Seelen- und Hirnexhibitionismus

Freitag, September 30, 2005

Bei MTViva nichts neues!

Mangels fehlendem Kabelanschluss (ich besitze nur einen Digitalreceiver) komme ich ja selten in den „Genuss“ Musiksender zu schauen. Da ich grad übers Wochenende in meiner alten Heiamtstadt sitze, schaue ich doch mal was der Mainstream z.Z. so zu bieten hat:

Fettes Brot feat. Finkenauer: An Tagen wie diesen – Kaum einer Band verzeihe ich ein Falco-Sample lieber als den 3 Jungs aus Pinneberg, Halstenbek und Schenfeld. Die Idee mit den Panzern die wie selbstverständlich durch die Stadt brettern ist witzig und passt zum ungewohnt ernstem Thema. Die Brote scheissen mittlerweile auf Hip-Hop-Klischees und tun gut daran.

Green Day: Wake me up, when September ends! – Auch Green Day haben sich von alten (Punk-) Attitüden weitgehend distanziert und einer breiteren Bandbreite geöffnet. Im Gegensatz zu den mit 40 noch pubertär erscheinenden Offspring haben sich Green Day weiterentwickelt und mischen sogar größen wie U2 auf. Billy Joe erinnert mich im Video ein wenig an Elijah Wood in Sin City.

Seeed feat. Ce-Lo: Aufstehn – Die Berliner (übrigens die in Jamaika erfolgreichste deutsche Band) kommen diesmal ganz ohne Dancehall Ambitionen daher. Steht ihnen gut muss ich sagen. Die deutschen Gesangspassagen verhindern glücklicherweise jeglichen Vergleich mit Gentleman. Der ist auch Klasse aber Panini-Sammelblider wollte man ja auch nie doppelt haben, oder?

Busta Rhymes: k.A. – Featured wieder irgendeine bis dato unbekannte Schönheit die ständig den Refrain wiederholt. Mir sind nur die knappen Kostüme der Trulla und ihrer Kolleginnen im Gedächtnis geblieben. – Sorry, ich bin halt ein Kerl!

Missy Elliot: k.A. – scheint abgenommen zu haben. In ihren neuen Song singt sie mehr als zu Rappen. Und auch das kann sie. Eine der wenigen R & B Künstlerinnen, die sich immer wieder neu entdeckt und dabei das ganze Genre prägt. – Respect!

Robbie Williams: Trippin’ – Ich weiss nicht, ich weiss nicht! Irgendwie hat ihm der Wechsel des Produzenten und Co.-Songwriters nicht gut getan. Die beiden neuen Songs auf seinen Best Of-Album haben mir auch schon nicht so doll gefallen. Als hätte die Plattenfirma das geahnt, liest man in diversen Magazinen über den „neuen“, ehemaligen Mitbegründer von Duran Duran der damals aus chronischer Dusselligkeit das Angebot, ein gewisses trällerndes Mädel, dass sich Madonna nannte zu produzieren, ablehnte. Aber ich schweife ab. Robbie trällert bei ‚Trippin’ wie ein Kastrat und rennt im Video mit Pyjama und übergroßen Socken durch ein Labyrinth ohne Vorwärtszukommen. Wenn das kein schlechtes Omen für seine Karriere ist!

Jack Johnson: Breakdown – Endlich! Ich sehe zum ersten mal ein Video meines Lieblingssongwriters. Jack hat sogar ein bischen Ähnlichkeit mit meinem Kumpel Jörg, der mich damals auf Jack Johnson gebracht hat. Das Video war bestimmt nicht Teuer aber zeigt nette Surfbilder.

…Halt, Time Out! Ich könnte grad Stunden so weiter schreiben. Um den Rahmen hier nicht zu sprengen, verschiebe ich den Rest des Overviews plus Fazit auf morgen. Also, peace! Bis morgen!

Donnerstag, September 29, 2005

Die Spiesser-WG

Die Suche nach der ersten WG (für mich überhaupt die erste Wohnung fern der Heimat) ist für viele eine besondere Erfahrung. Meine Geschichte ist schon zwei Jährchen alt, finde aber, dass es nicht klar gehen würde, bliebe sie ungeblogt.

Mein Eindruck der jeweiligen Menschenkonstellationen hätte anders nicht sein können. Viele der WG’s waren eher Zweckgemeinschaften während die „Spiesser-WG“ doch ihre festen, unveränderbar scheinenden Rituale hatte (Bloß keine Überraschungen bitte). Aber eines nach dem anderen.

Die Spiesser-WG bestand zurzeit aus (ich nenn ihn mal) Horst, 26-jähriger VWL-Student, und Trude (gefühlter Name), 21-jährige Auzubine in einen Teppichgeschäft. Da ich schon 3 Stunden unterwegs war, eine schwache Blase hatte und für zwei Kacken musste, fragte ich entgegen meines Schamgefühls und Anstandes, ob ich ihre Keramikabteilung benutzen dürfte. Hätte ich gewusst, wie die Beiden drauf sind, hätte ich wohl das Risiko eines Darmbruchs mit einen Lächeln in Kauf genommen.

