Seelen- und Hirnexhibitionismus

Dienstag, Dezember 13, 2005

Cigarettes and Alcohol

… heißt einer der älteren Oasis-Songs. Und so sehr Gesundheits- und Moralapostel auch meckern werden, ohne sie wäre so manche Kopulation nicht von statten gegangen. So unerotisch ich persönlich es auch finden mag, meinem Flirtopfer liebevoll zum Tod durch Lungenkrebs zu verhelfen in dem ich ihr Feuer oder Zigarette spende, dass typische „Haste mal Feuer?“ gilt immer noch als Klassiker unter den Anmachsprüchen. Umso mehr muss man aufpassen, wenn man wirklich nur dem Zigarettenkonsum frönen will. Auf diese Weise hatte zuletzt eine gute Bekannte einen Typen am Hals, den sie so schnell loswurde wie Peter Maffay seine Gesichtswarze (gar nicht). Tja, die Theorie dass Frauen immer das Gegenteil sagen was sie meinen haut halt nicht immer hin.

Besonders nicht, wenn sie sich schon mehr Mut angetrunken haben als Kamikazeflieger über Pearl Harbor. Im Normalfall verkleidet am Ende der Party der Mann seine Kopulationsabsichten mit Ritterlichkeit: „Du solltest nicht alleine Nachhause gehen, ich könnte es mir nie verzeihen, wenn ich morgen früh in der Zeitung lese, dass dir was zugestoßen ist.“ – „Nee, ist klar!“, denkt sich die dem Beischlaf nicht abgeneigte Frau in sich hineinschmunzelnd und willigt ein. Vor der Haustür angekommen dann das obligatorische (je nachdem was gerade im Haus ist) „Kommst noch mit rauf auf ein Spiegelei/ einen Kaffe?“.

Nur manchmal, in ganz seltenen Fällen geschieht es. Ich nenne ihn mal den „Pearl Harbor-Fall“. Der Fall, auf dem so gut wie kein Mann vorbereitet ist, weil Mann nicht damit rechnet. (Mal die Typen, die schon mit Zahnbürste und Wechselboxershorts in der Jackentasche losgehen ausgenommen.) Sie sagt, mit einer Selbstverständlichkeit die ihresgleichen sucht die magischen Worte: „Ich wollte bald nach Hause, kommste mit? Verabschiede dich eben von deinen Freunden und dann treffen wir uns draußen ja?“ Während man sich dann fast am Bier verschluckt, bleibt selbst bei schlagfertigen Mitgliedern nur noch ein „Ähm, OK. Bis gleich!“

Halten wir also fest und rechnen mal nach: Eine Erhöhung der Tabaksteuer würde eine Senkung des Zigarettenkonsums und somit auch die Anzahl der Anmachsprüche reduzieren. Mit einer Erhöhung der Alkoholsteuer gäbe es zwar eventuell weniger Alkoholiker, aber eben auch so manch eine Paarbildung verhindern, was letztendlich so manch einen Menschen in die dauerhafte Einsamkeit und somit in die Depression führen würde. Die Krankenkassen würden somit nicht entlastet. Des Weiteren würde der Bedarf an Verhütungsmitteln, Kinderkleidung, Spielzeug, Einfamilienhäusern und was weiß ich sonst noch sinken. Die Konsumkurve würde immer weiter nach unten sinken, keine Investitionen mehr, Deutschland würde mehr und mehr veraltern. Ein Land als riesiges Altersheim, in dem Rentner aus allen Möglichen Zivilisationen harmonisch zusammen ihre Tabletten runterspülen.

Um diesen Schreckensszenario entgegenzuwirken fordere ich von der Bundesregierung, die „Du bist Deutschland!“- Kampagne zu beenden und stattdessen die Litfasssäulen mit Plakaten wie „Beer, it’s your friend!“ oder „Beer, helps ugly people having sex!“ bekleben zu lassen.

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