Seelen- und Hirnexhibitionismus

Mittwoch, November 30, 2005

Die Toten Hosen: Nur zu Besuch: Unplugged im Wiener Burgtheater














Nun haben sie es auch getan. Eine der Starkstromgitarren- intensivsten deutschen Bands macht es ohne Stöpsel bei MTV’s traditionsreicher und selbstbeweihräucherten Veranstaltung. Somit sind sie nach Herbert Grönemeyer, den Fantastischen Vier und den Ärzten erst der vierte deutschsprachige Act dem diese „Ehre“ erfährt. Im Interview mit Sarah Kuttner kann man Campino die Freude darüber irgendwie schwer abnehmen. Für ihn und seine Bandmitglieder scheint es nämlich fast eine Zumutung zu sein, sitzen zu bleiben (oberste Direktive bei MTV-Unplugged, was die Ärzte damals mit einem Auftritt in Rollstühlen umgingen) und ohne Hoffnung auch nur einmal am Abend das typische harte Brett spielen zu dürfen. Tja, die Hosen werden älter, aber man kann ja auch keinen Hai auf Fleischentzug setzen.

Motivationsmangel konnte man den Düsseldorfern bei dem Fernsehauftritt allerdings nicht nachsagen. Ich war ja in den letzten 9 Jahren nicht immer mit den Releases der Altpunks zufrieden, aber diese Konzert hat echt mal wieder Spass gemacht. Begonnen mit den Ramones-Klassiker „Blitzkrieg-Bop“, der noch, wie man es von den Hosen erwartet, munter runter geschrammelt wurde, kamen lieder wie „Opel Gang“ oder „Bommerlunder“ in völlig neuen Interpretationen daher. Letzterer Song wird als Zugabe als eine Art swingender Fahrstuhlmusik-Song dargeboten, der klar ironisch gemeint ist. Bei „Nur zu Besuch“ musste ich leider wegschalten, weil ich schon bei der Albumversion (auf Grund persönlich ähnlicher Erfahrungen) den Tränen nahe bin. Das wars dann aber schon fast mit den Überraschungen. Die anderen Songs wirken, als ob man den Jungs während eines üblichen Hosen-Konzerts heimlich die E- in Akustikgitarren umgetauscht hätte und sie, ohne es zu merken wie gewohnt weiterspielen würden.

Irgendjemand hätte ihnen getrost mal sagen sollen, dass man bei nicht bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Gitarren auch Spielfehler deutlicher hört. Campino brüllt kaum weniger als sonst in sein Mikrofon. In einem Punkt muss ich Campino aber Recht geben. Abgehsongs wie „Nichts bleibt für die Ewigkeit“ wirken im Unpluggedgewandt doch textauffälliger und werden nicht mehr als Party-Mosh-Songs fehl interpretiert. Alles in allem ein mehr als gut gemeinter Versuch der Hosen sich mal anders zu präsentieren, bei denen man ihnen allerdings ansieht, dass sie einfach nicht die größten Musiker sind. Darüber haben die Hosen-Fans (und ich auch) aber schon seit Jahren großzügig hinwegsehen können. Die Show strotze zwar nicht gerade vor witzigen Ideen, wie die der Genrekollegen „Die Ärzte“, einen Platz in meiner DVD- Sammlung hat sich die Scheibe aber schon verdient.

Dienstag, November 29, 2005

Worst Anmache ever

Samstag Abend: Jay noch völlig zerschossen von der letzten Party die mich bis 7 Uhr morgens auf den Beinen hielt. Ich hatte mich dementsprechend auf einen total sutchen Abend eingestellt: DVD-Gucken mit den Mitbewohnern und dann früh ins Bett. 23 Uhr, ich will mich gerade Bettfein machen, klingelt mein Handy. Es ist S. und der Geräuschpegel im Hintergrund verriet mir schon, dass mein geruhsamer Schlaf wohl noch etwas warten müsste. Als warf ich mich statt in meinen Schlafanzug in meinen präferierten Casual-Suit und dampfte los. Es war die Party von K., den S. ein Paar wochen zuvor auf meine Party mitbrachte (was ich nicht bereute, denn K. ist wirklich nett).

Das fanden wohl auch viele Andere, denn die Bude war so voll wie der 8 Uhr Bus zur Uni. Die Essnische war zur hälfte mit Bierkästen ausgefüllt, über der WC-Tür konnte man Dias bestaunen und beim Besuch des selbigen, wurde man mit Disneycartoons unterhalten. Ein Ereignis also, was den Schlafaufschub hundertmal rechtfertigte. An Damen mangelte es auch nicht, was allerdings in anbetracht vorangegangener Ereignisse mein Balzverhalten nicht ankurbelte. Später am Abend, ungefähr nach einer halben „Scheibe“ Bier (neue Wortschöpfung von S.: Eine Parkscheibe voll trinken), sprach mich dann ein Mädel an.

Sie: „Bei dir war ich doch auch schon mal.“
Ich erschrocken (Man muss ich da breit gewesen sein!): „Ja? Ehrlich? Wann denn?“
Sie: „Ja, vor der Party neulich, ich hab noch meine Decke bei Dir.“
Ich hätte sagen können: „Ach jaaa, die Decke! Komm doch nachher mit, die liegt auf meinem Bett!“ Ich musterte sie noch etwas genauer. Und dachte bei ihren Klamottenstyle (eher alternativ, wahrscheinlich Kunst oder Pädagogikstudentin): „Wie du hast doch deine Decke an!“ Stattdessen überlegte ich weiter: „Mit wem warst du denn da? Haste vielleicht was mit L. zu tun?“
Sie: L? Wer? – Nee, mit Yvonne und Anne. Wir kamen da gerade ausm Schrevenpark. Deswegen die Decke.“
Ich: „Nie gehört die Namen. Wo meinst du denn, dass ich wohne?“
Sie: „Am Südfriedhof.“
Ich: „Nee, ganz am anderen Ende der Stadt.“
Sie gab nicht auf: „Da wohnst du denn aber noch nicht lange oder?“
Ich: „Doch, seit Beginn meines Studiums. Musst mich verwechseln.“

Mit diesem Worten ließ ich sie stehen.

