Seelen- und Hirnexhibitionismus

Freitag, November 04, 2005

Keep the heads ringing

Ich falle jedes Jahr wieder drauf rein. Die Sportlerparty findet wieder mal unmittelbar vor meinen Geburtstag statt. Jedes Jahr stelle ich wieder die Überlegung an, nicht hinzugehen, weil Kräfte sparen, eh zu voll da (ich dann zu voll) und überhaupt. Aber irgendwie hat man dann doch Angst was zu verpassen und landet doch wieder im überfüllten (diesmal nicht ganz so schlimm, da das Kieler Ordnungsamt eingeschritten ist) Fresstempel der Uni. In meinen Geburtstag feier ich so mit einer Freundin und ohne Getränk in der 30 m langen Schlange.

Die Faszination die von dieser Veranstaltung ausgeht, lässt sich sowieso nur mit dem "good-looking"-Klischee der Sportfakultät erklären. Die Frauen hoffen bei diesem Event auf Waschbrettbäuchige, vor Testosteron strotzende Steroid-Mutanten und die Männer auf langbeinige, durchtrainierte schönheiten, die mit ihren Ärschen Wallnüsse knacken können. Besonders an diesen Abend fällt mir auf, dass wohl vor allem Erstsemester (oder solche, die es mal werden wollen) diesen Lockruf folgen. Manche der Mädels erwecken bei mir eine Art Sameriterinstinkt und ich überlege mir, ob ich nicht das nächste Mal ne Tüte Brötchen mitbringe und die hier auf den Markt schmeiße.

Den Gedanken scheint die Fachschaft Sport auch gehabt zu haben und eröffnet im obigen Bereich der Mensa eine Essbar. Auf der Tanzfläche angekommen, erkenne ich dann, dass der Wunsch schlank zu sein auf dieser Party ökonomisch durchaus Sinn macht. Die Ressource "Platz" ist nämlich teils so knapp, dass das Tanzen sich mitunter auf das abwechselnde Zusammenkneifen der eigenen Pobacken beschränkt. Ähnlich knisternd erotisch, geht es Montag morgens im überfüllten Unibus vor, dachte ich. - Spass Pur! Viele bekannte Gesichter sind nicht anwesend, ich bin leicht erkältet habe Kopfweh und Verlasse mit einer Freundin schon gegen 2 die Veranstaltung.

Der Kater bleibt natürlich am nächsten Morgen trotzdem nicht aus. Neben meinem Bett steht noch ein vermeintliches Glas Wasser, dass mir willkommen scheint um meinen Nachdurst zu stillen. Es entpuppt sich als Gin-Tonic-Überrest von meiner Partybegleiterin, was mir einen Übelkeitsbonus einbringt. Mir graut schon davor die Bowle für heut Abend ansetzen zu müssen.
Im Laufe des Vormittags merke ich dann, dass das unaufhörliche Klingeln nicht nur in meinen Kopf stattfindet, sondern vor allem im Telefonlautsprecher (die ersten Gratulanten).

1 Comments:

Anonymous Thies said...

Gin Tonic Rocks! Leider auch im Schädel! Hoffe du konntest schon ein paar Nüsse Knacken :_)
Grüße
Thies (wie versprochen)

09 November, 2005 17:13

 

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