Seelen- und Hirnexhibitionismus

Donnerstag, November 10, 2005

The Florida Tales (Part one)















Das Wetter hier ist herbstlich grau, ich habe die letzten 3 Tage auf Grund einer Erkältung kaum das Haus verlassen, Zeit etwas in schon leicht verjährten Urlaubserinerungen zu schwelgen. Sommer 2004 begab es sich, dass meine Verwandten (Cousin 3. Grades und dessen Ehefrau) meinen Kumpel (K.) und mich zu sich nach Florida einluden. Man kann ja über Amerikaner ne Menge Voruteile haben. Eines stimmt auf jeden Fall: Ihre enorme Gastfreundschaft. Nicht nur dass wir bei ihnen 14 Tage lang wohnen konnten und gut verköstigt wurden, nein der Mietwagen wurde auch gleich mitspendiert. Was allerdings auch mehr als notwendig war, denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln haben die Amis das nicht so. Eines Vorweg: Falls es hier mal nicht so rüberkommen sollte: Ich hab hauptsächlich sehr, sehr positive Eindrücke von diesem Urlaub mitgenommen. Wenn hier die negativen Berichte überwiegen liegt es nur daran, dass ich sehr gerne zynisch und vor allem subjektiv Schreibe.

Das hier einiges anders läuft, merkten wir schon im Flugzeug. Ich hatte schon im Voraus davon gehört, dass man bei Flügen in die USA Fragebögen ausfüllen muss. Hier soll man z.B. freundlicher Weise ankreuzen, falls denn der Fall, dass man Terrorist oder Nazi ist und so. Ich mache mein Kreuz hier dann wahrheitsgemäß lediglich bei "Sex: male" (gerne hätte ich auch geschrieben: "Yes, please!"). Zudem sollte man auch bitte angeben, wo man während seiner Urlaubszeit wohnt. Ein bischen blauäugig schreibe ich an dieser Stelle nicht einfach "Road tripping" hin, sondern die lückenhafte Adresse meines Cousins, die sich nur auf seinem Namen (Charles Willis) und den Ort (Inverness) beschränkte. Schließlich hat dieser Ort nur 6000 Einwohner, da dürfte man den doch kennen oder? Diese Blauäugigkeit sollte sich für uns später auf dem Flughafen von Orlando als fataler Fehler herausstellen.

Denn ein schmierbäuchiger Beamter, der sich wahrscheinlich in diesen Moment viel lieber mit Donuts vollgefressen hätte, als sich mit uns rumzuplagen, fragte uns unaufhörlich nach der genauen Adresse. Unsere Antwort: "We will be picked up by my relatives." hat ihn auch nicht gerade zum Lachen gebracht. So finden wir uns in einem kleinen Warteraum, zusammengepfercht mit etwa einem Dutzend Leidensgenossen, wieder. Unter ihnen ein Mädel aus unserem Flugzeug, die mit ihrem Nerfen völlig am Ende ist. Im Gegensatz zu uns hat sie nämlich nicht einmal Ansatzweise die Adresse ihres Vaters, den sie seit Jahren (seit der Trennung ihrer Eltern) nicht mehr gesehen hat. Wenn kein Angehöriger gefunden werden sollte, würde sie zurückgeschickt werden (auf eigene Kosten versteht sich). Während wir auf die Ergebnisse der Arbeit des Donutfans warten, kommen wir auf die Idee auf eigene Faust per Handy meine Verwandten anzurufen.

"Deactivate the cell-phone at once!", röhrt uns die zweibeinige Plautze an. In Gedanken sehe ich schon, wie einer der Beamten sich mit seinem Körper auf die vermeintliche Telefonbombe stürzt und panisch schreit: "Everyone, get the hell outta here!" Stattdessen, muss ich mein Ego bis 0,1 runterschrauben und den netten Beamten winselnd anflehen, doch bitte diese Nummer anzurufen. Ich habe zu der Zeit allerdings wenig Hoffnung, dass dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein wird. Denn eigentlich sollte Denise (die Frau meines Cousins) ja schon auf dem Weg hierher sein. Zu unserem Glück, hat sie uns missverständlicherweise erst für den nächsten Tag erwartet. So kommen wir nach einer Stunde schon aus der Verhörzentrale. Als wir dann von ihr abgeholt werden, erfahren wir dass wir gerade rechtzeitig zu Hurricanesaison angekommen sind und die Strassen entsprechend voll mit dem Evakuierungsverkehr sind. ...

1 Comments:

Anonymous mcwinkel said...

Supersize me! :)

10 November, 2005 22:29

 

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