Seelen- und Hirnexhibitionismus

Mittwoch, Oktober 26, 2005

Nass, gelangweilt, hungrig

Eigentlich hab ich mich ja drauf gefreut, dass das Semester wieder anfängt. Aber nach so einen Tag wie heute, muss ich das revidieren. Der Mittwoch ist bei mir in diesem Semester sowiso der längste Tag. Beginnend um 10 Uhr, endend um 18 Uhr. Wäre halb so wild, habe ich doch zu Ausbildungszeiten täglich diese Zeit gearbeitet. Nur haben wir hier leider keine Campusuni und meine Kurse sind so doof gelegt, dass ich an diesem Wochentag den "Olshausenberg" (wer hätte gedacht, dass eine Nordstadt so hügelig sein kann) je zweimal mit meinen Drahtesel auf und ab fahren muss.

Dosenpfand sei dank, hat selbiger einen chronischen Platten, so dass es nicht selten vorkommt, dass ich schon mit schweißüberströmten Kopf und stehender Weise versuche den Hügel zu bezwingen, ein leises Fahrradklingeln höre. Ich drehe meinen Kopf dann langsam nach links, in der Erwartung eine Art Jan Ulrich inklusive T-Com-Wurstpelle zu sehen. Stattdessen ist es dann doch eine Alte Oma auf ihrem Hollandrad, die völlig relaxt ohne mit der Wimper zu zucken an mir vorbeicruist.

Ich komme heute mal wieder nicht richtig in die puschen, so dass ich zwar immerhin noch mein Frühstück runterwürgen kann. Der Kaffee bleibt aber unberührt und ich schaffe es auch nicht mehr mir einen Snack für den Tag zu machen. Nach 4 Seminarstunden und einen Fahrrad-Up-and-down komme ich wieder oben an. In meinem Klingelbeutel befinden sich nur noch Groschen, denn Gestern wurde die Telefonrechnung von meiner MiBiWo eingetrieben. Mit knurrendem Magen eile ich noch schnell vor der nächsten Veranstaltung ins Foyer des Audimax, wo ich mir hoffentlich noch einen Knoppers aus dem Automaten ziehen kann.

Fast hätte ich noch zwei Kommilitonen totgebissen, hätte ich nicht die alseits beliebten "Unicum-Tüten" in ihren Händen gesehen. Jene werden in unregelmäßigen Abständen ausgegeben um die junge Zielgruppe mit diversen Werbeproben zum Konsum zu bewegen. "Meine Rettung.", denke ich mir. Sofort nach erhalt stecke ich meinen Kopf in die Tüte um nach etwas essbaren zu stöbern. Neben den üblichen Deo-, Duschgel-, Zeitschrift-Paket gibt es einen Muffin-Teig-Mix (So hungrig bin ich dann doch nicht, dass ich mir rohen Teig reinhaue.), 3 Abgezählte Wick-Energy-Bonbons (Werden sofort im Seminar vertilgt. Schmecken scheisse wie Medizin, doch ich bin danach so wach, dass ich die noch folgenden Wege hätte laufen können.) und eine Tüte mit ca. 8 Flips (auch nur was für den hohlen Zahn.)

Zusätzlich zum Hunger-und-Nass-Problem nerfen mich noch die Kommilitonen. Denn in nahezu jeder Veranstaltung prügeln sich die Kollegen um Referatsthemen wie Kinder in Afghanistan um Carepakete. Wer weiss, vielleicht gibts ja morgen keine Themen mehr. Ein Glück ist morgen schon fast wieder Wochenende!

1 Comments:

Anonymous Tino said...

Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

26 Oktober, 2005 23:52

 

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