Beim ersten Rumführen durch die Wohnung (Es klingelte derweil des Öfteren das Telefon, die Wohnung schien stark gefragt zu sein.) konnte Trude sich die Bemerkung nicht verkneifen: „Das Bad kennst du ja schon!“ Stolz präsentierte Horts seine James Bond-Film-Sammlung „Im Moment gucken wir die immer zum Abendessen.“ – Ok, wer’s brauch. Andere gucken GZSZ.

Die hohe Nachfrage der Wohnung schien Horst und Trude Rechtfertigung genug zu sein mir eine Frageliste zu präsentieren. Immerhin fragten sie mich vorher, ob das in Ordnung für mich wäre. Mein Unsympath-Toleranz-Barometer (kurz UTB) war aber noch nicht überschritten und so willigte ich ein. So beantwortete ich geduldig den Fragenlatalog während Trude unnachgiebig (+) oder (-) auf ihren Zettel kritzelte. Das Verfahren erinnerte mich ein bischen an einen Psycho-Test aus der Bravo „Passt ihr zusammen?“.

Trude: Kochst du gerne?
Jay: Och naja, meistens hau ich mir ne Pizza rein. (-)
Trude: Würdest du ns beim arbeiten im Kräutergarten helfen?
Jay: Joooaaaa, würd ich machen. (=)
….
Horst: Was machst du Hobbymäßig?
Jay: Segeln.
Mein wohl einziges plus (+). Horst hat auch gesegelt bei der Marine. „Die mobile Infanterie hat das aus mir gemacht, was ich heute bin!“ (Zitat: Starship Troopers)

Horst: Eine Frage würde mich dann persönlich noch interessieren. Hast du gedient?
Jay: Nö, hab 2 ältere Brüder. Da muss ich nicht mehr.
Horst: Aber wenn du gemusst hättest, hättest du dann GEDIENT?
Jay: Nee, ich hätte mit Sicherheit Zivildienst gemacht!

In Gedanken sah ich ihn schon sein altes Sturmgewehr aus den Schrank holen und mein Hirn über den Kräutergarten spritzen. Stattdessen sah er zu seiner Verhörsekretärin hinüber und sagte großzügig: „Gib ihm ein „neutral“! Weil er ehrlich war.“ Immerhin ersparte er mir jegliche „Verweigerer haben kleine Pimmel“-Klischees.

Da hatte ich dann wohl endgültig verloren. Schade eigentlich. Der Ausblick vom Balkon auf den Hof einer Justizvollzugsanstalt (bei dem Anblick denkt Horst bestimmt gerne an seine Marinezeit zurück) wäre doch sehr Reizvoll gewesen.

Als ich dann ein Zimmer hatte, freute ich mich dann schon darauf den beiden UTB-Sprengern einen Korb zu geben. Leider kam Horst mir zuvor. Sichtlich bemüht mir den Eindruck zu vermitteln, dass er noch 100 anderen Absagen muss und in einen Tonfall der den Begriff herablassend neu definiert. Vielleicht wohnt bei ihnen jetzt ja der Busfahrer.

Dienstag, September 27, 2005

Kettenbriefhassmail

Hab gerade diese mail gekriegt. Da sie mir total aus der Seele spricht will ich sie euch nicht vorenthalten und veröffentliche sie hier in Auszügen, unkommentiert:


Hallo, mein Name ist Christoph.

Ich leide unter einigen sehr seltenen und
natürlich tödlichen Krankheiten, schlechten Klausur- und
Examensergebnissen, extremer Jungfräulichkeit und Angst davor,
entführt und durch einen rektalen Starkstromstoß exekutiert zu werden,
weil ich ca.. 50 Milliarden beschissene Kettenbriefe nicht
weitergeleitet habe. Kettenbriefe von Menschen, die tatsächlich
glauben, daß, wenn man diese Briefe weiterleitet, dieses arme kleine
Mädchen in Arkansas, das mit einer Titte auf der Stirn geboren wurde,
genug Geld für die rettende OP zusammenbekommt, gerade noch
rechtzeitig, bevor die Eltern es an die "Freakshow" verkaufen. Glaubst
Du wirklich, daß Bill Gates Dir und jedem, der "seine" Mail
weiterleitet, 100 Dollar geben wird? Recht hast Du, das glaube ich
nämlich auch...

Um es auf den Punkt zu bringen: Diese Mail ist ein großes FUCK YOU an
all die Menschen da draußen, die nichts Besseres zu tun haben.
Vielleicht wird der große Kettenbriefkobold in meine Wohnung
schleichen und mich sodomieren, während ich schlafe. Sodomieren, weil
ich diese Kette unterbrochen habe, die im Jahre 5 nach Christus
begonnen hat, von irgendeinem dem Kerker entronnenen Kreuzritter nach
Europa gebracht wurde, und die, wenn sich es ins Jahr 2800 schafft,
einen Guinnessbuch-Eintrag erhält. ...

... War das verständlich? Wenn Du Kettenbriefe bekommst, die Dir androhen,
ungepoppt und glücklos zu bleiben, lösche sie. Wenn die wenigstens
lustig sind, schick sie weiter an Leute, von denen Du denkst, sie
teilen Deinen Humor. Fick nicht anderen Leuten virtuell ins Knie,
indem Du ihnen ein schlechtes Gewissen wegen eines Leprakranken in
Botswana machst, der noch dazu keine Zähne hat und seit 27 Jahren auf
dem Rücken eines toten Elefanten festgebunden ist und dessen einzige
Chance jedes weitergeleitete Mail ist, weil anderenfalls eine
Mondrakete in seinen Vorgarten stürzt.

