Seelen- und Hirnexhibitionismus

Sonntag, Oktober 30, 2005

Mp 3 killed the video star

Anlässlich einer aktuellen Spiegel-Online-Forumsdiskussion bezüglich der Frage "Hat sich die Rundfunk-Qualität jüngst verbessert?" lasse ich es mir nicht nehmen, hier mal meinen Fingern zum Thema Musikqualität freien Lauf zu lassen.

Hat sich die Rundfunkqualität verbessert? - Nun ja, es scheint mir nicht so, dass die Radiostationen die Musiktrends setzen. Eher lassen sie sich von den Trends diktieren, was gespielt wird. Die Musikindustrie hat sich scheinbar gerade wieder ein bisschen gefangen. Der Wunsch der Konsumenten, Musik aus dem Internet herunter zu laden wurde einfach zu spät entdeckt. Das kommerzielle Potential des MP3-Formats wurde unterschätzt und die erfolgreiche Umsetzung von Online-Vertrieben wie Musicload oder I-Tunes geschieht ca. 10 Jahre zu spät, so dass so manch ein armer Plattenboss seinen Jaguar verkaufen musste und Musikvideoproduktionen (selbst bei etablierten Künstlern) als Kunstform fast ausstarb.

In der jüngsten Vergangenheit machte die Plattenindustrie fast mehr Geld mit den nervigen Handy-Klingeltönen, als mit den regulären CD-Verkäufen. Doch so langsam scheint es mir, dass der positive Nebeneffekt dieser Krise eintritt. Denn neben den üblichen Retorten-Bands werden wieder vermehrt Songwriter, deutsche Bands und andere Musik ohne Verfallsdatum produziert und gehyped. Denn wenn ein Konsument schon 15 € für eine CD ausgibt, will er sie auch in 4 Jahren noch hören können.

Künstler wie „Farin Urlaub“ oder „Die Fantastischen Vier“ haben es daher auch nicht nötig ihre Alben mit Kopierschutz zu versehn. Denn ihre Fans wissen, dass sie bei CD’s solcher Interpreten mehr fürs Geld bekommen als bei polyphonen Klingeltönen im „Jamba-Spar-Abo“ (Warum eigentlich „Spar-Abo“? Spar nicht mehr, wenn ich ganz auf den Mist verzichte?). Die Radiostationen spiegeln diesen Trend nur wieder. Sie sind so wenig experimentierfreudig wie eh und je. Und der Plastikpop lebt in einer Co-Existenz (besonders auf den „Bravo-Hits“-
Samplern) weiter.

Also ich kann ganz gut mit den momentanen Radioprogramm leben. Und hey, keine Band auf dieser Welt spielt für dich alleine! Wir bestimmen das Programm!

1 Comments:

Anonymous mcwinkel said...

So wie ich das sehe, stellt sich in absehbarer Zeit jeder sein eigenes Radio-Programm morgens über iTunes oder so zusammen...

Es lebe der Podcast!

30 Oktober, 2005 20:50

 

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