Freitag, November 25, 2005

Besserwisserboy

Es gibt ihn scheinbar in jedem Kurs: Den Besserwisserboy. Meine persönliche Nemesis. Man erkennt ihn zum Beispiel am, von mir schon häufig gerügten, Fingerschnippen beim Melden, an einen Kilo Bücher zum daraus Zitieren bei Referaten und (so ungern ich dieses Klischee bestätige) er trägt zu 80 % eine Brille. Wäre er ein Fisch, so wäre ein Langweiler-Fisch. Ihr wisst schon, diese großen, schmalen mit den langen Gesichtern, die ca. 4 Stunden brauchen um einmal ein 50 cm Aquarium zu durchschwimmen und dabei ganz Langsam das Maul auf und zu Bewegen. Selbst bei den Langweiler Fischen kann man sich sicher sein: Die können nichts tolles, abgesehen von den tollen LAN- Parties, die sie einmal die Woche organisieren.

Aber zurück zum Besserwisserboy. Einer dieser Spezies sitzt in meinen Donnerstag 10 Uhr Kurs. Gewohnheitsgemäß trennen gerade mal 2 Sitzplätze ihn und mich, die von zwei Mädels belegt werden (mit einer von beiden bin ich recht gut befreundet). Normalerweise straft (oder soll ich lieber sagen „belohnt“) er mich mit Ignoranz um seine Aufmerksamkeit ganz den beiden Mädels zu schenken und ihnen seine Meinung über den aktuell zu lesenden Text mitzuteilen. Offensichtlich sucht er noch seine Rechthabewoman. Ich tue es ihm gleich (die Ignoranz meine ich, nicht die Aufmerksamkeit). Das erste was er in diesem Kurs zu mir sagte (immerhin in einen ironischen Unterton) war: „Was ist das denn für eine Arbeitsmoral?“

Nun widersprechen konnte ich ihn da ja nicht. Meine Arbeitsmoral war tatsächlich scheiße und ich war nicht vorbereitet. Eingebracht in die Gruppenarbeit hatte ich mich aber trotzdem. Gestern war es wieder soweit. Ich hatte mir diesmal sogar den Text kopiert. So glaubte ich zumindest, denn ich suchte mir ca. 20 Minuten vor Kursbeginn bei mir zu Hause die Finger Wund. „Ok“, dachte ich mir „man soll ja auch nicht mit alten Traditionen brechen.“, und fuhr los. Auf dem Weg zur Uni malte ich mir bereits die bevorstehende Situation aus. Ich wieder mit ihm und den Mädels in einer Gruppe. Er kritisiert wieder meine Arbeitsmoral. Das wäre der Zeitpunkt ihm mal die Meinung zu geigen: „Sei doch froh, dass ich dir wenigstens die eine Möglichkeit lasse dich zumindest in einer Disziplin zu profilieren. Glaubst du ich gehe nur zur Uni um dir die Mädels (die du eh nicht bekommst) abzuziehen? Hast du sonst noch irgendwelche Paranoia?“

Doch es kam anders: Sein Stammplatz war von einem anderen Mädel besetzt. Nach einem kurzen Blick (halb enttäuscht, halb vorwurfsvoll) auf die Mädels, dann auf mich, nahm er an meiner Rechten platz. „Wir können ja nach der hälfte der Stunde die Plätze tauschen.“, bot ich ihm mit einem süffisanten Lächeln an. Sein unsicheres Schmunzeln verriet mir, dass ich ihn durchschaut hatte. Im folgenden landete ich diesmal ohne den Mädels mit ihm in einer Gruppe, wobei es sich herausstellte, dass er ohne den Revierkampfzwang nur halb so scheiße war, wie er aussah. So viel Reife hatte ich von ihm zumindest nicht erwartet. Vielleicht steigt er ja noch in meiner Achtung vom Besserwisserboy zum Klugscheißerman auf. Fast enttäuscht, dass der Streit ausblieb ging ich ins Wochenende.

Donnerstag, November 24, 2005

Hansen Band - Keine Lieder über Liebe














Supergroups (Bands die sich aus Mitgliedern verschiedener Gruppen zusammensetzen) sind in. Beispiele hierfür sind z.B. Audioslave (Rage against the machine/ Soundgarden) oder Velvet Revolver (Guns n’ Roses/ Stone Temple Pilots). Im deutschsprachigen Raum war dies bisher eher unüblich. Ebenso selten waren bisher Filmbands. Hier fallen mir im Moment nur die Bandits, vom gleichnamigen Roadmovie, ein.

Hansen (nicht zu verwechseln mit „Mmm bop, bab dab doo wop“-Hanson) sind Beides. Eigens für den albumtitelgebenden Kinofilm kamen hier Mitglieder der deutschen Indie-Bands Tomte und Kettcar zusammen. Damit aber nicht nur die Musik im Film stimmte, buchte man Schauspieler Jürgen Vogel als Frontmann der Gruppe, der erstmal Singen lernen musste. Wie der Film ist, weiß ich nicht. Das musikalische Ergebnis dieser Kollaboration kann sich aber wirklich sehen, äh hören lassen. Die Handschrift der beiden Ursprungsbands (besonders von Kettcar) ist dabei nicht zu überhören.

Bei Liedern wie „18. Stock“ meine ich sogar, die Kettcar- Stimme zu hören. Bei den Single-Auskopplungen „Kamera“ und „Baby Melancholie“ hingegen merkt man sofort den Unterschied den Vogels Gesang den Songs mitgibt: Sie wirken durch seine nicht ganz vollkommene, aber durchaus gute Stimme, ein wenig erdiger. Letztgenannter Song erinnert mich auch ein wenig an die frühen Travis, vor ihren „Why does it always rain on me?“- weinerlichen Zeiten. Ebenfalls Kettcar- typisch sind die Texte. Auf subtile, manchmal leicht ironische Weise schleicht sich zwischen den kleinen Gefühlsduseleien (eben doch ein paar Lieder über Liebe) eine Prise Sozialkritik ein.

Im Gegensatz zu den Tretmobilen sind die Hansenlyriks dann aber doch ein bisschen eingängiger, wenn auch unpoetischer. Zeilen wie: „Niemand ist gern allein, wenn mal ein Krieg ausbricht. Und Niemand ist gern zu dritt, wenn eine Träne fließt.“, haben eine Menge Identifikationspotenzial und wirken durch die rockige Verpackung (mal schrammelig, mal Britpop-like) eher ehrlich als schmalzig. – Tja, die Zeiten in denen Fans von deutschsprachiger Musik Echt kaufen mussten sind scheinbar vorbei!

