Seelen- und Hirnexhibitionismus

Mittwoch, November 16, 2005

Deutschland sucht wieder die Quotennutten

Endlich! Wir dürfen uns mal wieder aussuchen, wen wir am Ende der neuen DSDS-Staffel scheiße finden und im Radio wegdrehen dürfen. Kann sich eigentlich noch jemand an die letzten "Gewinner" des "Talentwettbewerbs" erinnern? In der ersten Staffel war ein es blankpolierter, Perlweiss und Sonnenstudio testender Schmock namens Alexander Klaws. Nach der Roland Kaiser (ist es eigentlich Zufall, dass Ronan Keating die gleichen initialien hat?) Konkurrenz machenden Debutsingle gabs da, Gott sei dank, nur noch Titelmelodien für mäßige RTL-Produktionen zu hören.

Die zweitplatzierte legte das gewonne Geld gleich, zumindest halbwegs Gewinnbringend, in eine Schönheits-OP an, was ihr immerhin ein Foto-Shooting für Penthouse einbrachte. - Alle Achtung! Kübelböck, lässt sich tuntig kreischend Spinnen im Junglecamp durch die Hose krabbeln, veröffentlicht ein überflüssiges Buch, und kriegt einen Eintrag in der "International movie data base" (www.IMDB.com) für den historisch/ international schlechtesten Spielfilm ("Daniel der Zauberer"). - Na wenn das keine Erfolgsgeschichten sind, dann weiß ich auch nicht!

Den Debütanten dieser Show kann man ihre Naivität ja noch nicht mal vorwerfen. Klar guckt Alexander, der sich schon als neuer Justin Timberlake wägt, spöttisch auf den Ford Roadstar, den er bekommen soll und versucht vergeblich seine Entäuschung zu verbergen. "Was? Und wovon soll ich jetzt die Villa auf Malle bezahlen?", wird er sich gedacht haben. Schätze die heutigen Kandidaten würden sich dementsprechend schon freuen, wenn sie nach der Show auf der dort gewonnen PS 2 samt Singstar nochmal üben dürfen. Hmm, in anderen europäischen Ländern bringt dieses TV-Format doch teilweise ganz passable Künstler hervor (z.B. Lene Marlin oder Will Young).

Kann den RTL-Produzenten und den Popinquistoren um Traum-Scharfrichter Dieter Bohlen ja völlig Schnuppe sein. Die Quote stimmt, durch die Publicity wird zumindest die Debutsingle des Gewinners für 3 bis 4 Wochen die Singlecharts anführen (was mitlerweile schon bei wöchentlichen Verkäufen von ca. 12 000 Exemplaren bereits locker drin ist) und für den Straßensäuberungsdienst nach dem Suizidsprungs des vernichtend abgeschmetterten Kandidaten vom RTL-Sendeturm, ist auch schon gesorgt. So schnell der "Star" aufgebaut ist, so schnell kann er auch wieder abgewürgt oder durch Knebelverträge an den Sender gebunden werden.

Aber auch wenn ich hier so tue, als ob ich total über dem ganzen stehen würde, unterhaltsam finde ich es schon wie Dieter mit seinem Ludencharme, talentfreie Popbückstücke abzuservieren. Mein Lieblingsspruch von ihm: "Du bist so was von talentfrei, da ist ja ein Pfund Zwiebelmett begabter als du!" - Genau, dass wärs doch: Deutschland sucht die Superfrikadelle! Der Gewinner darf dann DJ Ötzis Burgerdance covern.


  • "Daniel der Zauberer" bei IMDB
  • 1 Comments:

    Anonymous King Kong said...

    dein bericht trifft den nagel auf den kopf... genau wie dieses video hier. http://www.daloco.net/ger/press/video/daloco_radio.zip

    18 November, 2005 19:22

     

    Kommentar veröffentlichen

    Links to this post:

    Link erstellen

    << Home