Seelen- und Hirnexhibitionismus

Montag, Dezember 05, 2005

Schöne Beschehrung für die Plattenindustrie

Adventszeit: Eine herrliche Zeit! Kinder tummeln sich im Schnee (Matsch), Familien machen gemütliche Einkaufsbummel durch die Innenstadt (solange sie nicht unter Klaustrophobie leiden) und (endlich) läuft Harry Potter wieder im Kino. Ob der Stern über Bethlehem leuchtet, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber er leuchtet auf jedem Fall über Karstadt und Mediamarkt. Genau diese Zeit ist es, in der Musiker sich eine kleine kreative Schaffenspause gönnen und trotzdem mächtig Kohle scheffeln (auf jedem Fall die Plattenfirmen). Ja richtig: Best of- Platten! Wer noch nicht lange genug besteht darf auch gerne ein Remix- oder Livealbum veröffentlichen. Die letzten Jahre waren unter anderem Robbie Williams, REM und No Doubt dran. Schauen wir doch mal welche Platten sich dieses Jahr als potenzielle Gabentischfüller präsentieren.

Die Fantastischen Vier: Best of 1990-2005
Ja ja, wie könnte ich die kleinen Fantis vergessen, sie waren ja soooo süüüüß damals. Unbekümmert zuckten sie, Cappi und Baggipants tragender Weise, durch die Videoclips und rappten, damals für uns noch völlig ungewohnt und z.T. peinlich wirkend, über Samenergüsse und Verwechslungsgeschichten. Jedoch negierten sie schon damals erfolgreich jegliche bis dahin bestehenden Rap- Klischees. Nach 15 Jahren Entwicklungshilfe in Sachen Deutschrap und der Entwicklung von Teeniepop- Band zu einer Generationen übergreifend begeisternden Formation, die mit ihren Fans gewachsen ist. Nun zur Compilation: Die Doppelscheibe enthällt natürlich alle Singleauskopplungen der Vier inklusive der alten, nur den Fans bekannten, Peinlichkeiten a la „Hausmeister Thomas D.“ und „Mikrofonprofessor“ sowie ein Paar nicht ausgekoppelte Songs wie z.B. die grandiose Unplugged-Version von Millionen Legionen. Da es jedoch keine Neuveröffentlichungen auf den Scheiben gibt, wird sie für Fans nur in der Limited Edition interessant sein, da hier ein Tape mit den ersten Gehversuchen der Vier (damals noch als Terminal Team englisch rappend) beiliegt. Wer einen musikalisch stärkeren und beindruckeren Mitschnitt der Bandkarriere holen will, besorgt sich lieber entweder die „Live in Stuttgart“ Doppel CD, die „MTV Unplugged“ oder „Viel Unterwegs“!

Blink 182: Greatest Hits
Blink sind und waren in Deutschland wohl die einzige charttaugliche Ami-Punk-Band (außer Green Day und Offspring natürlich). Bei uns wurden sie unter anderem durch einen Kurzauftritt im Film „American Pie“ und maßgeblichen Beiträgen zur gleichen Filmserie bekannt. Der Name Greatest Hits ist aber ein bisschen irreführend, weil es eigentlich eine reine Singlesammlung ist. Macht bei einer Punkband wenig Sinn, da jeder Song eh maximal 3 Minuten dauert, also viel mehr auf eine Scheibe passen würde. Außerdem konnte ich bei den letzten 3 Alben (also seit „Enema of the State“) kaum eine Steigerung der Band verfolgen. Sprich: man braucht eh nicht zwingend alles von den Jungs. Immerhin gibt es eine kleine Bonus DVD mit 3 Konzertvideos und kleinen Making Offs.

Nightwish: Highest Hopes - The Best of Nightwish
Über diese Band kann ich nicht viel Erzählen, denn ich trage für gewöhlich kein schwarz und schminke mich nicht leichenblass. Witzig finde ich an diesen Release nur, dass er am scheinbaren Zenit der Bandkarriere stattfindet. Waren die Finnen zwar schon Jahrelang in der Gothikszene in aller Ohren aber erst seit dem Erfolg der Genreähnlichen Bands wie HIM oder Evanescence wirklich Massenkompatibel. Entweder dachten sich Nightwish „Man soll aufhören wenn’s am schönsten ist!“ oder „Wir machen das jetzt mit der Best of, solange wir in aller Munde sind. Und viele haben unsere alten Sachen eh noch nicht.“.



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