Seelen- und Hirnexhibitionismus

Dienstag, Oktober 04, 2005

Extreme Timewasting



Oh Mann, ich kann mir jetzt mal wieder vorstellen warum Arbeitslose ihren Arsch nicht hoch kriegen! Sind zwar nur noch 2 Wochen Semesterferien, ich muss auch eigentlich noch was machen, nur: "Ist ja nicht wild, wenn ich dies und das heute nicht schaffe - mach ich dann Morgen!" Das Selbe denke ich mir dann Morgen aber auch wieder.

Schuld daran sind mal wieder die üblichen Verdächtigen: Die "sozialen Verpflichtungen" wie mit Freunden Trinkengehen (und was daraus so resultiert) aber auch, so schandhaft das jetzt auch klingen mag, der leidliche, ich sach mal Homeentertainmentbereich. Dieser füllt zugegebener Maßen beim Jay ohnehin nicht nur viel Platz im Zimmer sondern auch im Täglichen Zeitplan aus.

Vor einer Woche brachte mein MiBiWo dann zu allem Überfluss auch noch die Zweite Staffel von "24" auf DVD mit. - Da war alles vorbei. Es fing noch recht harmlos an. Zuerst verfolgte ich den Serien-Politthriller meist nur zu den Mahlzeiten. - Läuft ja eh nichts dolles im TV. Dann erwischte ich mich dabei, dass meine "Mahlzeiten" sich auf Mysteriöse Weise verlängerten. "Och komm, Jay. Nen Kaffee kannst ja noch Trinken!" Sag mir mein innerer Schweinehund.

Die letzten 8 Stunden des "24-Tages", sprich der Versuch des Helden den 3. Weltkrieg zu verhindern, verschlinge ich letztlich an einem Stück. Mein Zimmer wird nur fürs Badezimmer, zum Herdanschmeißen, Nudeln aufsetzten, später Nudeln aus den Wasser holen, mit ins Zimmer nehmen, verlassen. Wie ein Kaninchen vor der Schlange starre ich wie gebannt auf die Mattscheibe, bis der letzte Abspann flimmert.

Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen, dass diese Serie mit ihrem "Echtzeit-Konzept" einzigartig ist und auch jeden genreähnlichen Hollywoodstreifen wie "Der Anschlag" oder "Die Bourne Verschwörung" einfach alt aussehen lässt. In Sachen Dramaturgie ist sie auf jeden Fall nicht zu toppen. Gleichzeitig geschehene Szenen werden per Splitscreen dargestellt, so dass man als Zuschauer den Eindruck bekommt, man könne jede Sekunde etwas entscheidendes Verpassen. Die ständig tickende Zeit (Jede Folge zeigt eine Stunde des dargestellten Tages.) bewirkt zudem, dass man sich genau wie die Charaktere gehetzt fühlt also jede Sehpause einen unbefriedigt und rastlos hält.

Ok, jetzt ist es vorbei und ich könnte wieder wie ein normaler Mensch leben. Aber ich hab ja noch 2 Wochen Zeit, da hab ich mir doch glatt nochmal die erste Staffel geholt. ;-)

1 Comments:

Anonymous mcwinkel said...

Kennst Du "Morgen Freeman" von den Beginnern? Könnte Titletrack zu diesem Eintrag von Dir sein! :)

Viel Spaß dann bei Staffel I! :)

04 Oktober, 2005 21:23

 

Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen

<< Home