Dienstag, November 22, 2005

Wack Wednesday

Es war mal wieder ein typischer Mittwoch. Ich war unausgeschlafen, unvorbereitet für meine heute anstehenden (nicht wenigen) Uni-Veranstaltungen und vor allem ohne Plan. Zu meiner Verteidigung kann ich lediglich sagen, dass ich die vorige Woche krank im Bett lag. Während ich dies in der ersten Veranstaltung des Tages noch relativ erfolgreich in einer Gruppenarbeit mit Kommilitonen verstecken konnte, fühlte ich mich für die zweite Veranstaltung genötigt, doch mal der Seminarbibliothek einen Besuch abzustatten um mir die, eigentlich zu heute zu lesenden, Unterlagen zu kopieren. Gedacht getan. Viel Zeit war nicht, noch 15 min bis zur Sitzung.

Stolz wie Oskar, dass ich es endlich mal geschafft hatte, mir (wenn auch nur 5 min vorher) die Unterlagen zur laufenden Sitzung mitzubringen, schlage ich meinem Ordner auf um die zu diskutierende Rede von Winston Churchill rauszukramen. Doch als wir beim Analysieren der zweiten Seite angekommen sind, stellt sich ein Fragezeichen in meinem Gesicht ein. Hatte ich tatsächlich nur die erste Seite der Rede kopiert und war der Rest meiner Kopien völlig ohne Belang? Scheisse, dachte ich mir, das kann dann ja ne lange Stunde werden.

Zwei Stunden später, fand ich mich wieder in der Seminarsbücherei wieder. Diesmal für die morgige Veranstaltung. Wie das Schicksal so spielt, begegnet man gerade an diesen Tagen, wo man selbst mit sich am meisten im Unreinen ist, den schönsten Frauen. Sie war mir schon öfter aufgefallen, sie ist in einem meiner Kurse. Eine Frau, bei der ich mir eigentlich sicher bin, dass sie nen Freund hat. Eigentlich ne Klasse zu hoch für mich. Nun stand sie vor mir in der Warteschlange vor dem Kopiergerät. Ich war gerade völlig in Gedanken versunken, als sie sich Plötzlich vom Kopierer abwandte und zu mir umdrehte.

„Entschuldige, der Kopierer spinnt, kennst du dich damit aus?“, fragte die blonde Elfe. Ich brauchte gut eine Sekunde um meinem Blick von ihrem wohl anliegenden Beinkleid zu lösen, in dessen Gesäßtasche bestimmt nicht mal ein MotoRAZR V3 passen würde, und in ihre blauen Augen zu schauen. Etwas hilflos begutachtete ich die Anzeigen auf dem Kopierer, brummelte „Vielleicht ein Papierstau.“, und öffnete eine der Einzugsklappen des Gerätes. „Keine Ahnung. Ich sag vorne mal Bescheid!“, bot ich ihr an, was sie mir dankte. An normalen Tagen würde ich mich für so einen erbärmlichen Auftritt in Grund und Boden schämen. An diesem Tag freute ich mich jedoch schon, mich nicht völlig zum Horst gemacht zu haben.

In der nächsten Veranstaltung merke ich dann, dass ich bei all der Aufregung diesmal meinen Ordner unten Vergaß. Zudem hätten wir zu meiner Überraschung zu heute einen ganzen Roman lesen sollen, den ich nicht mal besaß. Eine Referatsgruppe hielt uns dann an, Gruppen zu bilden um die Struktur, Climax etc. zu diskutieren. Na toll, dachte ich mir. In dem Moment dreht sich Traumfrau Nummer 1 aus diesem Kurs zu mir und meinem Tischnachbarn um und fragt, ob wir zufällig das Buch gelesen hätten. Mein Tischnachbar hat es gelesen und glänzte in diesem Moment mit einer 1 A- Nacherzählung. Mir bleibt nichts anderes Übrig als ihm zuzuhören und mit ein paar krampfhaft witzigen Einwürfen mir ein bisschen Aufmerksamkeit von ihr zu erhaschen.

„Verdammt, da hätte es sich heute mal richtig gelohnt vorbereitet zu sein.“ dachte ich mir. Denn wenn man auch nur einmal mit Unwissen glänzt, wird man bestimmt nicht ein zweites Mal gefragt. Ich sollte endlich anfangen mich zumindest teilweise mit den „Fingerschnippermeldern“ und den „Vom Spicker nicht abgucken Lassern“ zu solidarisieren. Zugegeben, mein Motiv kann ein bisschen Fragwürdig sein.

Montag, November 21, 2005

Ist es eigentlich Zufall,...

... dass BiFi gerade jetzt zum "Launch" der Vogelgrippe BiFi Geflügel auf den Markt bringt? - Wenn ja, alle Achtung! Ganz schön geschäftstüchtig. Ich mein, ist doch ne Grippe, sollte ja eigentlich nicht aufs Fleisch gehen, oder? Wäre zumindest noch nicht bewiesen. Ist ja auch Egal, da wir eventuell in 20 Jahren sowieso merken, dass Mobil- und Funktelefon- Strahlung doch gesundheitsschädlich sind. Dass sie strahlen, weiß jeder. Dass es schädlich ist, weiß keiner genau. Handyfunkmasten in seiner Nähe haben will keiner. Aber auf Handy verzichten will auch keiner. Auch ich führe weiter Handy und Schuppenflechte spazieren. Der Dermatologe soll ja schließlich nicht leben wie ein Bettler!

Weiterhören: Beginner - Wunderschön
erschienen auf: Blast Action Heroes

Samstag, November 19, 2005

Gehen die Leute auf der Straße eigentlich absichtlich so langsam?

Diesen Schrammelpunksong von Tocotronic hab ich öfter im Ohr, wenn ich durch die Fußgängerzone gehe. Am liebsten würde ich die Alte Oma mit ihrem blöden Gehwagen (Die simuliert doch nur, die ist höchstens 80 und doch noch total fit!) stumpf zur Seite kicken, mir ihren Gehwagen krallen um mich damit durch die regungslose Masse auf der Rolltreppe zu prügeln. Schließlich könnte ich ja auf dem Weg zu Karstadt den Preis aus dem letzten Laden vergessen, den ich zwecks Sparsamkeit vergleichen möchte. Ihr kann es ja egal sein, dass meine neue Markenjeans schon außer Mode sein könnte, bzw. mein PC technisch überholt, wenn ich zu spät zuhause ankomme.