Danke...

P.S.: Leite diese E-Mail weiter dann wird Holland niemals Weltmeister
und Lady Di und Elvis kommen zurück.

Montag, September 26, 2005

Wenn die Vernunft mal frei hat

Nachts am Wochenende, wenn der Säufermond aufgeht, machen ganz normale Menschen (vorwiegend Jungvolk) eine schreckliche Metamorphose durch. Die Jungs laufen rum als ob sie vergessen hätten den Kleiderbügel vorm Anziehen aus dem Shirt zu nehmen und scheinen Reißzwecken unter den Achseln zu haben. Die Mädels pressen sich in Hosen die so eng sind, dass man den Eindruck hat, sie wären nicht ohne Schuhanzieher da rein gekommen und kämen ohne Dosenöffner nicht wieder heraus. Individuelle Charaktereigenschaften werden vorerst an der Garderobe des jeweiligen Clubs abgegeben - die sind für den "Erstkontakt" nicht so wichtig.

Das war schon immer so und wird sich so schnell auch nicht ändern (ich betreibe da bis heute noch, ähem, Feldstudien). Was mir allerdings erst seit geraumer Zeit immer wieder beim Durchblättern diverser Disco-Homepages auffält sind vermehrte Photos von knutschenden Mädels. Ich persönlich klicke ab und an ganz gerne mal die Pics meiner alten Stammdiscos durch um zu gucken, ob ich da noch bekannte Gesichter von damals kenne. Dabei ist dieses Phänomen fast bei jeden Disco-Tag zu beobachten. Mitunter kennt man die betroffenen Personen sogar und weiss, lesbisch sind die nicht.

Was ist also dran? Ist es Spaß? Ausprobieren? Wollen sie sich angemessen Produzieren? Provozieren? Oder ist es gar eine Art Trend? - Denke von allem ein Bischen. Die Botschaft der Discobetreiber scheint mir allerdings klar: "Schaut her! Bei uns geht die Post ab. Die Mädels sind hier sowas von zügellos, das dürft ihr nicht verpassen!"

Ist schon ein bischen her, da gabs in meiner alten Vororts-Großraumdisco einen Knutsch- Contest . 3 "Paare" gingen an den Start, wobei nur eines davon wirklich die Bezeichnung verdiente. Das zweite "Päärchen" waren zwei Freundinnen, die behaupteten sich vorher noch nie geküsst zu haben und auch nicht lesbisch wären. Die dritte Variante hat mich dann völlig umgehauen: zwei Schwestern von denen die ältere schätzungsweise grad mal 16 war (würg!!!).

Den Moderator schien das nicht zu stören. Immerhin haben die beiden Geschwister nicht gewonnen. Trotzdem hat diese Geschichte meinen Eindruck von Clubbesitzern nachhaltig geprägt. Anscheinend muss der Unterschied zwischen Clubbesitzer und Lude nicht zwingend besonders groß sein.

Sonntag, September 25, 2005

Zwischenstand

So, mein Blog ist jetzt eine Woche alt und ich hab mich auch ausführlich in der Blogosphäre umgeschaut. Es wird ja echt alles mögliche geblogt. Neben MC's Blogroll habe ich auch mal einige Blogs von Blogspot duchgesurft. Da gibts Blogs von Hurricaneopfern, Meteorologen, Katzenliebhabern. Einen fand ich dann aber richtig Crazy: Ein scheinbar amerikanisches Mädel hat ihren kompletten Blog ihren Lover gewidmet (hab ihn leider später nicht mehr wiedergefunden um ihn zu verlinken). In Gedichtsform preist sie unter anderem, wie schön sein Ständer ist und das er nur für sie steht oder so - Okaaaay....

Was meinen Blog angeht, so weiss ich im Moment noch nicht hundert prozentig wohin die Reise gehen soll. Echt persönliche Dinge zu schreiben traue ich mich dann doch nicht so. Schließlich ist die ganze Sache ja nicht ganz Anonym. Will aber auch gerne autentisch bleiben. - Da ist wohl ein kleiner Spagat nötig.

Mathematik für Fortgeschrittene: Negativ multipliziert mit Negativ ergibt Positiv?












Na, guckt Euch die an! Sehen die nicht glücklich aus? Ich bin ja generell kein absoluter Gegner einer großen Koalition. Zumindest in dieser Situation sehe ich kaum andere Möglichkeiten. Die von vielen favorisierte Jamaikakoalition fühlt sich da bei mir irgendwie noch unmöglicher an. Gut die FDP setzt mitlerweile auch auf erneuerbare Energien, ansonsten wären die Grünen hier aber eher fehl am Platze oder müssten sich selbst verraten.


Ok, dann sollen sich also zukünftig Mr. "ich bin in mich selbst verliebt - Dackelhaar" und Mrs. "nie wurde der Weichzeichner öfter auf Plakatwand-Produktionen gebraucht als bei mir" sich im Regierungsring abklatschen. Aber, nach 2 Jahren tauschen? Was macht denn der Andere solange? - Urlaub? Golfspielen? Fizekanzler wird sich keiner der Beiden nennen lassen wollen.

