Seelen- und Hirnexhibitionismus

Dienstag, Oktober 25, 2005

Le Frisur

"Bis in die Spitzen" heißt die zweite ganz super dolle Telenovela bei Sat 1, die jeder ganz dufte finden soll, bevor sie überhaupt jemand sehen konnte. Der Trailer, der sowohl auf Sat 1 als auch auf Kabel 1 läuft, erweckt bei mir lediglich den Eindruck, dass in der Serie alle Friseurklischees bedient werden. Oberflächlichkeiten, Sex, Eifersucht. "Beste deutsche Serie seit lamgem...", sagt der Stern. - Mag ja sein. Ich guck mir das auf jeden Fall nicht an. Mir ist das Thema einfach zu gruselig.

Denn Hairstylisten und ich passen ungefähr so gut zusammen wie Oli P. und der Grimmepreis. Da meine Schwägerin auch einmal als Friseurin arbeitete (wir verstehen uns trotzdem prächtig), weiß ich, dass ich wohl der Graus jeder Friseurin bin. Denn entgegen meiner sonst recht aufgeschlossenen Art, werde ich auf den Friseurstuhl stumm wie "Die Maus" und meine Ausstrahlung liegt irgendwo zwischen der von Vin Diesel und Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben.

Irgendwie finde ich es nämlich beunruhigend einer Frau mit Schere bzw. Rasierklinge so hilflos ausgeliefert zu sein. Da gibst andere Situationen, die ich mir diesbezüglich besser vorstellen könnte. Beispielsweise mit Plüschhandschellen am Bett und Seidenschal um die Augen. (*Räusper*) Aber ich schweife ab.

Auch wenn die gute Scherenfee noch so zauberhaft aussehen mag, ich hab immer den Eindruck, dass die sich mit ihren netten Tüdeln und Lächeln nur um ein hohes Trinkgeld bewirbt. - Nicht falsch verstehen, das Trinkgeld sei ihr gegönnt und das kriegt sie auch. Nur mag ich in diesem Umfeld keine oberflächlichen Gespräche. Das erzähl ich dann doch lieber meinem Blog, denn hier entscheiden die Leute selbst, ob sie es hören wollen oder nicht.

Heute wird mein Unbehagen nicht nur durch die Lampe über meinen Kopf verstärkt, die mich beim Haarewaschen ähnlich blendet, wie die beim Zahnarzt, sondern auch durch die merkwürdigen roten Flecken auf meinen Kittel. Aus Selbstschutz denke ich mir: "Man muss dass ein erlauchter Kunde gewesen sein, der zu seinem Schnitt noch mit Rotwein rumspritzen durfte."

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