Nee im Ernst, wer fühlt sich heut zu Tage nicht gehetzt. Man hat so nen Stress, dass man manchmal zwischen Golfspielen und Geschäftsessen sich dran erinnern sollte, ruhig mal wieder ne Runde zu atmen. Das kann mitunter ganz erquickend sein hab ich gehört. Haben wir heute weniger Freizeit als vor, sagen wir mal, 100 Jahren? – Wohl kaum! Nur hauen wir uns den Alltag, also ich zumindest, total mit täglichen Verpflichtungen voll. Das kann der 3 Mal die Woche fällige Besuch in der Muckibude sein. Ich erwische mich aber kranker Weise auch schon dabei, dass der tägliche Besuch im Online Rollenspiel „World of Warcraft“ zur täglichen Pflicht wird. Schließlich will man ja nicht, dass die mitspielenden Kollegen einen levelmäßig davon rennen.

Selbst das Bloggen, was mir an sich verdammt viel Spass macht, geschieht an manchen Tagen mehr aus Pflichtgefühl. Während sich an manchen Tagen die Inspirationsquellen quasi von Selbst ergeben und man sich am Ort des Geschehens die Krätze ärgert, dass man nichts zum Schreiben dabei hat, fühlt man sich an anderen Tagen eher genötigt, sich was aus den Fingern zu saugen. Schließlich will man die wenigen Stammleser nicht durch Post-Abstinenz vergraulen. Tja, in diesem Zeitalter haste keine Zeit Alter!

Donnerstag, November 17, 2005

Deutsch=Frau/ Frau=Deutsch

"If you want me to wait, I will wait for you. If you want me to stay, I will stay rigtht through. If you don't wanna say anything at all, I'm happy wondering."
(Good Charlotte: Wondering)

Ungewissheit kann eine feine Sache sein. Zwischen den Stühlen ist ein immer ein Zwischenraum, der keinem weh tut, wenn auch nicht vollendst befriedigt. In den letzten zwei Jahren habe ich des öfteren gemerkt, dass bei Frauen das Wörtchen Wahrheit sehr dehnbar sein kann. Andererseits hört man selbst häufig nur das, was man auch hören will.

"This is my truth, tell me yours!"

(Albumtitel: Manic Street Preachers)


Mittwoch, November 16, 2005

Deutschland sucht wieder die Quotennutten

Endlich! Wir dürfen uns mal wieder aussuchen, wen wir am Ende der neuen DSDS-Staffel scheiße finden und im Radio wegdrehen dürfen. Kann sich eigentlich noch jemand an die letzten "Gewinner" des "Talentwettbewerbs" erinnern? In der ersten Staffel war ein es blankpolierter, Perlweiss und Sonnenstudio testender Schmock namens Alexander Klaws. Nach der Roland Kaiser (ist es eigentlich Zufall, dass Ronan Keating die gleichen initialien hat?) Konkurrenz machenden Debutsingle gabs da, Gott sei dank, nur noch Titelmelodien für mäßige RTL-Produktionen zu hören.

Die zweitplatzierte legte das gewonne Geld gleich, zumindest halbwegs Gewinnbringend, in eine Schönheits-OP an, was ihr immerhin ein Foto-Shooting für Penthouse einbrachte. - Alle Achtung! Kübelböck, lässt sich tuntig kreischend Spinnen im Junglecamp durch die Hose krabbeln, veröffentlicht ein überflüssiges Buch, und kriegt einen Eintrag in der "International movie data base" (www.IMDB.com) für den historisch/ international schlechtesten Spielfilm ("Daniel der Zauberer"). - Na wenn das keine Erfolgsgeschichten sind, dann weiß ich auch nicht!

Den Debütanten dieser Show kann man ihre Naivität ja noch nicht mal vorwerfen. Klar guckt Alexander, der sich schon als neuer Justin Timberlake wägt, spöttisch auf den Ford Roadstar, den er bekommen soll und versucht vergeblich seine Entäuschung zu verbergen. "Was? Und wovon soll ich jetzt die Villa auf Malle bezahlen?", wird er sich gedacht haben. Schätze die heutigen Kandidaten würden sich dementsprechend schon freuen, wenn sie nach der Show auf der dort gewonnen PS 2 samt Singstar nochmal üben dürfen. Hmm, in anderen europäischen Ländern bringt dieses TV-Format doch teilweise ganz passable Künstler hervor (z.B. Lene Marlin oder Will Young).

Kann den RTL-Produzenten und den Popinquistoren um Traum-Scharfrichter Dieter Bohlen ja völlig Schnuppe sein. Die Quote stimmt, durch die Publicity wird zumindest die Debutsingle des Gewinners für 3 bis 4 Wochen die Singlecharts anführen (was mitlerweile schon bei wöchentlichen Verkäufen von ca. 12 000 Exemplaren bereits locker drin ist) und für den Straßensäuberungsdienst nach dem Suizidsprungs des vernichtend abgeschmetterten Kandidaten vom RTL-Sendeturm, ist auch schon gesorgt. So schnell der "Star" aufgebaut ist, so schnell kann er auch wieder abgewürgt oder durch Knebelverträge an den Sender gebunden werden.

Aber auch wenn ich hier so tue, als ob ich total über dem ganzen stehen würde, unterhaltsam finde ich es schon wie Dieter mit seinem Ludencharme, talentfreie Popbückstücke abzuservieren. Mein Lieblingsspruch von ihm: "Du bist so was von talentfrei, da ist ja ein Pfund Zwiebelmett begabter als du!" - Genau, dass wärs doch: Deutschland sucht die Superfrikadelle! Der Gewinner darf dann DJ Ötzis Burgerdance covern.


  • "Daniel der Zauberer" bei IMDB
  • Dienstag, November 15, 2005

    With arms wide open


    von Creed, Epic (2000)

    Potzblitz, nun isses passiert. Der erste aus meinen Freundeskreis wird Papa. Mit dem hab ich schon zu Grundschulzeiten einige Krumme Dinger gedreht. Zum Beispiel auf dem Nachbarschaftsspielplatz ein Klettergerüst ausgegraben. So dachten zumindest die Anwohner, die Angst hatten wir könnten so ein 3 m hohes Ding mitgehen Lassen, so dass sie es für nötig hielten die Polizei zu rufen. Aber zurück zum Thema.