Wie wäre es, wenn die beiden sich die Aufgaben quasi nach ihrer Stärken aufteilen. Also Angie macht alles, wo sie nicht gesehen oder gehört wird. Ausnahme: USA Besuch. Die haben immer gerne Schleimer zu Besuch. Sie könnte dafür die Finanz- und Wirtschaftsresorts mitkoordinieren. Schröder würde weiter seine guten drähte nach Frankreich (so denn Chirac nicht abgewählt wird) und Russland nutzen.

Das Traumpaar könnte auch wie in der Schule einen Vertretungsplan aufstellen. Gerhard könnte Angela morgens anrufen: "Du Angie, ich hab heut son derben Schädel von gestern! Mach du mal heute!!" Angela würde sich innerlich freuen: "Gut, wenn er nicht da ist, kürze ich schnell die Subventionen für alternative Energien. Bis der das gemerkt hat...."

Donnerstag, September 22, 2005

Crying at the Bafög-Amt

Man, war das ein Morgen. Aller Aversion gegen Ämter zum Trotz hatte ich mir den Wecker für Heute schon auf, die für einen Studenten unchristliche Zeit, 8 Uhr gestellt. Ich bin halt nicht der Typ, der es drauf hat wichtige Dokumente penibel zu Verwalten, so dass ich solche Termine gerne mal verdränge. Der Stichtag für die Nachreichung von Unterlagen für meinen Bafög-Antrag war allerdings bereits seit einer Woche verstrichen.

Doch zunächst musste ich vor 10 Uhr bei meinem Prof. sein damit er mir im metaphorischen Sinne "Sternchen in mein Fleißheftchen" (Formblatt 5 vom Bafög-Amt zur Feststellung der Leistungen) klebt. Durch Ausfallenlassen des Frühstücks erspielte ich mir 30 min "noch einmal Umdrehen". Dusche und Kaffee war auch noch drin und ich versuchte meine Unterlagen erneut zu ordnen. Zähneputzen fiel aus, da mein MiBiWo gerade im Bad ist und ich es jetzt eilig hatte (mach ich es halt wie die Jungs im U-Boot: Kaugummi am Start).

Los gehts! Die erste Station verlief anstandslos. Rüber zur Matrikulationsstelle. Mir fehlte nämlich noch immer die Studienbescheinigung fürs kommende WS. War zwar ein bischen spät dran mit der Anmeldung, aber langsam muss die doch mal kommen. Ich stellte mich also in die Schlange und warf beim Warten noch ein Paar Blicke auf die Reihe der Erstmatrikulierten (die Zeiten waren schon mal besser!).

Endlich war ich dran! Ich gab der Dame hinter der verschmierten Glaswand meine Matrikelnummer, und schon löste sich das Misterium über den Verbleib meiner Studienbescheinigung in Luft auf. Die Lösung war so einfach wie tragisch: Der Studentenbeitrag wurde noch nicht überwiesen. Während ich Fassungslos darüber Nachdachte, was ich dann wohl mit den Überweisungsvordruck gemacht haben muss, (Bei der Briefwahl miteingesteckt - ein Kreuz für die Uni, in den Rundordner oder als Abwasserversandpapier verschickt) hatte ich plötzlich den Eindruck, dass die gute Frau sich immer mehr nach Vorne beugen muss um mich anzusehen. Ich merkte jedoch schnell, dass der Eindruck trügte, denn ich war es der vor ihrem Tisch im Boden versank.

Als ich aus meinem schlechten Tagtraum aufwachte hörte ich nur noch die letzten Brocken ihrer Ausführung (irgendwas mit "möglicher Exmatrikulation" und "Betrag gleich beim Studentenwerk einzahlen"). Na denn, Angstschweiß wegwischen, noch mal die Kontoauszüge checken (die Kohle ist wirklich nicht abgebucht worden), 100 € aus dem Automaten geholt (das gibt der Dispo grad noch her) und hoch in die Höhle des Löwen. Ironischerweise ging das Einzahlen des Geldes heute von allem am schnellsten über die Bühne.

Jetzt ging es zum eigentlichen Ziel heute: Der Weg der für mich immer ähnlich schauerlich ist wie für Michael Clarke-Duncan die "Green Mile" im gleichnamigen Film. Für alle nicht Studenten: Das Bafög-Amt ist so ähnlich kuschelig wie das Arbeitsamt, nur dass hier die "Kunden" jünger sind (also in der Regel auch attraktiver) und weniger verzweifelt. Ich weiss wovon ich rede, war in beiden "Stolz gegen Patte"-Tauschbörsen Gast.

30 min Wartezeit später dauerte es nur 2 min bis mein Auffenthalt wieder beendet war. Die rosafarbenen Leistungsnachweise sollten noch von einer erlesenen Professoren Elite, deren Namen ich noch nie gehört habe (und die meinen noch weniger) "gegengezeichnet" werden. Nach einer weiteren halben Stunde Schnitzeljagd inklusive Radtour und Durchfragen musste ich feststellen, dass beide zuständigen Super-Duper-Professoren wohl erst zum Semesteranfang wieder zugänglich sind.

Komisch, bei meinen Kindergeburtstagen früher ging ne Schnitzeljagd immer gut aus, mit Süßigkeitenbeutel und so. Da fällt mir ein: Ich muss gleich wieder los und Kilometergeld beantragen.


Mittwoch, September 21, 2005

Oh danke Schatz, du hast mir eine Playlist geschenkt!

