14, 2006

    2000 Mädchen (Part II)

    (I-Tunes spielt: Blumentopf: Was der Handel?)

    … (weiter geht’s) Dann wären da noch die Kursschönheit sowie die Kopier-Fee aus dem Mittwochskurs (der, der bereits in „Wack Wednesday“, His name was „Robert Paulson“ und „Nass, gelangweilt, hungrig“ thematisiert wurde) und natürlich Frau „F 115“ X (nachzulesen in „Jungs Sache“). Nun, was haben diese 4 Frauen gemeinsam? Eigentlich nichts, außer dass sie nett anzusehen und ansprechbar sind, sie zwei Beine haben, welche von ganz lang (Frau X) bis ganz kurz (Kursschönheit) reichen, und die anderen Gliedmaßen auch in gleicher Anzahl vorhanden sind. Und da ist noch etwas: Wenn es plötzlich eine ernst zunehmende Bekanntschaft gibt, kann ich sie mir genau so schnell wieder madig machen, wie ich sie mir zuvor auf ein Podest gehoben habe. Frau X hatte schon einen eigenen Beitrag, da brauch ich nicht weiter drauf eingehen.

    Die Argumentation, warum ich die plötzlich nicht mehr so dufte finde, ist dabei häufig genauso oberflächlich wie die für die vorige Schwärmerei, wenn nicht sogar identisch. Wie z.B. im Falle Kopier-Fee. Optisch passt an ihr einfach alles. Blonde Haare, ein Gesicht, dass so zart und anmutig ist, dass Audrey Hepburn (zu ihren besten Zeiten) wie Miss Piggy auf der Flucht aussehen lässt, ein Körper, der dem in nichts nachsteht gepaart mit der Kunst das Beste aus ihrem Typ zu machen. Und da ist auch schon der Harken: Sie weiß, dass sie gut aussieht. Es ist ihr Kapital und sie wirkt entsprechend kühl. Das Problem an einem perfekten Aussehen (so zumindest meine Meinung, teils aus eigener Erfahrung ;-)): Die Leute sind nett zu einem ohne, dass man selbiges Verhalten selbst aufbringen muss. Also warum nett sein, wenn man die Bestätigung auch so kriegt? Manche scheinen dadurch ihre Offenheit (falls jemals vorhanden gewesen) zu verlieren. Könnte ja in Stress ausarten, wenn sich plötzlich die gesamte Fakultät von einem ermutigt fühlt.

    Die Kursschönheit: Ihre mit ca. 1,50 m relativ zierliche Erscheinung gepaart mit ihren Puppengesicht (Stupsnase und dunkle Knopfaugen inklusive) erweckt in mir einfach den männlichen Beschützerinstinkt. Auch sie ist sich offensichtlich ihrer Wirkung auf Männer bewusst, schafft es dabei aber (dass was die meisten Frauen heutzutage nicht mehr hinkriegen) eine gewisse Pietät zu wahren ohne dabei reserviert zu wirken. Daumen hoch! Aber die Kosten für die Hexenschussbehandlung will meine Krankenkasse nicht Zahlen. Das haben die mir schon verklickert. Wäre dann ja fast Vorsätzlich von mir verursacht. Also weiter.

    Susi ist wohl noch die Bodenständigste und natürlichste im Bunde. Mit Make- Up und Mini wird man sie nie sehen, was eigentlich für sie und ihren Charakter spricht. Doch kann es sein, dass meine Wahrnehmung durch eine Weile Einsamkeit getrübt werden konnte? Mir ist vor meiner Begegnung mit der Schmuck-Fee nie aufgefallen, dass Susi ne leicht schiefe Kauleiste hat. – Komisch! Was mich gleich zu meinem Resümee bringt. Wie schon der Film „Closer“ (oder im deutschen „Hautnah“) schon beleuchtete: Fantasie scheint doch eine sehr große Rolle zu spielen wenn Männlein und Weiblein aufeinander treffen. So sagt Julia Robert’s Charakter so etwas wie: „Man, they don’t like us they love dreams!“ bzw. “They love how we make them feel.” Irgendwie stimmt das.

    Das und die Tatsache, dass schwach leuchtende Sterne neben einen grell leuchtenden Stern einfach nicht mehr auffallen.

    Nachlesen:


  • Wack Wednesday

  • His name was Robert Paulson

  • Das wäre ihr Preis gewesen!