    Nu isser Papa. Gerade er, dem wir Anderen in Sachen Frauen lange Zeit nicht die Butter vom Brot nehmen konnten. Freu ich mich für ihn? - Auf jeden Fall! Ich spiel auch gerne mal den Babysitter. Als zweifacher Onkel weiß ich, dass Kinder zu betüdeln ne echt witzige und süße Angelgenheit ist. Bin ich neidisch? - Nee, das nicht. So niedlich die kleinen auch sind, ich bin immer auch ein bischen froh, wenn mein Bruder nach einem gemeinsamen Wochende bei Mama, mit seinen kleinen Plagegeistern wieder abzieht. Klingt gemein, is aber so.

    Überhaupt fühle ich mich alterstechnisch irgendwie zwischen den Stühlen. Schon seit einigen Jahren bin ich in dem Alter, wo man in der Stadt Frauen hinterherguckt, um beim Näherkommen festzustellen, dass sie einen Kinderwagen schieben. In den normalen Discos hingegen möchte ich schon im Voraus manchmal meinen Anwalt anrufen. Für Ü 30 reichst aber auch noch nicht. Unipartys? - Ja, das geht! (Puh, doch noch was gefunden!) Im großen und ganzen gefällt mir das Singleleben doch ganz gut muss ich sagen. Und wenn ich mir die Frauen angucke, die ich in den letzten Jahren wirklich gut fand, waren das doch immer sehr eigenständige Personen.

    Wähle ich etwa unterbewusst Mädels, die es eh nicht ernst mit mir meinen aus? Mach ich das, weil ich in Wirklichkeit meine Eigenständigkeit genieße und irgendwie meine "Sturm und Drang"-Zeit noch nicht ausgelebt habe.

    Montag, November 14, 2005

    Insomnia

    von Faithless, Intercord (29. April 1996)

    "I can't get no sleep!", wisperte Faithless-Frontmann Maxim Jazz 1996 so emotionslos und doch so eindringlich in sein Mikrofon. Ich habe zur Zeit das selbe Problem, nur dummerweise beschert mir dies, im Gegensatz zu den britischen Technochameleons, keinen Charthit sondern nur Müdigkeit und Abgespanntheit. Irgendwo habe ich mal gehört, dass man dann als erwachsen gilt, wenn man freiwillig früh ins Bett geht. Nur habe ich meinen Müdigkeitshöchststand des Tages meist schon gegen 18 Uhr. - Viel zu früh um schon über das ins Bett gehen nachzudenken.

    Wenn ich dann zwischen 23 und 24 Uhr das Licht aus mache, ist es dann nicht mal so, dass ich nicht müde wäre. Viel fataler ist es, dass meine Gedanken dann ausnahmsweise auf sich allein gestellt, d.H. nicht von TV, Stereoanlage, PC oder ähnlichen Medien abgelenkt, sind. Vor allem meine Pflichten, z.B. Lernen für Uni und alles andere was man gerne mal aufschiebt, sind es die in der ununterbrochenen Stille und Dunkelheit meines Zimmers in mir eine innere Unruhe hervorrufen. So wende ich mich des Nachts öfter als ein Fünf-Sterne-Koch ein "Well Done Steak".

    "Gedankenflut" nannte dies einst einer meiner Pädagogikprofessoren, der in seiner Vorlesung Ratschläge für das "erfolgreiche Pädagogikstudium" gab. Er macht hierfür eine verkehrte Ernährung verantwortlich. Ihm zu folge gibt es nämlich "aktivierende Vitamine" und "regenerierende Vitamine"(oder so ähnlich). Also merke: aktivierende Vitamine + abends= Gedankenflut. - Know your enemy! Ich wusste nur gar nicht, dass in Pizza oder Käsesandwhich überhaupt Vitamine drin sind!? Und Überhaupt, das Wissen darüber was man falsch macht, bringt nichts wenn man dann nichts ändert. Wo ich das jetzt aber hier geblogt habe, kann ich mich aber wohl vor einem Selbsttest nicht mehr drücken, oder? Ihr seid Zeuge!

    Ich werde euch die nächsten Wochen auf den laufenden halten. Für Ratschläge bin ich natürlich offen. Vielleicht sind meine Augen dann zur 10 Uhr Veranstaltung in der Uni dann in Zukunft nicht mehr so verklebt, dass ich das Radiergummi meiner Tischnachbarin für ein leckeres Katjes-Joghurt-Gum halte.

    Freitag, November 11, 2005

    Der tierische Mitbewohner














    So du bist also der neue hier. Aber bild dir nichts ein, ich bin der Hauptmieter! Also, ich erklär dir mal eben wie das hier so läuft. Ich Chef - Du nichts. - Alles klar?

    - *Mau*

    Was? hier aufmucken oder was? Wenn der Kuchen redet haben die Krümel Pause, weißt bescheid! Also hier die Regeln: Pupu und Pipi nur ins Katzenklo und wehe ich erwisch dich in meinem Zimmer! Ich warn Dich, wir haben Gestern ne Waschmaschine gekriegt. Ich zeig dir die gerne mal von innen! Und glaube nicht, dass dich dein "Ich bin ganz unschuldig, erst 8 Wochen alt und gerade aus Mama's Korb raus"-Blick retten kann. Das funktioniert vielleicht bei den Mädels ganz dufte, aber bei mir brauchst du das gar nicht versuchen! (Ok, ein bisschen funktioniert das schon.) Und überhaupt, glaub nicht dass du hier mit deinen "Ich jag der Stoffmaus hinterher-Spielereien" mir bei den Mädels die Show stehlen kannst. Ich hab die Masche auch schon probiert! Ich sach dir: Läuft nicht!

    - *Mauuuuuhh*

    Ja, hast ja Recht, bei dir stehen sie irgendwie drauf. Was soll ich machen. Ich bin zwar auch mitunder haarig aber mit 1,85 m weckt man einfach keine mütterlichen Gefühle bei den Mädels. Tja, in dem Punkt haste Gewonnen. - Fürs erste. Aber gewöhn dich nicht zu sehr daran. Bald kommste zu Michi und ich weiß, mit dem ist auch nicht immer gut Kirschen essen! Also genieß die Zeit. Den Mietvertrag spar ich mir mal für die zwei Tage. Hast eingeschränktes Asyl.