Schon oft stellte ich mir die Frage, was ich meiner Liebsten wohl schenken könnte. Besonders schwierig ist die Entscheidung, wenn das Ganze erst am Werden ist. Was vom Herzen soll es sein. Was Persönliches. Ein eine erflogreiche Beziehung führender Freund von mir schenkt seiner Maus gerne was Selbstgebasteltes - ist bisher immer gut damit gefahren.

Ich erinnere mich dabei allerdings auch an meine Kindheit, wo man gerne stolz seiner mum die Errungenschaften aus den Kunst- oder Handarbeitsunterricht unter die Nase hielt. Ich warte heute noch darauf, dass Muddern zum Geburtstag schnell ein Strichmännchen auf ein DINA4-Blatt rotz und sagt: "Hier, son Scheiß hast du mir auch immer geschenkt!"

Doch zurück zum Thema. Mein eigenes Herzblut liegt in der Musik und so hat sich so manche potenzielle Flamme schon bei den ersten Treffen mit folgenden Sätzen disqualifiziert: "Was für Musik ich höre? Mmmh, meistens Radio. Alles Mögliche halt." - Nee, das geht gar nicht! Damit sagt sie mir gleich, dass sie Schweizerin ist (sprich keine eigene Meinung hat)

Einige der Frauen, die eine passable Antwort auf die Frage rausgebracht haben hatten jedoch auch nichts Gutes zu befürchten: Eine von mir Selbstgebrannte CD mit der Musik von der ich dachte sie würde ihr gefallen. Da ich die Songs natürlich auch gut finde erschaffe ich quasi sowas wie ne Gemeinsamkeit, dachte ich mir. Doch: Geiz ist zwar, wie uns die Werbung einreden will, geil. Allerdings sind 50 Cent für nen ollen Aldisilberling doch ein bischen schäbig (egal wie hübsch bekritzelt das frisch ausgedruckte, aus dem Internet gezogene Wallpaper auch ist).

Warum also nicht gleich in I-Tunes oder Winamp ne Playlist zusammenstellen auf USB-Stick hauen und der Flamme mit den Worten "Hier für dich mein Schatz! Den USB-Stick hätt ich dann aber gerne morgen zurück!" feierlich überreichen.

Wirf die Fuffies im Club! - Jay's Disco Diary

Meine Fresse, das mit der Politik betrübt mich alles zu sehr. Ich glaube ich muss mich mal den wirklich wichtigen Themen widmen. Nachdem verkorksten "Es gibt solche Tage"-Wochenende hatte ich letzte Woche doch wieder überraschend viel Gelegenheit mich auf diversen "Tanztreffs" sehen zu lassen - sind ja Semesterferien, ne. Für den gemeinen Student gibt es ja ohnehin mehrere Wochenenden. Für mich war es mitunter auch ab und zu mal der Dienstag und so begab es sich, dass mein Tatendrang mich mal wieder in ein, an ein Parkhaus erinnerndes, Gewölbe führte (jenes, wo man lieber ein zweites Paar Schuhe mit hin nimt, da mindestens ein Paar gerne mal am versifften Tanzboden kleben bleibt).

Das eigentlich für mich obligatorische Vorglühen wurde bei meinen Gefährten (ja ja, wir haben doch alle keine Zeit) schon wegrationalisiert, so dass wir uns erst vor dem Tanzpalast trafen. Der Auffenthalt verlief für mich anfänglichst etwas zähflüssig, da ich von der Feiergemeinschaft lediglich eine gute Freundin kannte. Hab sonst keine Probleme auf neue Leute zu zugehen, aber wenn es sich um eine schon recht eingeschworene Gemeinschaft handelt, habe ich dann doch Schwierigkeiten.

Endlich, der Tanzfloor war eröffnet und wir testeten seine Bodenkonsistens. Doch als die oben erwähnte Freundin den Rest der Gruppe am anderen Ende der Tanzfläche erspähte und mir bedeutete mitzukommen, wollten meine Füße dieser Aufforderung nicht folgen. Grund dafür waren jedoch ausnahmsweise nicht meine klebenden Füße am Boden, sondern das engelsgleiche Geschöpf, das ca. 2 Meter von mir entfernt alles um sich rum in meinen Augen verwischen ließ.

Auf ihre Blicke in meine Richtung reagierte ich zunächst mit irritierten umdrehen, um zu Schauen welches Arsch der Typ hinter mir sein würde, der mir hier so kacken frech die Show stielt. Überraschender Weise war ich es jedoch dem ihre Aufmerksamkeit galt. - Herzlichen Glückwunsch! 20 min zögern und verkrampftes Rumgetanze später kriege ich es immerhin fertig sie nach ihrem Namen zu fragen. Katrin (Name geändert) heißt die gute Fee und studiert Jura (ohne dabei irgendwelche "Perlhuhn"-Klischees zu erfüllen).

Ich schöpfte mut als ihre beiden Freundinnen ohne sie gingen und wir uns mit etwas zu trinken einen Sitzplatz suchten. Das folgende Gespräch ließ allerdings jegliche Überraschung aus und hielt sich an die üblichen "Und was machst du?", "Wo kommst du her?", "Hobbys?" Fragen. Die Konversation geriet nach ca. 45 min immer schleppender woraufhin sie es mit den Worten "Ich werd denn auch gleich mal los. Fahre auch morgen für 2 Wochen erstmal nach Hause." beendete. - Verdammt, ich wollte doch das Gespräch beenden!