  • Jungs Sache!
  • Mittwoch, Januar 11, 2006

    2000 Mädchen

    (I-Tunes spielt: Die Ärzte: Tittenmaus)

    Also ich weiß ja nicht wie es euch ging in eurer Pubertät damals, aber ich war ein Drama King. Ich war zwar nicht immer ernsthaft verliebt, doch wenn nicht, dann sah ich zumindest zu, dass ich einen Schwarm hatte. Denn so wurde die Schulzeit doch um einiges spannender. So stand ich morgens auf, hatte eigentlich keinen Bock auf die Penne aber eins (mit Ausnahme der grandiosen Schokocroissants bzw. Laugen-Käse-Baguettes aus dem Kabakeller) motivierte mich dann doch immer wieder zum hingehen. Der Gedanke: „Ach, heute sehe ich wieder die süße Maus aus dem Französischkurs!“ (*schmacht*) Ich habe es damals nie gebacken bekommen, ihr mitzuteilen, dass sie meine Französischmuse war und ich ja nur wegen ihr morgens aufgestanden bin. Zwei Jahre später sollte sie mir erzählen, dass sie mich wohl auch ganz dufte fand. Ich dachte da nur: „Wie? Das tust du doch jetzt auch noch!“ Doch geändert hätte dass die Situation mit der verpassten Chance auch nicht.

    Heute bin ich zwar um einiges abgewichster, kriege nicht mehr bei jedem Zungenkuss einen St**** und bin überhaupt der coolste. Aber eines hat sich (zumindest in Solozeiten) nicht geändert. Der Weg zur Uni läuft sich einfach leichter, wenn man weiß, dass es dort gute Augenpflege gibt. Wenn man(n) Sprachen studiert ist das nun mal so. Frauen reden einfach gerne und deswegen sind diese Fachbereiche echt angenehm (grüße gehen raus an alle Maschinebau- und Informatikstudenten!). Zudem verspricht mein zukünftiger Beruf finanzielle Sicherheit (wenn auch gewiss kein Reichtum) und suggeriert, dass ich genug Sozialkompetenz besitze um nicht nur mein Erbgut bei einer möglichen Zusammenkunft mit den anderen Geschlecht beizusteuern, sondern auch das daraus entstehende Produkt (sprich Kind) adäquat zu versorgen (in der Theorie zumindest).

    Na ja, zurück zum Thema: Es gibt also immer noch genug Frauen, die einfach als Schwarm herhalten müssen, wenn ich gerade keine in Aussicht habe. Doch gerade in Zeiten, wenn man was Konkretes im Auge hat, wirken diese eher als Fantasiegebilde. Da ist z.B. (ich nenn sie mal Susi). Susi ist der Typ Frau, den ich damals richtig gut gefunden hätte, als ich noch vorwiegend schwarze Klamotten zum weggehen trug, man aus Knauserigkeit einen Sechser Becks im Gebüsch vor dem Laden versteckte und ich lange Haare haben wollte (ja Jugendsünden!). Doch wie auch die Musik, die ich mit 15 gehört habe, gefällt mir dieser Typ Frau immer noch ganz gut, nur höre ich auch heute nicht mehr nur „Clawfinger“ und „Rage against the machine“. … (to be continued)

    Samstag, Januar 07, 2006

    Eminem – Curtain Call (The Best of)














    Macht es Sinn über eine Best of – CD eine Rezension zu schreiben? Eigentlich nicht, aber im Falle von Herrn Shady/ Mathers schon wie ich finde. Dokumentiert die Scheibe doch sehr aufschlussreich wie perfekt dieser Mann es beherrscht sich über eine Dekade zu inszenieren. Angefangen als musikalisches Ziehkind von Rap-Altmeister Dr. Dre, der ihn auch am Karrierebeginn noch fleißig featurete (z.B. bei „Guilty Conscience“), präsentierte sich Eminem zunächst mit der Single „My name is…“ als leicht albernes, rappendes Weißbrot, der es darauf verstand, dem „Parental Advisory Explicit Content“-Aufkleber“ auf der Plattenhülle alle Ehre zu machen und mit seinem Videos MTV zum häufigen Gebrauch des „Beep“-Tones zwang. Das Slim Shady Synonym benutzte er dann auch noch für weitere Hits in dem Stil wie „The real Slim Shady“ oder „Without Me“.

    Dies sollte aber nur ein Gesicht des Eminem bleiben. Denn mit diesem Stil konnte man es nicht jedem Recht machen. So stand sein echter Name Marshall Mathers (die Initialien M & M ergeben schnell gesprochen Eminem) stand Pate für die autobiographischeren und ernsthafteren Songs wie „Cleaning out my closet“ oder „The way I am“. In diesen Songs brachte er sein Privatleben und seine Gefühle (zumindest seine Version davon) publikumswirksam an den Mann. Diese brachten ihm nicht nur Credibility unter den Fans sondern auch Rechtsstreits über deren Inhalte in denen sowohl seine Mutter als auch seine Exfrau nicht gerade gut wegkamen und sorgte damit für eine Menge zusätzlicher Publicity.
    Es war immer wieder witzig zu beobachten wie er gezielt provoziert, sich dann zurücklehnte und mit einem Schmunzeln auf dem Lippen sich entspannt über die Schlagzeilen in der Klatschpresse amüsierte und diese wiederum in seinen Songs auf die Schippe nahm.