    Donnerstag, November 10, 2005

    The Florida Tales (Part one)















    Das Wetter hier ist herbstlich grau, ich habe die letzten 3 Tage auf Grund einer Erkältung kaum das Haus verlassen, Zeit etwas in schon leicht verjährten Urlaubserinerungen zu schwelgen. Sommer 2004 begab es sich, dass meine Verwandten (Cousin 3. Grades und dessen Ehefrau) meinen Kumpel (K.) und mich zu sich nach Florida einluden. Man kann ja über Amerikaner ne Menge Voruteile haben. Eines stimmt auf jeden Fall: Ihre enorme Gastfreundschaft. Nicht nur dass wir bei ihnen 14 Tage lang wohnen konnten und gut verköstigt wurden, nein der Mietwagen wurde auch gleich mitspendiert. Was allerdings auch mehr als notwendig war, denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln haben die Amis das nicht so. Eines Vorweg: Falls es hier mal nicht so rüberkommen sollte: Ich hab hauptsächlich sehr, sehr positive Eindrücke von diesem Urlaub mitgenommen. Wenn hier die negativen Berichte überwiegen liegt es nur daran, dass ich sehr gerne zynisch und vor allem subjektiv Schreibe.

    Das hier einiges anders läuft, merkten wir schon im Flugzeug. Ich hatte schon im Voraus davon gehört, dass man bei Flügen in die USA Fragebögen ausfüllen muss. Hier soll man z.B. freundlicher Weise ankreuzen, falls denn der Fall, dass man Terrorist oder Nazi ist und so. Ich mache mein Kreuz hier dann wahrheitsgemäß lediglich bei "Sex: male" (gerne hätte ich auch geschrieben: "Yes, please!"). Zudem sollte man auch bitte angeben, wo man während seiner Urlaubszeit wohnt. Ein bischen blauäugig schreibe ich an dieser Stelle nicht einfach "Road tripping" hin, sondern die lückenhafte Adresse meines Cousins, die sich nur auf seinem Namen (Charles Willis) und den Ort (Inverness) beschränkte. Schließlich hat dieser Ort nur 6000 Einwohner, da dürfte man den doch kennen oder? Diese Blauäugigkeit sollte sich für uns später auf dem Flughafen von Orlando als fataler Fehler herausstellen.

    Denn ein schmierbäuchiger Beamter, der sich wahrscheinlich in diesen Moment viel lieber mit Donuts vollgefressen hätte, als sich mit uns rumzuplagen, fragte uns unaufhörlich nach der genauen Adresse. Unsere Antwort: "We will be picked up by my relatives." hat ihn auch nicht gerade zum Lachen gebracht. So finden wir uns in einem kleinen Warteraum, zusammengepfercht mit etwa einem Dutzend Leidensgenossen, wieder. Unter ihnen ein Mädel aus unserem Flugzeug, die mit ihrem Nerfen völlig am Ende ist. Im Gegensatz zu uns hat sie nämlich nicht einmal Ansatzweise die Adresse ihres Vaters, den sie seit Jahren (seit der Trennung ihrer Eltern) nicht mehr gesehen hat. Wenn kein Angehöriger gefunden werden sollte, würde sie zurückgeschickt werden (auf eigene Kosten versteht sich). Während wir auf die Ergebnisse der Arbeit des Donutfans warten, kommen wir auf die Idee auf eigene Faust per Handy meine Verwandten anzurufen.

    "Deactivate the cell-phone at once!", röhrt uns die zweibeinige Plautze an. In Gedanken sehe ich schon, wie einer der Beamten sich mit seinem Körper auf die vermeintliche Telefonbombe stürzt und panisch schreit: "Everyone, get the hell outta here!" Stattdessen, muss ich mein Ego bis 0,1 runterschrauben und den netten Beamten winselnd anflehen, doch bitte diese Nummer anzurufen. Ich habe zu der Zeit allerdings wenig Hoffnung, dass dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein wird. Denn eigentlich sollte Denise (die Frau meines Cousins) ja schon auf dem Weg hierher sein. Zu unserem Glück, hat sie uns missverständlicherweise erst für den nächsten Tag erwartet. So kommen wir nach einer Stunde schon aus der Verhörzentrale. Als wir dann von ihr abgeholt werden, erfahren wir dass wir gerade rechtzeitig zu Hurricanesaison angekommen sind und die Strassen entsprechend voll mit dem Evakuierungsverkehr sind. ...

    Mittwoch, November 09, 2005

    Nichts als Sex




    Es gibt ne Menge im TV was nervt. Aber zwei Sachen ganz besonders: 1. Amerikanische TV- oder Filmkonzepte, die noch mal durch eine deutsche Produktion kopiert werden. 2. Sinnfreie Titelauswahl für selbige. – Beides findet sich in der neuen „Made by Pro 7“-Produktion „Alles außer Sex“ wieder. Wer nur einmal den TV-Spot gesehen hat, der bei Pro 7 gebetsmühlenartig durch das TV-Gerät dudelt, weiß dass es sich hierbei nur um eine Coverversion von „Sex and the City“ handeln kann. Wie bei Sarah Jessica Parker und Kollegen scheint es auch hier in der Frauenclique die gleichen Typen der Marke hoffnungslose Romantikerin, nymphomanische Schlampe, usw. usw. zu geben.

    Das Konzept der Sendung ist also klar und jeder weiß, was ihn erwartet. Der Titel trägt zu dieser Vorhersehbarkeit allerdings nicht gerade bei: „Alles außer Sex“ heißt die Serie. Moment mal, ich dachte doch, dass es bei dieser Serie um „Nichts anderes als um Sex“ gehen würde. Irgendwie verwirrend. Vielleicht hat Pro 7 ja gleichzeitig noch ne andere Serie in den Startlöchern, die sich mit dem Mitleid erregenden Schicksal von 4 Nonnen beschäftigt und die Titel der beiden Sendungen versehentlich vertauscht. Die würde ich gerne sehen. Vor allem die Titelgebende Szene in der die eine Nonne irgendwas Schlimmes angestellt hat und von der Obernonne bestraft werden soll. Auf den Knien wimmert sie „Bestraft mich! Alles, alles nur kein Sex!“

    Wahrscheinlicher jedoch ist, dass es den Pro7-Produzenten ziemlich egal war, wie die Serie heißen soll. Überlegungen dazu könnten so ausgesehen haben: „Also im Titel der neuen Serie muss auf jeden Fall das Wort Sex vorkommen! Sex and the City gibt’s ja schon. Also eigentlich egal, das Wort Sex zieht immer. Vorschläge?“ – Tja, wäre wohl echt total egal gewesen. Fast genauso gut wären folgende Titel gelaufen: „Gummireifen … Sex“ oder „4 ledige, heiße Torten wollen es wissen“ (Ach nee der geht nicht, ist das S-Wort nicht drin. – Schade!) Wenn der Titel der (Achtung Pro7’s Wortschöpfung:) Dramedi- Serie stimmen würde, wäre der Inhalt so leer wie eine von mir angefertigte Best-Of Scooter- Compilation. Aber geben wir dem Ganzen mal ne Chance.