"Kann ich Dich mal anrufen?" fragte ich. Ihr 5 sekündiges Zögern ließ mich schon Schlimmes erwarten und fragte warum sie zögerte. "Hab nur überlegt, weil ich jetzt ja erstmal weg bin." war die dürftige Antwort. Für mich sowas wie ne Abfuhr in light. Die Nummer hat sie mir gegeben, aber ob ich sie anrufen soll? Kann man nicht irgendwo 4 light-Abfuhren gegen 3 echte Abfuhren und eine Zusage eintauschen?


Dienstag, September 20, 2005

Pimp my Blog

Wie euch sicher schon aufgefallen ist, ist auf meinen Blog noch totale Baustelle (sozusagen work in progress). Mühsam ernährt sich das Eichörnchen. Ich bin in Sachen Programmieren (das Benutzen dieses Nomens verrät es schon) derbe Talentfrei. So freute ich mich gerade wie Merkel über den "expliziten Regierungsauftrag" über die Erstellung meiner ersten Links.

Neben eines Musikblogs meinerseits (Spin-Offs muss es ja nicht nur im TV geben) habe ich aus unendlichen Respekt als ersten den MC verlinkt, da ich durch ihn eigentlich zum bloggen gekommen bin. - Fette Props dafür!

Es werden aber garantiert noch weitere folgen, versprochen! Mal sehen wer sich noch so auf meinem Blog rumtreibt und wo ich mich noch hin verrirren werde.

Der neue "Kanzlermacher" und sein Gefolge?

Nächste Wahl mal einfach! (Ein Gedankenspiel)

Mensch mit der Demokratie haut das irgendwie nicht hin. Zuerst wird die SPD bei den Landtagswahlen abgestraft doch im Bundestag will man sich doch nicht klar von ihnen trennen. Dabei hatten die Bürger doch im TV schon so viele Möglichkeiten das Wählen zu üben.

Mitlerweile darf man doch bei allen Abstimmen. Z.B. die nervigsten "Das nervigste aus...."-Sendungen, die "McDonalds-Chart-Show" oder the godfather of all voting shows: "Deutschland sucht den Superstar". OK, die Verfassung lässt sich nicht so leicht ändern. Aber machen wir doch mal folgendes Gedankenspiel:

Was wäre wenn wir den Kanzler oder zumindest die Direktkandidaten in einer mehrründigen Samstag-Abend-TV-Show wählen könnten, per TED versteht sich. - Das wäre Hip, das wäre neu. Sowas wollen die Leute sehen! Und vor allem am wichtigsten: Am Ende steht nur ein Sieger da.

Dieter Bohlen würde für dieses Projekt zweierlei Talente mitbringen. Zum einen hat er als Spitzenkandidat der "Müller Partei" (Deutschland muss Becher werden!) selbst Erfahrung auf dem politischen Parkett. Zum anderen weiß er, wie man mediengerecht talentfreie Subjekte zusammenfaltet. Als zweites Jurymitglied würde ich Michel Friedmann empfehlen. Der Junge hat Biss und irgendwie muss er ja seinen Koks und Nutten-Konsum finanzieren. Damit das Ganze nicht nur im Geschrei und gedisse endet, währe der Dritte im Bunde der ehemalige Tagesschausprecher Wilhelm Wieben.

Sowas hätte die Welt noch nicht gesehen. Ich könnte mir schon Dieter's Kommentare bei Angie vorstellen: "Ey nee, ne. So machst du nicht mal meinen Opa heiss." oder: "Da ist ja ein Pfund Zwiebelmett glaubwürdiger als Du! (Und dann kriegt er doch noch seinen "netten") Vielleicht wäre Bibliothekarin doch eher das Richtige für Dich."

Nein jetzt mal Scherz beiseite. Eigentlich sollte man über die schlechte Lage der Nation keine Witze machen und ich werde es auch fortan erstmal lassen. Ich gebe zu, dass ich selbst auch nicht gerade clever gewählt habe und daher selbst an den ganzen Wahldebakel mitschuld bin. Also hoffen wir, dass wir doch noch eine halbwegs handlungsfähige Regierung kriegen. Think positive!


Montag, September 19, 2005


Sehen so gewinner aus? Posted by Picasa

"Bundestagswahl Reloaded" oder "Wer ist hier der Boss"

Na, das war ja mal ein etwas anderer Fernsehabend gestern. Kumpel eingeladen, Pizza bestellt. Doch auf der Mattscheibe liefen nicht die gewöhnlichen Bildschrimhelden wie in "Stirb Langsam" (obwohl die Geschehnisse im metaphorischen Sinne schon zum Titel passen würden). Dabei blieben natürlich auch bei uns die Stammtischdiskussionen nicht aus, die Euch hier natürlich nicht ersparrt bleiben.

Immer wieder musste ich mich Fragen: "In welchem Paralleluniversum leben die eigentlich? Wussten die etwa nicht, dass die Emmy-Awards schon in der vorigen Nacht vergeben worden sind? Hatten die Protagonisten ihren Rechenschieber nicht dabei? Haben sie vielleicht die immerhin fast represantiven Umfragewerte von Stefan Raab für echt erachtet?"