    Dieser Mann machte sich selbst zur lebenden Kontroverse. Im pseudobiographischen Film „8 Mile“ spielte er einen weißen Rapper der es schwer hat sich in der von Schwarzen dominierten Szene durchzusetzen. Andererseits boykottiert er die MTV Music Awards mit der Aussage: „Ich habe schon so viele von den Awards hier stehen. Ihr überhäuft mich doch nur damit weil ich weiß bin. Gebt die in Zukunft jemand anderem!“ Ähnlich zwiespältig sieht es bei ihm mit der Einstellung zur Homosexualität aus. Mit den ein oder anderen homophoben Text greift er ein (vor allem in den prüden USA) Reizthema auf, provoziert einen Aufschrei in der Klatschpresse um ihn später mit einen Auftritt mit Elton John (an Stelle von Dido in „Stan“) wieder zu besänftigen.

    Dies alles lässt sich eben auf „Curtain Call“ noch einmal im Zeitraffer nachresümieren. Die drei neuen Songs sind größtenteils eher Füller. Der Opener „Fack“ ist mehr eine überflüssige Aneinaderreihungen von verbalisierten Perversitäten. „Shake That (feat. Nate Dog)“ ist, wie der Titel vermuten lässt, eher sinnfreier und mäßiger Soundtrack zum bootie shaken, was nicht wirklich Eminem’s Stärke ist. „When I’m gone“ ist daher die einzige ernstzunehmende Neukomposition, die das Album bietet. Ein melancholischer, der Single „Mockingbird“ musikalisch und inhaltlich nicht unähnlicher, gesungener Abschiedsbrief. Der Song greift mit viel Tränendrüsenreiz seinen Konflikt zwischen Popstar und Vater sein auf.

    Alles in allem gibst kaum was zu vermissen auf dieser Compilation. Lediglich die Single "Business" fehlt und anstelle der beiden erstgenannten neuen Songs hätte ich lieber älter features, wie zum Beispiel die mit D 12, gehört.

    Donnerstag, Januar 05, 2006

    Generation Gefühlsanalyse

    (I-Tunes spielt: Die Toten Hosen: Was zählt)

    Es fällt mir immer wieder auf, in eigenen Erfahrungen oder aus Erzählungen von Freunden: Es scheint, als ob nur die wenigsten Beziehungen mit uneingeschränkten Glücksgefühlen, rosa Brille inklusive, beginnen. Daran dachte ich erst neulich wieder, als eine alte Freundin mir von ihrer neuen Flamme erzählte. Vielleicht ist es nur mein subjektiver Eindruck, aber irgendwie hat doch jeder sein Kreuz zu tragen, Wunden zu lecken und böse Geister zu besiegen. Jeder hat Erwartungen bis nach Meppen, erwartet so was wie die „Eier legende Woll-Milch-Sau“, ist aber auf Grund seiner Ängste selbst nicht bereit 100 % zu geben. Dem anfänglichen Glücksgefühl wird irgendwann nach der dritten enttäuschenden Beziehung nicht mehr getraut. Schließlich hatte man selbige bei dem letzten Partner auch einst und das war ja auch nicht das Richtige. Stattdessen fragt man sich schon früh: „Wo ist der Haken? Was steht im Kleingedrucktem des zu unterzeichnenden Vertrages?“.

    Man ist ja heute so schlau. Der Stern sagt einem, dass das Verliebtheitsgefühl nach der ersten Nacht mit der Neuen eine logische biologische Konsequenz des Beischlafes ist und zitiert eine Biologin: „Deshalb schlafe niemals mit jemanden den du nicht ausstehen kannst! Du könntest dich in ihn/ sie verlieben!“ Bücher mit Titeln wie „How to make anyone fall in love with you“ machen uns bewusst, dass die Körpersprache beim menschlichen Balz nicht weniger instinktiv und deutbar ist, als das Radschlagen eines männlichen Pfaus. – Wer will das denn wissen? Andere sagen, dass der Mensch das einzige Lebewesen sei, dass sich seine Partner „bewusst“ aussucht. Wäre ich an der Stelle von Neo in „The Matrix“ würde ich jetzt die blaue „schnell wieder vergessen und weiterträumen“- Pille nehmen. Viele gehen mittlerweile dazu über nicht mehr direkt nach ihren Gefühlen zu Handeln, sondern sie wie ein Pantoffeltierchen unterm Mikroskop, mit einer gehörigen Portion Distanz zu analysieren und zu zerreden. Um es mit dem Worten von Hausmarke von den Fantis zu sagen: „Jeder hat Schiss, dass er auf der Strecke bleibt. Sein Leben lang wie ne Motte um das Licht an der Decke kreist.“