    Montag, November 07, 2005

    Jay's Wochenende - Eine Bildergeschichte










    Jay wie man ihn kennt. Freitag ca. 23 Uhr. Leicht angetüdelt aber noch ganz fitt. Dackelblick. Perfekte Symbiose aus Schwiegermutters Liebling und Player. (*augenzwinker*)














    Jay am Samstag Morgen. Übernächtig, verkatert, von Übelkeit geplagt und vor allem not amused.














    Jay am Sonntag. Das Ding auf meiner Nase ist leider weder ein früher Requisitenentwurf der Lord Vader-Maske, noch eine Art Wasserbon. Das erhöhte Alter macht sich bemerkbar. Ich kann nichts mehr ab!

    Samstag, November 05, 2005

    It's my party and I cry if I want to

    Boah, war das ein Gelage gestern! Ich hab mehr Ränder als Augen, in meinem Magen tobt ne Schlacht dessen Ausgang noch unbestimmt ist und in meinem Mund macht sich ein Geschmack breit, bei dem jeder tote Iltiss sofort wieder auferstehen würde um davor zu flüchten. Also Iltiss von der Zunge genommen und die verklebten Augen aufgepuhlt. Mhm, ich liege auf meinem Bett und es ist noch heil. - Das ist gut! In der Küche angekommen tut sich mir allerdings ein Bild auf, dass das Armaggeddon kuschelig wie eine Wohnzimmercouch aussehen lässt. - Das ist schlecht!"


    Komisch, ich wusste gar nicht, dass Noel und Liam Gallagher auch eingeladen waren.", denke ich mir. Hätte ich die Augen lieber zugeklebt gelassen. Hatte ich doch zudem Zeitpunkt die verkohlte Herdabdeckplatte für einen, von den billig Fusel inspirierten, Albtraum gehalten. Aber hey, ein bischen Punk muss sein (Hat selbst Lukas Hilbert mal gesagt und der muss es ja wissen!) und bei einem echten Rocker muss auch das Mobilar dran glauben. Das nächste mal aber lieber nach Vorbild der Oasis Brüder lieber nicht die eigene Wohnung, sondern lieber ein Hotelzimmer verwüsten!!

    Tja, wo gehobelt wird, da fallen Späne. Die Party war aber sonst sehr spaßig. Es gab viel zu Essen, zu Trinken, zu Lachen und zu Singen (nicht nur dank Sing Star - nein, auch zur Gitarre). Nicht besonders geschickt und schon gar nicht lustig hingegen fand ich, wie meine Mutter mir am Telefon gratulierte und mir kurz darauf dann stecken musste, dass mein Opa auf der Intensivstation liegt. "Versuch dir da nicht zu viele Gedanken drüber zu machen und feier schön!" - Ja, Danke! Welch Ironie, dachte ich mir: Mein Opa wird ins Krankenhaus eingeliefert, während wo anders ein sehr guter Freund von mir darauf wartet Vater zu werden. (Meinem Opa gehts jetzt aber wieder ganz gut.)

    Was die anwesenden Damen betrifft, haben sich für mich manche Rätsel gelöst, während sich wieder andere auftaten. Als ob mein Kopf nicht auch ohne Denksportaufgaben weh tun würde. Das erzähl ich aber (zumindest vorerst) nur meinem Therapeuten und/oder meinem Bewährungshelfer. Bei Therapeut fällt mir gerade wieder die Couch ein. Die werde ich heute wohl nicht mehr verlassen. Posted by Picasa

    Freitag, November 04, 2005

    Keep the heads ringing

    Ich falle jedes Jahr wieder drauf rein. Die Sportlerparty findet wieder mal unmittelbar vor meinen Geburtstag statt. Jedes Jahr stelle ich wieder die Überlegung an, nicht hinzugehen, weil Kräfte sparen, eh zu voll da (ich dann zu voll) und überhaupt. Aber irgendwie hat man dann doch Angst was zu verpassen und landet doch wieder im überfüllten (diesmal nicht ganz so schlimm, da das Kieler Ordnungsamt eingeschritten ist) Fresstempel der Uni. In meinen Geburtstag feier ich so mit einer Freundin und ohne Getränk in der 30 m langen Schlange.

    Die Faszination die von dieser Veranstaltung ausgeht, lässt sich sowieso nur mit dem "good-looking"-Klischee der Sportfakultät erklären. Die Frauen hoffen bei diesem Event auf Waschbrettbäuchige, vor Testosteron strotzende Steroid-Mutanten und die Männer auf langbeinige, durchtrainierte schönheiten, die mit ihren Ärschen Wallnüsse knacken können. Besonders an diesen Abend fällt mir auf, dass wohl vor allem Erstsemester (oder solche, die es mal werden wollen) diesen Lockruf folgen. Manche der Mädels erwecken bei mir eine Art Sameriterinstinkt und ich überlege mir, ob ich nicht das nächste Mal ne Tüte Brötchen mitbringe und die hier auf den Markt schmeiße.

    Den Gedanken scheint die Fachschaft Sport auch gehabt zu haben und eröffnet im obigen Bereich der Mensa eine Essbar. Auf der Tanzfläche angekommen, erkenne ich dann, dass der Wunsch schlank zu sein auf dieser Party ökonomisch durchaus Sinn macht. Die Ressource "Platz" ist nämlich teils so knapp, dass das Tanzen sich mitunter auf das abwechselnde Zusammenkneifen der eigenen Pobacken beschränkt. Ähnlich knisternd erotisch, geht es Montag morgens im überfüllten Unibus vor, dachte ich. - Spass Pur! Viele bekannte Gesichter sind nicht anwesend, ich bin leicht erkältet habe Kopfweh und Verlasse mit einer Freundin schon gegen 2 die Veranstaltung.