Also Respekt an alle Spitzenkandidaten: Die Schauspielerische Leistung hätte tatsächlich die der "Desperate Housewives" oder die der "Lost"-Darsteller in den Schatten gestellt. Es schien eine Wahl zu sein, die keine Verlierer hat.

Angie freute sich sichtlich diebisch über ihren (mit 1,1 % Vorsprung) "klaren Regierungsauftrag". Bei ihrer zehnten Wiederholung dieser Phrase fühlte ich mich an den Sticker erinnert, den man sonst häufig auf CDs von Künstlern wie "EMINEM" oder "Rage against the machine" sieht: Parental Advisory Explicit Regierungsauftrag.

Das die liebreizende Frau Merkel sich trotz eines derartig verkackten Wahlkampfes in dem ein 20 %-Vorsprung der Union auf 1,1 runterschmilzt (dies hat die Union meiner Meinung nach weder der Benennung Kirchofs, noch Edes Ostgepöble sondern vor allem der Benennung ihrer "Spitzenkandidatin" zu verdanken) sich bereits vor der Krönung an ihren noch nicht innehabenden Amt festkrallt, grenzt schon an Verzweiflung. Sie weiß ganz genau, dass eine Niederlage (sprich Schröder wird Kanzler) ihr Karriereende bedeuten würde.

Doch auch unser Gerd zählt sich als Gewinner. Da geht es ihm wie Klinsis Nationalelf: Wie durchschnittlich begabte Schimpansenjungen übern Rasen tollen und trotzdem ein Unentschieden rausholen. - So sehen echte Gewinnertypen aus! Zugegeben, nach den letzten Wahlprognosen können sich die Sozialdemokraten tatsächlich über den Ausgang der Wahl freuen. Der (Noch)-Kanzler darf sich freuen, dass er selbst beim Untergehen seines Schiffes immer noch eine dolle Figur macht. Wenn schon untergehen, dann wenigstens mit Stil. Bloß eines Frage ich mich: Wie will er ohne Mehrheit Kanzler bleiben? - Ich werd mal meinen Politikprof. fragen, wie das gehen soll....

Aber ich will ja nicht sagen, dass es keine Gewinner gab in dieser Wahl. Guido "Ich will spaß, ich geb Gas in meinem Guidomobil" Westerwelle ist zum derben Player aufgestiegen. Nur kann er im Falle einer großen Koalition (für die mich die wahrscheinlichste Regierungsvariante) mit seinem 2-stelligen Rekordergebnis trotzdem nur König der Opposition werden. Schon tragisch. Er hätte sich wohl gerne in der Rolle des Wahlretters wie 2002 die Grünen für die SPD gesehen.

Auch Schampus-Lafo kann sich ganz doll auf die Schulter klopfen. Mit 8 % fürs Linksbündnis, und noch viel wichtiger, einen Kinnhaken für seinen ehemaligen genossen Schröder, kann er sich gelassen und mit aufgetanktem Ego auf der Oppositionsbank niederlassen. So kommt er auch nicht in die Verlegenheit zugeben zu müssen, dass er seine populistischen Versprechen selbst nicht einhalten könnte. - Gut gemacht!

Und die Grünen? - Nun ja, denen schien alles egal zu sein. Wahrscheinlich haben die schon vor der Auszählung den Schampus (och nee, der Joschka trinkt doch nur Bier) aufgemacht. Nach dem Motto: "Was solls. Eingekauft ist der ja schon."

Bei so viel Optimismus in Dosen kann man doch nur mit einem Lächeln in die Zukunft sehen, oder?

Sonntag, September 18, 2005

Es gibt solche Tage......

Tja, "Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen" dachte ich mir auch neulich wieder. Ich kam grad wieder unverrichteter Dinge aus der Stadt, da mal wieder kein Geld aus der silber verkleideten Zauberwand kam (meine MiBiWo hat immer noch nicht die Monatsmiete gezahlt).

Aber hey, ich schalte meinen MP3-Player mit gepflegtem Pop-Punk an (das bringt mich immer wieder nach vorne) und erwische auch gerade pünktlich meine Buslinie. Der Bus fährt los, ich fange an dösend verträumt aus den Fenster zu gucken, als plötzlich eine Fahrgästin neben den Busfahrer mir gestikuliert, die Stöpsel aus meinen Ohren zu nehmen.

Der Busfahrer fängt an zu Pöbeln: "Ja das haben wir gerne, guckt die ganze Zeit aus dem Fenster und tut so, als würde er mich nicht hören." Ich so: "Sorry, hab Sie nicht gehört." Er Pöbelt mit einer Hitler-Revival Stimme weiter: "JA DAS KANN ICH MIR DENKEN. LEISER MACHEN DAS DING! ODER AM BESTEN GANZ AUS. DIE SIND NÄMLICH VERBOTEN!"

Komisch da hätt ich wohl beim Buchen der Reise besser das kleingedruckte gelesen. In meinen Gedanken bilden sich Sätze wie:
"Ey du Schmock, du hast wohl nen Polizeihund gefrühstückt. Nur weil deine Frau dich nicht mehr ranlässt brauchst du mich hier nicht anzukacken für nichts! Ich sehe hier kein Schild dass das verboten ist. Warum auch, das ist doch der Sinn von Kopfhörern dass kein anderer mithört. Und überhaupt, mir gleich bösen Willen und Ignoranz zu unterstellen nur weil ich nicht so alt bin wie du aussiehst. Da kriech isch plaq!!!!"

