Seelen- und Hirnexhibitionismus

Donnerstag, Oktober 27, 2005

Yeah, Narzissmus!

Manchmal passiert es, dass einen die Geister der Vergangenheit einholen. Ganz unverhofft trifft man wieder auf Personen, die früher mal eine wichtige Rolle in unseren Leben spielten. Nie ganz vergessen, immer ein bischen präsent, auch wenn man es sich selbst vielleicht nicht ganz zugestehen will. Ob positiv oder negativ, sie sind häufig wie ein Fernseher, der einen zeigt, wer oder was man in der Vergangenheit war oder was seitdem aus einem geworden ist. Manchmal gefällt einen dieses Bild von damals nicht, weshalb man die Person, die damit in Verbindung steht auch ungern wieder in sein Leben reinlässt. Was mich betrifft, ich muss feststellen, dass ich auch den "Beteiligten" der schlechten Erfahrungen einiges zu verdanken habe. Man muss diese Erfahrungen nur richtig für sich nutzen.

Nunja, ich halte seit einiger Zeit wieder regelmäßigen Kontakt mit einen dieser "Geister" mit der ich vor einigen Jahren doch einen "recht engen" Kontakt hatte. Aus welchen Grund auch immer sprach sie mich auf etwas an, was ich damals mal gesagt hatte:"Du meintest mal, dass man nicht lieben könne, wenn man sich selbst liebt. Was genau meinst du damit?" Puh, da muss ich einmal einen völlig philosophischen Tag gehabt haben. Ich überlegte kurz und tippte folgende Antwort in den Instant Messanger: "Wenn man sich nicht selbst so akzeptiert wie man ist, sich also nicht liebt, dann kann man höchst wahrscheinlich auch nicht jemand anderen so akzeptieren. Bzw. wenn man seine eigenen Fehler als so groß erachtet, wird man nicht innerlich glauben können, dass jemand anderes über diese fehler hinweggucken kann und sich folglich nie wirklich bei seinen partner "sicher" fühlen."

Hoppala, wo hatte ich das denn her? Und war schon damals so schrecklich altklug, wenns um Zwischenmenschliches geht? Nach längeren Überlegungen kam ich auf meinen alten Werte und Normen-Lehrer auf der Realschule. Der brachte mal diese Kernphrase bei einen knubbelnasigen, leicht fettleibigen, aber durchaus sympatischen Mitschüler. Ich mochte diesen Lehrer nicht mal und damit auch nicht seine pathosgeschwängerte Phrase. Ich dachte mir damals: "Ja toll, Rex Gildo hat auch mal gesagt "Hossa! Hossa! Heh!", ich finde beide haben ein bischen Recht." Doch irgendwie ist sie mir hängengeblieben und ich hab sie mit meiner eigenen Interpretation stark verinnerlicht.

Naja, alles was ich mit der kleinen Anekdote feststellen wollte ist folgendes: Ich wundere mich einfach manchmal, wie man selbst unbewusst jemanden in seiner Weltanschauung beeinflusst und umgekehrt sogar von Leuten beinflusst wird, von denen man dachte, dass diese für einen völlig unwichtig sind. Wie Jake Blues sagen würde: "Die Wege des Herrn sind unergründlich!"

2 Comments:

Anonymous MC Winkel said...

An dieser, wohl wahren Aussage wären Sie auch hängengeblieben, wenn Sie sie von jmd. Anderem gehört hätten. Nehme ich an. Denn sie ist ja wahr.

Aber was hat das jetzt mit Hedonismus zu tun? :)

27 Oktober, 2005 16:59

 
Blogger Jay said...

oh ja, sie haben Recht! Ich betitel ja gerne nach Songtexten, sinngemäß wollte ich aber auf Narzissmus hinaus. Peinlich, peinlich. Scheiße nur, dass Skunk Anansie's hit nicht "Narcism" heißt. - Wird gleich geändert.

27 Oktober, 2005 19:35

 

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