    Der Kater bleibt natürlich am nächsten Morgen trotzdem nicht aus. Neben meinem Bett steht noch ein vermeintliches Glas Wasser, dass mir willkommen scheint um meinen Nachdurst zu stillen. Es entpuppt sich als Gin-Tonic-Überrest von meiner Partybegleiterin, was mir einen Übelkeitsbonus einbringt. Mir graut schon davor die Bowle für heut Abend ansetzen zu müssen.
    Im Laufe des Vormittags merke ich dann, dass das unaufhörliche Klingeln nicht nur in meinen Kopf stattfindet, sondern vor allem im Telefonlautsprecher (die ersten Gratulanten).

    Donnerstag, November 03, 2005

    How to cheer up your roomate

    Was tun, wenn man von der Uni nach Hause kommt, die Mitbewohnerin einen megaschlechten Tag hatte, eigentlich dringend ein bischen aufheiternde Gesellschaft bräuchte, ihre Freundinnen keine Zeit haben und man selbst abends mit seinen Jungs hirnloses geballer im Kino beiwohnen will.

    Ganz einfach: Man fährt ca. 1 1/2 Stunden vorher mit ihr zu Mediamarkt und holt sich Singstar samt Mikrofone für Sonys Männerspielzeug (Diese Anschaffung planten wir sowieso schon länger.- Bestimmt auch ein guter Partystarter für Freitag!). Nach kurzem Kampf mit der Verpackung sind die Mikrofone fix im USB-Port der Playsi eingestöpselt, DVD reingeschoben und los geht der Karaokespass. Die Playlist ist zwar nicht besonders groß, aber gut gemischt. Es finden sich nahezu alle Genres wie Soul (Alicia Keys), Rock (Maroon 5), Reggae (Bob Marley) bis hin zu Schlager (Dieter Thomas Kuhn).

    Das Einzige was manchmal vom rhytmisch korrekten trällern abhält sind die von den alten Videos ausgelösten Lachkrämpfe (Ich konnt einfach nicht mehr bei Elton John & Kiki Dee's "Don't go breaking my heart!"). Solche Duette kann man übrigens auch als Duell singen, welche S. aufgrund meiner Unfähigkeit hohe Passagen zu singen für sich entscheiden konnte. Mein Ehrgeiz spielte hier allerdings auch keine Rolle, ging es doch darum S. aufzuheitern. - Und das war auf jeden Fall gelungen.

    Denn als ich mich dann langsam auf dem Weg machen wollte, um die Film gewordene Schiessbude "Doom" zu gucken, verhallte mein "Tschüss, bis nachher.", schon antwortslos. Zu sehr war sie darauf konzentriert bei Alicia Key's "Fallin" (zweifelsfrei ein schweres Stück) die Töne zu treffen. Ich hätte gerne den Gesichtsausdruck von MiBiWo D. gesehen, als er um ca. 21 h die Wohnung betrat und nichts ahnend aus meinem Zimmer melodiöse, von einer Frau stammenden Gesänge mit "uhuuuuu"'s und "ahahaaa"'s zu hören bekam.
  • Rezension zu Doom bei IMDB
  • Mittwoch, November 02, 2005

    Alles Schlampen bei Ebay

    Tja, so kanns gehen. Ich dachte ich wäre stark genug zu wiederstehen. - Nun, ich habe mich geirrt. Nach 10 Tage Probe spielen musste ich mir nun doch das Onlinerollenspiel "World of Warcraft" kaufen, um wieder gepflegt mit meinem Tauren-alter-Ego und meinem MiBiWo durch die Comicbunte Fantasywelt zu hüpfen. Dummerweise ist das Softwarejuwel z.Z. im Laden nicht zu bekommen (Marketingstrategie des Herstellers oder tatsächlicher Lieferengpass). Also mal bei Ebay reingeschaut.

    Siehe da: "neu und original verpackt", steht da in der Artikelbeschreibung. Das Bewertungsprofil des Verkäufers macht einen überwiegend positiven Eindruck. - Was soll da schief gehen, denke ich mir und steiger knapp unter den Ladenpreis. - Zack, Auktion gewonnen. Das war Mittwoch vor 2 Wochen. Wie manche von Euch wissen, wollt eich mich an diesen Tag nach Hannover aufmachen. Also schnell ne Email an den Verkäufer geschickt und auf dem Weg zum Bahnhof die Überweisung eingeworfen.

    Am folgenden Dienstag schreib ich den Verkäufer eine vorsichtige Anfrage, ob meine Überweiung schon eingegangen sei. Sein Homebanking sei ausgefallen, sagte er aber er würde sich am Mittwoch darum kümmern, er hätte dann frei. Dies hinterließ bei mir schon einen negativen Eindruck: Ist es denn so schwer sich eben einen Kontoauszug zu holen. Hätte doch theoretisch mein Geld schon am Freitag auf seinen Konto sein sollen, dann wär das Spiel jetzt schon da. Mittwoch meldet er denn, das Geld sei da und er würde das Spiel am Donnerstag auf den Weg schicken. So spring ich seit letzten Freitag regelmäßig bei einen Türklingel am Morgen in die Jeans und hurte wie meine kleine Nichte an Weihnachten zur Tür. Mal ist es Werbung, mal für meinen MiBiWo.

    Am Dienstag ist mir dann der Kragen geplatzt: "Der hat sein letztes Päckchen geschnürt! Power-Seller, das ich nicht lache! Dem werde ich auch mal was sellen. Den falte ich zusammen wie nen Zollstock." -Ich war geladen wie ein 9-Volt-Block. Ähnlich, klang dann auch meine Email an ihn. Er versicherte mir das Päckchen abgeschickt zu haben und scannte mir zum Beweis noch den abgestempelten Paketaufkleber mit ein. Meine Paranoia nahm sogar solche Formen an, dass ich meine Nachbarn verdächtigte das Paket gemopst zu haben. "Die WG neben uns, der hat schon immer so ein satanistisches "Wacken"-T-Shirt an. So einer muss doch Terrorist sein. Zumindest ein Sympatisant.

    Heute dann die peinliche Ernüchterung. Der Verkäufer mailte mir (trotz meiner Predigt immer noch sachlich gemäßigt), die Adresse an die er das Paket geschickt hat nun richtig sei. Das Paket sei heute zu ihm zurück gekommen. Das lag dummerweise nicht daran, dass das Spiel Sehnsucht zu ihm hatte, sondern die Adresse zwar meine aktuelle Straße, aber nicht meine aktuelle Hausnummer auschilderte.

    - Jetzt würde ich mich lieber selbst einschnüren.