Da ich aber auf die Situation gerade gar nicht klar kam und mir auch leider ein wenig die Kochonez fehlen bringe ich nur ein "Sorry, das wusste ich nicht." raus. - Meine Fresse!
Naja dafür durfte ich an der 5 Sterne Reise weiter teilnehmen bis ich mein maison erreichte.

Der Rest des Tages verlief weiter unspektakulär. Gegen abend startete ich die allwöchenliche Samstag Abend Planung die erfolglos verlief. Ich hatte schon Max Raabe im Ohr ("Kein Schwein ruuuft mich aaaaaannnnn......") - Nicht so wild, auch schon während meiner Ausbildung gab es eine Zeit, wo sich meine sozialen Kontakte maßgeblich auf ICQ-Chats reduzierten. - I will survive.

Lasse ich mir also im Chat von einem Mädel aus meiner Heimatstadt, die ich aber noch nie gesehen habe belanglose aber leicht an GZSZ erinernde anekdoten erzählen. Aber wer weiß, vielleicht ist sie ja hübsch....

Bis 0.33 h sitze ich also bei laufender Glotze (es läuft gerade "Full Metal Jacket") vorm PC und höre mir Geschichten an, die ähnlich grausam sind wie das Geschehnis im TV. Während die Geräuschkulisse im Hintergrund durch Maschinengewehrsalven und das Geschrei sterbender Soldaten geprägt ist, erzählt sie mir von ihrem Ex (beinahe Verlobtem) der jetzt mit ner hochschwangeren zusammen zieht und von ihrer ehemals besten Freundin, die in sie verliebt zu sein scheint.

- "Puh, harter Tobak." denke ich mir während ich den PC und das TV-Gerät ausschalte, mich bettfertig mache und mir das Frikadellenmett aus dem Ohr bzw. meinen Leseaugen puhle. Doch aus der Nachtruhe wird vorerst nichts, denn meine Nachbarin hat ausgerechnet an diesem Sa. wo ich nicht betrunken durch die Discothek meines Vertrauen torkel und den Mädels nachschaue den wohl besten (und vor allem lautesten) Sex ihres Lebens. - "Nailed by the king. The royal treatment so to speak" (Zitat: American Beauty).

Mit Hilfe tranzendaler (oder so ähnlich) Meditationstechniken schaffe ich es, nicht nacht unten in die benachbarte Dico zu gehen, um es meinen Kollegen nachmachen zu wollen. Gott sei Dank weiß ich nicht, ob meine Nachbarin hübsch ist, so dass ich mir halbwegs erfolgreich einreden kann, dass das Gegenteil der Fall ist. Nach etwa 1 Stunde Gestöhne und Geklatsche kommt endlich mein erlösender Schlaf. Während ich langsam einnappe hoffe ich nur noch: "Hoffentlich ist es nicht der Busfahrer gewesen!"

Wenn Ihr was über euren "worst day" zu erzählen habt... - her damit!

Samstag, September 17, 2005

Warum ich blogge? - Nun, dazu habe ich einige Antwortsansätze.

1. Wie wahrscheinlich bei vielen Bloggern steht bei mir da ein Motiv im Vordergrund: Indem ich über erlebtes oder anderes schreibe, gebe ich mich selbst der Illusion hin, dass mein Leben doch nicht so scheiss langweilig und unbedeutend nichtig ist. Man sollte ja denken, dass es kein Schwein interessiert wie jemand über Vollspacken, Schmocks oder ähnliches Ungetier disst. Doch es soll ja auch nicht wenige Leute geben, die z.B. in der "Bild der Frau" bzw. "Gala" lesen ob Prinzessin Steffanie es mit dem Gärtner treibt oder sehen bei "Sarah and Marc in Love" wie die beiden sich nach Drehbuch (nee is natürlich alles echt und die sind ja auch soooo süß zueinader) anzicken. - So what?

2. Andere Blogger versuchen vielleicht durchs Bloggen ihr Trauma über die gescheiterte oder gar nicht erst begonnene Journalismus Karriere zu überwinden. Auch hier schließe ich mich nicht aus.

3. Bloggen ist so zu sagen auch wie ne Demo bloß in light. Endlich kann ich schön kaffeetrinkend im trockenen sitzten während ich meinen Unwillen über Dinge wie die Einführung von Studiengebühren ausdrücke. Und wenn ich Hunger hab, rufe ich total dekadent einfach den "Bringer" an. - Das ist Rock'n Roll!

Nein, im ernst. Ein gut gemachterBlog weiß bestimmt zu polarisieren. Nur stehen wir heut zu Tage politischen Meinungsäußerungen (in welcher Form auch immer) doch etwas anders gegenüber. Früher währe man wohl mit eine Che Guevara-T-Shirt als Querulant eingesperrt worden, während man heute selbiges bei H&M kriegt, es aber dadurch seinen politischen Ausdruck verliert. Ein roter Stern auf nem Shirt ist dann auch einfach nur noch schick.

Doch ich schweife ab. Bin mal gespannt was aus meinen ersten gehversuchen beim Bloggen wird und was ihr dazu zu sagen habt.

Bis denn