    Dienstag, Januar 03, 2006

    Bulgarische Frikadellen

    (I-Tunes spielt: White Stripes: My Doorbell)

    Mittags 13.53 Uhr Hamburger Hauptbahnhof. Jay hat gerade die Hälfte der Heimfahrt (in Erwartung auf eine gehörige Portion “Lebensqualität”) hinter sich. Die interne Statusanzeige verkündet: 40 Minuten Zeit bis zum Anschlusszug und leerer Magen. Wie also könnte ich die Zeit besser verbringen als beim Füllen des selbigen? Gedacht getan. Dem Pizza Hut auf der anderen Seite des Bahnhofes, dessen Personal mich bereits kannte und schon beim ersten Erklingen meiner Schuhsohlen ein Tagesmenü No. 2 in den Ofen schmiss, erlitt in den letzten Monaten das gleiche Schicksal wie seine direkten Nachbarn: Dicht gemacht! So entdeckte ich in der Vandelhalle eine Fresshöhle, die scheinbar keine Wünsche offen lässt. Hier vereinten sich Fast-Food-Ketten wie Subway, Kentucky-Fried-Chicken, Cafes oder Pastabars auf kleinstem Raum. „Runde Sache!“, denk ich mir. Freie Auswahl plus stressfreien Pressvergleich (in der Theorie). So stolpere ich nach kurzem Entscheidungsprozeß mit meiner Reisetasche, in der locker ein toter GI Platz gefunden hätte, an sperrigen Kinderwagen und nach fettigen Burgern japsenden Kunden vorbei an die Kasse von KFC.

    Die asiatisch anmutende Kassiererin beherrscht genug deutsch um flöhlich und höflich die Knöpfe auf ihrer Kasse wie „zum hiä Essähn?“ abzulesen. Währenddessen gucke ich mich im Fresstempel um, und frage mich, wo denn bitteschön dieses „hiäh Essähn“ sein soll. Mit dem erlegtem „Vogelgrippe Survivor“ auf dem Tablett, der allerdings im Nachhinein auch nicht mehr Glück als der tote GI in meiner Tasche hatte, sehe ich um die Ecke. Der Tisch, der den Farben zu urteilen zu dem Hühnerfleischfranchiseunternehmen gehört, hätte nicht mal als Katzentisch beim Kindergeburtstag meiner 4 jährigen Nichte eine gute Figur gemacht. Mit einem Blick, der wahrscheinlich dem von Fury vor der Pferdewurstfabrik ähnelt, schau ich zum Tisch des Cafes gegenüber, dessen Schild „Reserviert für UNSERE Gäste“ direkt an mich adressiert zu sein scheint. So finde ich mich auf einen der ungemütlichen Barhocker wieder und versuche zu essen, während abwechselnd der linke dunkelpigmentierte Tischnachbar seinen rechten Arm bzw. der rechte asiatische Tischnachbar seinen linken Ellenbogen beim Schmaus abwechselnd in meine Rippen stoßen. Nicht ihr Fehler, nur der die Stühle- / Tischplatzrelation ist doch ein wenig optimistisch ausgefallen.

    Der eine Platz neben mir wird frei, doch eine Gruppe osteuropäischer Mittfünfziger Frauen lässt meine kurz aufkeimende Hoffnung auf ein geruhsames Essen schnell wieder verpuffen. Die eine nimmt Aufgrund Platzmangels am Kopfende Platz, die anderen drei der bulgarischen Version der Jakob Sisters in meiner Ecke. Wie in ihrem Landhaus in Budapest (oder wo sie auch immer herkommen) üblich unterhalten die Damen sich in einer Lautstärke von ca. 130 Dezibel, mit Stimmen, die irgendwo zwischen der Spinne Thekla (aus „Biene Maja“) und dem Nazghul (aus „Der Herr der Ringe“) in Verbindung mit dem Nachwirkungen von 40 Jahren Konsum des selbstgebrannten Kartoffelschnaps liegen, in einer Sprache, die keine klare Syntax erkennen lässt, sondern nur durch verschieden Lautstärken und Krächztöne an Bedeutungsunterschiede zu gewinnen scheint. Und ich sitze direkt in ihrer Schallbahn und versuche zu essen.„Am Fließband bei Aldi hätte ich gemütlicher Speisen können,“ denke ich mir. So schnell habe ich noch nie 2 Burger, ne kleine Portion Fritten und ne 0,4 Cola verdrückt. Die bulgarische Frikadelle an meinem Ohr esse ich später im Zug, wenn sich mein Magengeschwür verflüchtigt hat, zum Nachtisch.

    Wie gut, dass ich so geduldig und tolerant bin. Ich hasse Leute mit Vorurteilen ;-).